15 + 1 Fragen an Patricia Piberger

Patricia Piberger

Bitte stell dich kurz vor

Hi. Mein Name ist Patricia Piberger. Ich bin 24 Jahre alt und studiere in Berlin Ethnologie, Politikwissenschaft und indische Philologie. So wie eigentlich jeder, will ich damit aber bald fertig sein… Nebenbei machen mir viele, nicht sonderlich außergewöhnliche Dinge Freude.
Wie beispielsweise fotografieren, nähen, Filme gucken, Mode und gute Musik.

Wie groß ist Deine Wohnung und wie viele Leute leben dort?

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Ich lebe mit meinem Verlobten Jirko und unserem verzogenen Hauskater Nrpa in einer 3 Zimmer Altbauwohnung. Sie hat 73 qm.

In welchen Städten/Orten/Ländern hast du bereits gelebt?

Langweilig, langweilig: bisher nur in Berlin. Erst mit meinen Eltern und meiner Zwillingsschwester in Spandau, dann allein in Kreuzberg und jetzt mit Jirko in Mitte. Aber wir planen wenigstens einige Jahre unseres Lebens in Indien zu verbringen. Wobei der Plan wohl eher von mir ausgeht…

Welche Rolle spielt dein Stadtteil für dich, d.h. inwiefern bestimmt die Welt vor
deiner Haustür dein Wohngefühl mit?

Mir ist es wichtig, dass ich mich dort wo ich lebe wohl fühle und es mir gefällt. Ich gehe gerne „spazieren“ auch alleine und nachts. Da will ich nicht am Arsch der Welt sein. Ich habe in Kreuzberg in der Nähe der Bergmannstraße gelebt. Das war toll. Der Kreuzberg gleich um die Ecke und auch sonst immer irgendwie was los. Jetzt in Mitte ist es vergleichsweise ruhiger, dafür leben wir nun im ehemaligen Todesstreifen der Berliner Mauer, was irgendwie was Besonderes ist. Hier ist noch nicht alles zugebaut und trotzdem ist man mitten in der Stadt. Alles ist irgendwie in der Nähe und kann zu Fuß erreicht werden. So will ich das haben!

Welche Jobs hast Du bereits gemacht?

Tja, heikles Thema. Ich hab’ einige Male noch in Kreuzberg in nem Secondhand Laden gejobbt. Sonst habe ich für ne Bekannte meiner Mutter mal ein Büro eingerichtet und gestaltet. Aber in erster Linie studiere ich. Was danach kommt, mal sehen. Als Ethnologe schlagen sich die Leute auf dem Arbeitsmarkt ja nicht gerade um einen…wer weiß, vielleicht verticke ich ja irgendwann mal mein selbst gemachtes Zeugs online.

Kannst du gut anpacken? Hast du handwerkliche Fähigkeiten?

Was heißt gut anpacken? Ich kann nicht sonderlich schwer tragen und keine Lampen anbringen. Das macht dann Jirko. Aber Löcher in Wände bohren, Wände streichen, Möbel aufbauen und dekorieren mache ich gerne und ich denke auch recht akzeptabel. Ich habe so nen Tick spontan ganze Zimmer umzuräumen. Natürlich immer nur dann, wenn ich allein bin. Und wenn Jirko dann nach Hause kommt, sage ich immer: „Jirkobär, du darfst nicht böse sein…“

Was kochst du für deine besten Freunde? Was kommt auf den Teller wenn es mal schnell gehen muss?

Ich koche immer vegan. Wenn’s was besonderes sein soll, dann mach ich irgendwas, was ein bisschen Mühe benötigt um es vegan UND lecker zu machen. Zum Beispiel Lasagne (ich finde vegane Aufläufe sind immer tricky) oder veganen Kassler mit Pfifferlingen, Klößen und brauner Soße. Außerdem habe ich große Freude am Backen von Cupcakes.
Wenn’s was schnelles und unkreatives sein soll, dann Nudeln mit Tomatensoße. Geht es noch unkreativer?!

Kann man unangemeldet bei dir vorbeischneien?

Ja, eigentlich schon. Kann zwar sein, dass es dann nicht sonderlich ordentlich ist oder sich ein Berg von Abwasch stapelt, aber dies ist mir egal. Damit ich die Tür öffne, muss man jedoch mehrere Male klingeln oder kurz anrufen. Hab’ sonst immer Angst, dass es nervige Vertreter sind und stell mich dann eher tot.

Müssen deine Besucher ihre Schuhe ausziehen?

Müssen sie nicht. Wir haben Holzdielen und keinen Teppich oder so. Ich finde aber, dass man besser rumhängen kann, wenn man keine Schuhe trägt. Daher fühle ich mich bei Leuten, die ihre Schuhe anlassen meistens so, als wären sie schon wieder auf dem Sprung.

Wie würdest du deinen Einrichtungsstil beschreiben?

Bunt und durchaus widersprüchlich. Meine alte, eigene Wohnung war stark durch mein Ethnologiestudium geprägt. Ich habe viel mit Saris u. ä. gearbeitet und hatte zum Beispiel keine Couch sondern nur eine bodennahe Sitzfläche aus thailändischen Sitzkissen. Heute haben Jirko und ich einen Mittelweg gefunden. Er ist ein großer Fan von kühlen, klobigen Möbeln mit Glas und so. Das find ich ja ganz schlimm. Irgendwie erinnert mich das immer so an Domäne-schick. Daher haben wir da einfach meine Liebe für Farbe und Muster dazugemischt und die ganz schrecklichen Sachen könnte ich ihm zum Glück ausreden.

Wo verbringst du, abgesehen vom Bett, am liebsten Zeit in der Wohnung?

Das wechselt in regelmäßigen Abständen. Momentan auf jeden Fall auf der Couch oder auf meinem Holzhocker an der Heizung im Badezimmer. Anfangs haben wir sehr viel Zeit in unserer Küche verbracht, die wirklich toll ist. Aber das kommt auch wieder.

Welche Ecke deiner Wohnung zeigst du nicht gerne und warum?

Den Balkon. Wir haben leider eine sehr dämliche Angewohnheit: Obwohl wir im Hochparterre wohnen, bringen wir die vollen Mülltüten nicht immer sofort raus in die Mülltonnen, sondern lagern sie auf dem Balkon zwischen. Dadurch liegen da schon mal drei volle Müllbeutel und ein wenig Kleinkram. Irgendwie fühle ich mich manchmal damit ein wenig asozial.

Welches Möbelstück ist dir das liebste in der Wohnung?

Das liebste Möbelstück kann ich nicht benennen. Es gibt einige Dinge, die ich aus unterschiedlichen Gründen sehr gerne mag. Zum einen liebe ich unser Bett. Es ist eine Art Himmelbett aus Holz von Ikea und passt einfach perfekt an den Platz, wo es steht. Dann wären da noch ein billiges, hüfthohes Regal, dass perfekt für unseren Schallplattenspieler und die Platten geeignet ist, sowie ein alter Holzschrank, den ich von meinen Eltern mitgenommen habe. Vielleicht liebe ich ja diesen am meisten, schließlich habe ich in ihm schon als kleines Kind beim Schlafwandeln meine Kuscheltiere eingeschlossen.

Deine letzte Anschaffung, die völlig unnötig war

Das ist jetzt ein wenig peinlich. Aber ich stehe ja total auf lauter bunte Kleinigkeiten, die sich dann irgendwo in unserer Wohnung ansammeln. So habe ich erst letzte Woche in einem Lebensmittelgeschäft so ein kleines Kinderspielzeug für einen Euro gefunden, dass ich einfach kaufen musste. Es ist ein winziges Pony mit farbigen Haaren und Flügeln. Das ist wohl wirklich unnötig und vor allem völlig sinnlos. Jirko lacht mich schon immer aus, wenn ich mit so nem Zeugs ankomme. Aber wenigstens war es jetzt nicht die Rieseninvestition.

Was fehlt dir noch in deiner Wohnung?

Mmh…gute Frage. Also eigentlich nur mehr Platz für noch mehr tolle Dinge. Es gibt ein tolles, gelbes Sideboard bei Ikea, dass ich ja so gerne hätte. Aber, abgesehen davon, dass es auch farbtechnisch gar nicht so wirklich in unsere Wohnung passt, haben wir schlichtweg keinen Platz dafür. Also wenn ich mir was wünschen könnte, dann dass wir noch einen zusätzlichen Raum hätten. Dann könnte ich mir zum Beispiel noch eine feste Nähecke mit meiner Nähmaschine und so einrichten. Jetzt steht die im Schrank und ich muss sie immer wieder rein- und rausstellen.

Welche Frage wolltest du schon immer mal beantworten? Und wie lautet die Antwort?

Frage: Die neue Schrankwand ist doch schick, nicht?
Antwort: Nee, ist sie nicht!


Bei flickr findet ihr noch hunderte weiterer Fotos von Patricia. Ich bin auf Patricias Fotos in der “StyleSpion.de – Zuhause bei Besuchern“-Gruppe gestossen. Danke, dass du mitgemacht hast!

19 Kommentare (closed)

  1. Schön, nach den vielen Fotos in der Flickr-Gruppe dazu die Antworten zu lesen.
    Bunt, aber sehr charismatisch.
    Gefällt.

  2. Hey Patricia, komm doch mal zum vegan-stammtisch, kennen dich ja garnicht :P
    Wenn du schön essen gehen willst, oder von uns Auflauf-Tips bekommen möchtest, dann schreib und per berlin-vegan.de

    Freu mich!

  3. Sehr schöne Wohnung und sympathische Frau dahinter! Die Farben sind quietschig, aber irgendwie passt alles. My little Pony forever!

  4. So sollte meine Wohnung auch aussehen. Ich freue mich darüber, mit was für einer Liebe zum Detail Patricia und ihr Freund die Wohnung angehübscht haben. NICE! Sehr sympathisches Interview, YEAH!

  5. toll, dass es euch gefällt, wie wir unsere wohnung gemacht haben :)

    an sara: tut mir leid, ich twitter leider nicht. warum?

    an jöran: ja, eigentlich ist das ne ganz gute idee…mal sehen. vielleicht komm ich ja wirklich mal vorbei. jetzt werde ich nächste woche erstmal dieses neue vegane gourmet restaurant “la mano verde” probieren. ich bin gespannt!

  6. wieso heißt nrpa nrpa? :D

    Sieht warm und gemütlich aus in eurer Wohnung :)
    Und noch ist ja kein Sommer da muss der Balkon ja nicht hübsch sein…

  7. @patricia: na wenn sich das nicht anbietet ;)

    wenn auch gehobenere preisklasse, so findet unser nächster stammtisch am 7.3. genau dort statt :D

    na dann erstmal guten hunger!

  8. Schöne Wohnung mit netten Details. Ist mir glaube ich auch schon mal auf flickr aufgefallen?

  9. Patricia: Naja. Deine Gedanken und Tätigkeiten scheinen mir hochinteressant und von großer inspirierender Kraft. Du solltest darüber nachdenken. :) *anstups*

  10. Eine wirklich interessante Wohnung. Besonders gefällt mir die Wand mit den roten Quadraten. Was man aber auch gleich erkennt ist, dass deine Lieblingsfarbe rot ist. Und das finde ich toll: Wenn sich eine Farbe wie ein “roter Faden” in der gesammten Wohnung irgendwie vortsetzt. Sei es bei den Wänden oder in so Kleinigkeiten wie dem Geschirr.

    Liebe Grüße
    Julia

  11. to paulchen: “nrpa” ist ein wort aus dem sanskrit. das ist eine sehr, sehr alte indische sprache…graduell mit dem latein in unserer westlichen welt vergleichbar. bloß ein wenig komplexer, von der grammatik her und so. “nrpa” bezeichnet einen könig, also ähnlich wie der auch hier häufig bekannte “maharaja”. bloß ist das reich des nrpas prinzipiell etwas kleiner als das des maharajas. so hat auch unser nrpa nur ein vergleichsweise kleinen reich, in dem er jedoch bedingungslos herrscht :)

  12. Großer Krishna, wie liebe ich das Netz. Man findet irgendwann einfach jeden. :-)
    Jirko hat eine komplizierte und liebenswerte Person erwischt (und dabei habe ich nicht von dem Kater gesprochen).
    Die Wohnung erscheint mir urgemütlich, wenn auch ein wenig rotlastig, was auf Männeraugen eher sagen wir mal ablenkend wirken kann… :-)
    Nett, von Euch zu hören.
    Toll, Dich wiederzusehen.
    Lieber Gruß, Tom

  13. Ach, und herzliche Glückwünsche für Sonntag… :-.)
    Tom