armedangels: Social Fashion!

Armed Angels

Ich war gerade auf einen Saft im armedangels Headquarter. armedangels? Ja, die, die den Gründerwettbewerb der Wirtschaftwoche gewonnen haben.

Die Idee hinter armedangels: Fair gehandelte Mode, oder wie es bei armedangels heisst:

Social Fashion

Wie sieht’s in der Praxis aus? Fair gehandelte und pestizidfreie Kleidung, mit Motiven verschiedener Designer sollen die bekannten Labels, die auf Billigware setzen, ablösen ergänzen. Der Weg ist steinig, wenn auch ein gewisses Fairständnis (Kalauer, ich weiss…) für fair gehandelte Waren Einzug in unsere Köpfe hält, aber ehrenhaft.

Beim Kauf eines Kleidungsstücks des Labels gehen 3,33 Euro an Hilfsprojekte.

Social Fashion

Verschiedene Investoren haben Gefallen an der Idee gefunden, und unterstützen Armed Angels finanziell. Durch den Erfolg beim Gründerwettbewerb kommen nun weitere Namen ins Spiel:

 

  • Das Schweizer Business-Angel-Netzwerk Brains-To-Ventures berät die Kölner bei der Suche nach weiteren Investoren.
  • Die Personalberatung Heidrick & Struggles hilft bei der Mitarbeitersuche.
  • Werber von Jung von Matt entwickeln die Marken- und Kommunikationsstrategie.
  • Die auf die Betreuung von technologiebasierten Startups spezialisierte Anwaltssozietät White & Case berät bei Vertragsfragen.
  • Spannend zu beobachten, wie und ob armedangels mit Hilfe dieser vielen Namen ein sich selbst tragendes Modelabel werden. Verfolgen kann man dies übrigens u.a. auf dem eigenen Blog, oder im (leider nicht ganz aktuellen) Gründertagebuch bei der WiWo.

    Bei soviel Business, nochmal die Erwähnung, dass es bei armedangels um Klamotten geht – fair gehandelt und garantiert batikfrei…

    21 Kommentare (closed)

    1. Die Idee ist ehrenhaft, schon klar.
      Allerdings finde ich die Motive dann doch zu langweilig und zu oft gesehen, als dass ich für ein Tanktop 28 Euro blechen würde. Der Ansatz ist “außergewöhnlich” und anders, die Ausführung leider zu fad.

    2. Das war in der Tat ein aufschlussreiches Gespräch mit dir, Kai. Wir können wirklich jede From von Kritik gebrauchen.

      @Aline: gut, dass uns das mal jemand sagt. Vielleicht gibt es auch gleich Ideen, wie wir das verbessern könnten?

      herzlicher Gruß mit der Hoffnung auf mehr Feedback,

      Philipp

    3. Das wirkt alles sehr sehr aufgesetzt und konstruiert. Null authentisch. Sämtliche Trends aufgegriffen und irgendwie vermischt. Von Karmakapitalismus bis Crowdsourcing. Warum spendet man denn nicht lieber was von dem vielen Geld der Investoren? Volksverarsche nennt man das glaube ich.

      @ Aline:
      Ja da gebe ich dir auch Recht. Warum für ein mehr als mittelmäßiges Design 28 € ausgeben? Es gibt X tausende Shirts da draußen, die cooler UND günstiger sind. Dann doch lieber hier http://www.designgive.com

    4. Das Stichwort ist, dass die Sache aufgesetzt “wirkt”. Tatsache ist nämlich, dass wir eine Schweinearbeit reinstecken, um an wirklich nachhaltig produzierte Ware zu kommen. Wir wissen von niemandem, der das auch macht.

      Wir sind uns darüber im Klaren, dass unsere Außenkommunikation auf Krücken geht. Authentizität ist halt eben so eine Konstruktion wie ein Markenimage und da gibt es offensichtlich mehr Fettnäpfchen als begehbare Pfade.

    5. Das ihr niemanden kennt heißt ja nicht das es niemanden außer euch gibt. Ich glaub euch schon das ihr da Arbeit investiert.

      Allerdings hast du dir mit dem zweiten Absatz gerade echt ins Knie geschossen. Authenzität konstruiert man nicht. Entweder man ist authentisch oder man ist es nicht. Und das merken die Leute einfach.

      Du hast wohl gerade bewiesen das ihr es nicht seid. Peinlich…

    6. Ich will auf keinen Fall persönlich werden oder ähnliches, aber diesen Punkt halte ich für äußerst interessant, das ist gewissermaßen genau mein Steckenpferd.

      Authentizität entsteht meiner Ansicht nach durch ein kommunikatorisches Wechselspiel, die Wissenschaft bezeichnet es als Diskurs. Es hängt von einer sozio-historischen Perspektive ab, was wann und wo als authentisch interpretiert wird. Authentizität an sich, als kantisches Gebilde sozusagen würde ich bestreiten. Ich weiß, man gerät nun sehr schnell in das Fahrwasser einer konstruktivistischen Grundsatzdebatte, davon will freilich an dieser Stelle mehr als Abstand nehmen. Tatsache ist wohl, dass Taten die Wirklichkeit eines Menschen etablieren und ich halte unsere Shirts für handfest genug, unsere Internetpräsens besteht hingegen nur aus bits und bytes.
      Komm vorbei und lern uns kennen, wir sind echt genug und uns selbst überhaupt nicht peinlich.

    7. Bei Threadless kann ich mindestens genauso individuelle (und relativ seltene) T-Shirts für $10-15 kaufen. Wie kann es sein, dass ich für weniger Geld mehr Shirts von Übersee bekomme? Und zum Thema “social”, Threadless sind, soweit ich weiß, auch “sweatshop free” und die Qualität ist gut. Eure 30€ sind noch ok (oder ich sag mal “normal”), wobei mir die Designs von Threadless besser gefallen (aber das ist ja Geschmackssache). 50€ für ein Shirt sind dann aber doch eine Zumutung (und mir ist dann egal, welcher Name dahintersteckt, ich kaufe schließlich nur das Shirt).

      Grundsätzlich finde ich die Idee von “social fashion” sehr gut, auch wenn sie nichts neues ist und gerne auch ohne Anglizismen vermittelt werden könnte.

      Die Authentizität, die hier diskutiert wird, finde ich eigentlich auch nicht mehr wichtig, solange das Geld auch wirklich gespendet wird. Die hätten auch ein Label gründen können, das gar nicht spendet, und Leute würden dann höchstwahrscheinlich weniger meckern (seltsam, oder?).

      Mir persönlich fehlt es halt wie meinen Vorrednern an Designs, die kaufenswert sind. Aber das lässt sich ja ändern, also weiter so!

    8. gute idee, nur der service ist mies.
      ich hab direkt nach dem bericht als test mal was bestellt.
      bis heute habe ich nicht mal eine bestellbestätigungsmail.
      für den net promoter score ist sowas fatal. ich kann es nicht empfehlen, sogern ich möchte.

    9. Hallo Thomas, ich hoffe du hast das Problem auch an armedangels weiter gegeben, auch wenn Philipp das hier sicherlich liest.

    10. mmh, an sich möchte ich nicht nachfragen müssen, wenn ich einem inet-shop ich geld gebe (cc), damit er mir waren schickt. habs aber nachgeholt. schauen wir mal.

    11. Hallo Thomas,

      so was ist natürlich ärgerlich, schick mir einfach eine Mail mit deinen Daten, damit wir wissen worum es geht, falls du es nicht schon getan hast.

      Gruß,
      Philipp

    12. Tach auch!
      Erstmal Glückwunsch zu Eurer Idee. Die 250.000 Euronen von der Wirtschaftswoche werden euch ja jetzt wohl richtig pushen. Wenigstens wird dann mal was sinnvolles unterstützt.

      Mit der Behauptung, dass sich niemand anderes Arbeit damit macht wirklich ethische Klamotten zu bekommen lehnst Du Dich aber sehr arg aus dem Fenster. Solltet Ihr wirklich niemanden kennen, vermute ich mal, dass Ihr nicht besonders viel recherchiert habt.
      Wir selbst importieren auch Bio-Baumwoll-Shirts von einer Worker-owned-Cooperative aus Nicaragua und haben jede Menge andere Hersteller in unserem Shop, die genau das gleiche machen wie Ihr.
      Das soll kein Bashing sein, aber aus meiner Warte ist dein Kommentar ziemlich ignorant.

      Vertreibt Ihr die Sachen eigentlich nur auf eurer Plattform, oder auch an Wiederverkäufer?

    13. Hallo Sascha,

      vielleicht können wir uns mal unterhalten, ein gepflegter Austausch unter gleich Gesinnten kann meiner Ansicht nach nie schaden.

      Die stattliche Summe von 250.000Euro steht uns leider nur in Sachleistungen der Sponsoren zur Verfügung, das muss man also relativ betrachten.

      Tut mir leid, dass ich euch nicht erwähnt hab, normalerweise versuchen wir einen möglichst guten Überblick über den Markt zu haben. Viele andere Anbieter, die in der gleichen Sparte tätig sind, drucken ja lediglich auf American Apparel, was bestimmt nicht schlecht ist, aber es geht halt noch mehr, wie offensichtlich bei euch.

      Es gibt jedenfalls nicht viele in Deutschland und ich fände es auch nicht schlecht die wenigen mal auf die eine oder andere Weise zusammenzuführen.

      Eure Zusammenarbeit mit Worker-owned Kooperativen finde ich sehr gut. Das Prinzip ist absolut überzeugend und ich hätte gerne mal gründliche Informationen darüber, ob und wie gut es in der Praxis funktioniert.

      Derzeit gibt es uns nur über unsere Plattform, aber dabei soll es nicht unbedingt bleiben.

      Also herzlichen Gruß und entschuldige meine Ignoranz, ich wollte mit Sicherheit niemanden unterbuttern oder behaupten, wir seien die einzigen Guten.

    14. Wie es weiterging: Die Ware ist da und gefällt.
      Anregung: Druck auf dehnbaren Materialien überdenken!

    15. Das ist gut und freut. Du sprichst in der Tat ein schwieriges Thema, wird mit Sicherheit dran gearbeitet.

      herzliche Grüße

    16. Ich hab mich mal im Shop umgesehen und bin eigentlich begeistert. Aber tragen kann ich die Stücke leider nicht, weil ich dafür zu dick bin. Wird es denn eventuell auch Teile einer Kollektion in BigSize geben? In Deutschland war doch irgendwie jedes dritte Kind zu dick (oder wars jedes fünfte? k.A.), aber leider reagiert die Modeindustrie nicht auf diesen Trend (wenns auch ein schlechter Trend ist.)

      Ja klar nehme ich ab, aber eben mal nicht 20 Kilo bis übermorgen.

    17. Hallo Markus,

      im Sinne der Barrierefreiheit müssten wir da wirklich was tun. Im Moment versuchen wir mit unseren Produktionen verkaufstechnisch möglichst auf der sicheren Seite zu bleiben, das muss ich offen zugeben. Da kann ich also echt nichts versprechen. Klar habe ich die Anregung weitergegeben, aber du weißt ja wie das mit Anregungen so ist, der eine will so, der andere so. Man müsste eine Petition eingeben mit möglichst vielen Stimmen. Das wäre auch noch gute Werbung für uns ;-)

      Gruß,
      Philipp

    18. Hey,

      mir gefällt euer Stil echt super und auch dieses social dings ist echt knorke! Was mir aber gar nicht behagt ist, dass eure Klamotten für Mädels nur bis Größe 42 gehen! Selbst bei Aldi gehen die Klamotten bis 46 und das ist meines Wissens in Deutschland Norm!!! Warum nur für die Männer XL? Und warum nicht auch mal Stellung beziehen und den Magerwahn NICHT unterstützen, indem man zwar Größe 34 anbietet???
      Das wär mal was…

    19. Das ist alles sehr nett und schön, allerdings verstehe ich nicht wie ihr darauf kommt dass eure “Außenkommunikation auf Krücken geht”…ihr seid in Funk und Fernsehen vertreten und habt nicht unbekannte Unternehmen angeheuert, also wenn einer intensive Außenkommunikation betreibt dann ihr…und sorry, bei der “Mithilfe” ist es wohl wirklich eine eher konstruierte und “berechnete” Authentizität. Ein weiteres Indiz für eure unbestritten gute Außenkommunikation ist die Tatsache dass ihr mit einer keineswegs neuen Sache für so viel Aufsehen sorgt, Wahnsinn! Man ist zwar selbst immer am meisten von seinem Baby überzeugt und das ist auch gut so;-) – aber hier nur mal ein kleines Beispiel von nicht vielen aber einigen… http://www.glore.de …sind schon ein paar andere marken, oder? die 250.000€ finde ich krass, auch wenn ich keine details kenne (mit welcher begründung?), aber lieber 10 x 25.000 für ebenfalls ambitionierte und ehrenwerte youngster.

      dennoch weiter so und viel erfolg

      David

    20. Pingback: armedangels, jetzt irgendwie alles ganz anders - StyleSpion

    21. so NEU, ist das nicht wie es hier gekocht wird! wen man sich im Ausland umschaut z.B nach Japan/Tokyo, gibt es mindestens 10 FIrmen, die das gleiche Konzept fahren! Man wird aber auch locker in England fündig! von Spaniern ganz zu schweigen!
      Gute PR (Beziehungen)sage ich da nur!
      PS1: Färben ist nie unweltfreundlich!
      PS2: In der SupplyChain gibt es sicher ein Glied, welches alles andere als sozial und unweltfreundlich ist!
      PS3: Die Designs sind auch fast alles stinkig

      ERGO dont believe everything! its all about money