Bloggen ist das neue Bloggen, oder?

Bloggen ist das neue Bloggen, oder?

Der November bringt es mit sich, dass hier und da Gedanken etwas länger durchgedacht werden, als sonst üblich. Glück hat, wer noch ein Blog besitzt, weil er dort seine Gedanken auch über 140 Zeichen hinaus im Internet teilen kann.

Ich hatte Ende des letzten Jahres fest damit gerechnet, dass in 2009 eine frische Generation Blogs kommen würde, die, weil sie die alten Hasen lange genug beobachtet haben, das Feld von hinten aufrollen würden.

Ich sollte mich täuschen. Blogs stehen Ende 2009, ja wo eigentlich? Ich habe keine Ahnung.

Hier stand ein ellenlanger Text, der am Ende vor allem eines war: wirr. Und deshalb habe ich mich dazu entschlossen, ihn in die Tonne zu treten, um euch das Wort zu überlassen.
Wie haben sich Blogs in eurer Wahrnehmung verändert? Habt ihr selbst ein Blog in 2009 gestartet, oder vielleicht aufgehört zu bloggen? Warum? Was wünscht ihr euch für 2010? Seid ihr zufrieden?

Nachtrag

Marius hat auf Maingold einen guten Teil dessen ausformuliert, was ich heute morgen nicht hinbekommen habe. Durchaus lesenswert.

98 Kommentare (closed)

  1. Ich selber habe meinen Blog im Jahre 2009 ziemlich schleifen lassen. Anfangs noch voller Tatendrang und Vorsetzen, was ich alles besser mache, wurde es im Laufe der Zeit eher ein lästiges “OhmeinGott-Ich-muss-was-bloggen-sonst-gehen-mir-die-Leser-flöten”. Was ich persönlich ziemlich schade fand. In der Zeit habe ich mir ziemlich viele Gedanken darüber gemacht, was einen Blog so attraktiv macht, ihn wirklich lesen zu wollen. Zum einen liegt es auch am Design. Ich selber habe wohl in diesem Jahr alleine 3 mal das Theme gewechselt. Bin mit dem jetzigen jetzt ENDLICH mal komplett zufrieden. Bastele jedoch noch immer ein wenig dran rum, aber das ist ja nicht das Ding.

    Ich würde mir für 2010 wünschen, das sich Twitter nicht zu sehr durchsetzt in der Bloggerszene & das die Blogs ihren Charme nicht verlieren. Denn ich für meinen Teil, bin gerne Blogleser!

  2. twitter, habe es noch nie gemocht.
    Ein Blog bietet viel mehr Freiheit!

    USE IT OR LOSE IT

  3. Ich habe zumindest wieder ernsthafter und auf einer richtigen eigenen Seite gebloggt. Hatte mir knapp zwei Jahre eine Auszeit genommen, dann auf Blogspot gefühlt, ob es für mich persönlich noch mal Sinn macht und mich dann im April für die Antwort “Ja” entschieden. War sicher kein Fehler, habe nette Leute kennengelernt und auch ein bisschen was dadurch erlebt. Abseits vom Computer.

    Und ich habe mich selbst wieder intensiver mit Blogs, privaten Seiten wie Themenblogs, beschäftigt. Irgendwie war ich jahrelang nur in Foren unterwegs, wenn überhaupt. Ob sich nun 2009 Blogs groß geändert haben gegenüber 2008 kann ich nicht sagen. Gegenüber 2006 und früher sind sie auf jeden Fall spannender geworden, da die Kommentarkultur deutlich angestiegen ist, was ich nett finde.

  4. 2009 war denk ich für meinen Blog schon schwierig. Viele Neuaufsetzungen gab es und eigentlich war ich immer unzufrieden mit ihn. Ich würde halt gerne den Sprung zwischen Fotografie, Privaten Blog und ein bisschen einen auf Magazin machen schaffen, jedoch irgendwie klappt das nicht so ganz!

    Allgemein betrachtet finde ich dass 2009 leider viele unzählige unwichtige Modeblogs (hauptsächlich bei Blogspot) hervorgebracht hat, viele Blogger eher auf die Magazinschiene gesprungen sind und das allgemein anscheinend eine gewisse Aufbruchsstimmung über den Blogs liegt :)

  5. Ich bin mit meinem Blog (es ist ein “der”) im Oktober 2009 ans Netz gegangen. Nachdem ich mich erstmal mühsam einlesen musste, wie das so alles in der Blogwelt funktioniert, fühle ich mich jetzt angekommen. Leider habe ich noch nicht die richtige Linie gefunden, über was ich blogge. Aber ich denke das wird sich mit der Zeit geben.
    Besonders positiv aufgefallen ist mir, dass die Vernetzung mit anderen Bloggern via Twitter sehr schnell ging und ich auch schon ein paar Retweets erhalten habe.

    Einen Vergleich zu früher kann ich leider nicht ziehen. Ich habe mich in der Vergangenheit nur mit der Theme-Erstellung auseinandergesetzt, jedoch nicht mit dem Bloggen selbst.

    Twitter nutze ich, um für besondere Artikel zu werben und zum privaten Austausch mit anderen Bloggern.

  6. Es stimmt: 2009 hätte das Jahr der neuen Blogs werden können. Meine Vermutung (und sicherlich nicht meine allein) war ja, dass durch Twitter und Co. allerlei Blogs der Kategorie “hiereinsupercoolerlinkbitteklicken” einfach verschwinden und so wieder Platz ist für jene Blogs, die wieder mehr “Inhalt” bieten.

    Weit gefehlt. Denn Bloggen ist eben nicht mal eben gemacht – und der Zeitaufwand schreckt bestimmt viele Leute ab.

    Persönlich muss ich allerdings sagen, dass 2009 zumindest für FakeGuru ein tolles Jahr war. Den Blog gibt es zwar erst seit knapp einem halben Jahr, doch das war schon sehr erfolgreich: Vor allem was die wachsende Leserschaft und meinen persönlichen Erkenntnisgewinn angeht ;)

  7. Nach einer längeren Blogpause mangels Zeit und der allgemeinen Diskussion, ob Twitter das Bloggen verringert habe ich letztes wieder mal 2 Artikel geschrieben deren Resonanz nicht so niedrig ausgefallen ist wie erwartet. Die Leser springen also nicht gleich in Massen ab. vielleicht liegt es aber auch daran, dass man sich gerade in der Blog-Rezension durch Blog-Aktivität (also schreiben) aus der Masse hervortun kann, da es ja nach wie vor Leute gibt, die gerne Blogs lesen. Die Nachfrage ist also noch da und vielleicht wird das Medium Blog durch die natürliche Auslese einer Rezension ja erwachsener.

    Mich hat meine neu erwachte Blog-Motivation wieder davon überzeugt weiter zu machen und jetzt auch endlich mal Tweetbacks anstatt Trackbacks anzuzeigen, denn ein Retweet von heute wäre gestern noch ein Trackback gewesen.

    Vielleicht hat ein Blogbeitrag auch manchmal wirklich nicht mehr verdient als ein Tweetback und wir Blogger waren überbezahlt, wenn man Trackbacks als Währung ansieht. Man muss auch nicht immer alles in seinem Blog wiederkäuen, sondern ein kleiner Weitererzählen über Twitter reicht. Dann müssen wir auch nicht mehr aus den Massen des wiedergekäuten im RSS-Reader aussortieren. Und wenn wir bei Trackbacks als Lohn unserer Blog-Arbeit bleiben, überlegt man es sich heute schon 2 mal, ob das denn nun wirklich einen Beitrag wert ist.

    Somit hoffe ich also, dass Einzigartigkeit und Relevanz in Blogs steigen und inhaltsleeres Kopieren und
    Wiederkäuen (oder auch spamen) mangels Nutzen mehr und mehr eingestellt wird.

    Ich habe kaum neuen Blogs in den Reader mit aufgenommen aber viele flüchtige Blog-Bekanntschaften über Twitter gemacht. Die einen seh ich nie wieder, andere wiederum, da interessant, immer häufiger. So ist das Leben, warum sollte es für Blogs anders sein.

  8. Ich habe meinen Blog dieses Jahr gestartet,aber habe seit ein paar Monaten keine Zeit um neue Artikel zu schreiben.Ich wollte mich in meinem Blog um die Welt “kümmern” ich hatte angefangen über Dinge zu schreiben, die die Welt verändern, Menschen und Projekte etc. die dass Zeug dazu hatten.Dann gab es aber Probleme mit den Browsern, die meine Seite nicht richtig anzeigen konnten und zum schluss wurde ich von Spam überrannt. Tja nächstes Jahr werde ich hoffentlich die Zeit dazu haben mehr zu tun,vor allem aber auch die Programmierung zu änder wegen der Browser… Und dann werde ich hoffentlich mal ein paar treue Leser bekommen.

  9. Nach längeren Überlegungen habe ich nun im Jahre 2009 meinen Blog gestartet. Genauer gesagt vor ca. 2 Monaten.

    Im Grunde aber nicht aus der Motivation heraus “das Feld von hinten aufzuräumen” :-) sondern eher deshalb, weil ich so eine Plattform entstehen lasse, auf der ich Fragen, die mir immer wieder gestellt werden, auch gleich für andere beantworten kann.

    Außerdem interessiere ich mich selbst für die Thematik über die ich Blogge und würde mich grundsätzlich auch als Netzaffin bezeichnen.

    Ich denke die meisten werden tatsächlich vom Zeitaufwand oder von technischen Barrieren abgeschreckt. Diejenigen, die es dann trotzdem wagen, geben bestimmt auch schnell wieder auf, wenn sich nicht schnell eine entsprechende Leserschaft aufbaut.

  10. Sollen wir jetzt deinen Job machen, Kai? Mich würde ja deine Meinung interessieren, aber scheint für dich ja zu viel Arbeit zu sein. Schade.

  11. In der Sache aus der Sache … ich habe keine Erwartungen und bin mit der Entwicklung von kopfbunt.de total zufrieden. Auch »Klassiker« wie stylespion.de / amypink.com / uarrr.org uvw. sind für mich in der Qualität nicht gefallen, sondern gesund gewachsen. Es hören euch viele Leute zu und es beiteiligen sich Leser … für mich ein Geschenk und es macht mir ne Menge Spaß!

    Fazit: Blogs sind nicht tot – sie können aber auch nicht »zaubern« – sie sind einfach da und gehören für mich dazu – als ein Teil des »Ganzen«. Für mich ein Geschenk – für jemand anderen ein Wort, dass man irgendwo mal gehört hat … im Internets oder so …

    … just my 1,99

  12. Ich hab auch oft aufgehört und Wiede angefangen. Im Prinzip blooge ich seit 2005 und möchte es nicht missen. An twitter, posterous und so stört mich einfach der mangelnde indentifikationsfaktor. Alles sieht gleich aus, alles der selbe brei.

    Daher hoffe ich das blogst noch lange bestehen bleiben.

    Generell sollte man das thema aber nicht so ernst nehmen..

  13. Hätt ich nicht gebloggt, hätt ich weder Dich noch Malte und den Rest der Bloggergäng kennen gelernt. Das wär so schade!
    Ich freue mich Euch zu lesen und von Euch gelesen zu werden. Das ist besser als Zeitung, Mail, Wellendingens & Co.
    Ich krieg durchs bloggen mehr als ich gebe… und die Rechnung geht für mich auf!

  14. Also ich habe ja schon geschrieben, was ich dazu denke, Link oben im Beitrag.

    Das Hauptproblem bei dieser Diskussion, wenn sie angestoßen wird, von Leuten die einen Blog führen, der vielleicht relativ bekannt ist, ist, dass andere das direkt als gejammer hinstellen.

    Ich jammerte nicht, dass ich zu wenig Besucher habe, oder zu wenig Menschen auf mich verlinken. Was von mir kritisiert wurde, ist der Zusammenhalt. Und der Vergleich zu der Fashionbloggerinnen-Szene ist halt ein ganz guter, weil der dort besteht. (Natürlich mit Ausnahmen.)

    Oder so.

  15. @Marcel Yep, haben wir ja letzte Woche noch drüber gequatscht. Eigentlich hatte ich auch darübger geschrieben, aber das hätte niemand verstanden, und es wäre wieder als gejammere aufgenommen worden :)

    @Alle: Danke für das Feedback. Mich würde aber auch interessieren, wie sich eure Wahrnehmung außerhalb des eigenen Reviers verändert.

  16. Bei mir war 2009 ein gutes Jahr. Ich blogge über die Yacht-und Segelszene, was definitiv eine kleine Nische ist. Seit Mitte des Jahres haben mich die Unternehmen der Branche auf dem Sender und ich werde verstärkt zu Test & Probesegeln eingeladen, das war bist dato den Printmedien vorbehalten. Wenn sich jetzt noch ein Ausrüster findet der mir meine Segelklamotten schenkt, dann hat sich Yachtblick auf jeden Fall gelohnt =)
    Das alle anderen ein bisschen Jammern, es bei mir aber läuft, schiebe ich darauf, dass meine Zielgruppe nicht zwangsläufig webaffin ist (anders als bei einem Tech-Blogger). Für meine Leser haben Webblogs noch den Reiz des Neuen =)

  17. Die lange oder die kurze Variante? Also kurz…
    Eigentlich mag ich Blog’s sehr und lese auch viel in der Gegend herum. Allerdings wird es immer schwieriger die “Spreu vom Weizen” zu trennen. Viele möchten “endlich” Kohle damit verdienen und vergraulen vielleicht ihre Leser damit. Twitter ist keine Alternative und wird weiterhin seine eigene Anhänger haben.

    Seit einiger Zeit blogge ich, aus gegebenen Anlass selber, aber eigentlich ist eher eine Art Tagebuch schreiben und es wird wahrscheinlich auch nicht so viele Leute interessieren.
    Das wichtigste ist aber, es gibt mir etwas und es macht mir Spaß.

    Dass sollte auch weiterhin, immer die Grunddevise beim bloggen bleiben.

  18. Außerhalb würde ich sagen, dass es mehr Blogs gibt :D aber dass die Blogs die echt super sind sich auch weiter verbesser haben. Ich würde auch sagen, dass es inzwischen viel mehr kontakt unter den Bloggern gibt, auch außerhalb des Internets. Nur was auch grade ich als Schüler merke, ist, dass sich wenige in meinem Alter für Blogs interessieren und dass finde ich schade. Ich muss auch sagen, wenn ich nicht durch zufall auf Kai und seinen Stylespion oder auf den Stilpiraten gekommen wäre, die mir so freundlich auf meine Fragen geantwortet hätten, dann hätte ich wohl nie gebloggt …

  19. Ich hab auch dieses Jahr einen neuen Blog gestartet, im April glaub ich. Was mich am meisten wundert ist, dass ich bis heute durchgehalten hab, obwohl die Zugriffszahlen bis vor Kurzem echt lausig waren und ich diesen Monat beispielsweise schon wieder gerade mal einen einzigen Kommentar bekommen hab (Trackbacks mal nicht mitgezählt) ;)

  20. Ich hab vor 3 Wochen das Bloggen nach einer über 2jährigen Pause wieder aufgenommen. Mir geht es also ähnlich wie Martin weiter oben.

    Ich habe meinen alten Blogger-Blog nun auf meinen eigene Domain übertragen und alle Links, die ich in den 2 Jahren Auszeit auf Facebook um mich geschmissen hab, integriert.

    Ich hatte damals aufgehört, da es zuviel Zeit kostete und ich keine klare Linie hatte.

    Die habe ich nun immer noch nicht richtig. Aber mit dem Aufkommen von Mesoblogs (tumblr) und Mikroblogs (twitter) ist es nun allgemein akzeptierter wenn man auch mal was postet ohne direkt nen Essay zu schreiben.

    Insofern hab ich indirekt nun doch eine Linie:
    Bisschen hiervon, Bisschen davon. Alles mit Substanz, alles inspirierend.

  21. ich bin übers blog lesen zu twitter gekommen und von dort aus zu meinem eigenem Blog weil mir 140 Zeichen zu wenig waren. hab meinen blog seit august und muss erst ins bloggen reinkommen.. aber das wird schon.
    ich finde twitter sollte nur ein zusatz zu den blogs werden nicht ein ersatz.. aber bei den bloggern die ich lese ist das auch eher so und so betreibe ich es selber auch.

  22. Ha! So einen Text hatte ich gedanklich auch schon vorformuliert, aber da ich das letzte Jahr über nichts anderes geschrieben habe, als über das Sterben von Blogs, habe ich es lieber gelassen.

    Was in der Tat so ist: Bloggen ist und wird auch nie wieder so sein, wie vor 1 bis 2 Jahren, da, wo ich mit meinem Blog noch in der oberen Hälfte der DBC war. Und warum? Spontanität findet auf Twitter statt. Nicht nur von mir, sondern von vielen ehemaligen Bloggern. Verlinkt wird auch nur noch dort. Da braucht man sich nur Rivva ansehen. Mehr Retweets als Reaktionen. Dadurch hat irgendiwe auch der Zusammenhalt unter den Bloggern gelitten.

    Meine Prognose für 2010: Frischer Wind in Blogs? – Fehlanzeige.

  23. Also ich bin auch seit ein paar Monaten mit meinem (Zweit)blog am Start, was aber inzwischen schon fast zu ner Solonummer geworden ist.
    Mit Fotoblogs macht man sich ja nicht grad in ner Nische breit und ich bin mir auch noch nicht so ganz klar drüber, ob ich präsentieren oder informieren will.

    Letztendlich freue ich mich darüber, wenn ein paar Leute mitlesen und hin- und wieder mal kommentieren. Aber auch hier gilt natürlich “The more the merrier”. Nen kleinen Hang zur Selbstdarstellung haben doch alle Blogger oder?

    Ich wünsche mir für 2010 etwas mehr “Networking”, weil ich es schön finde, wenn auch andere Blogger das anerkennen, was man tut (falls es denn Anerkennung verdient) und auch darauf hinweisen. Ich wünsche mir außerdem auch von den “alten Hasen” genausoviel Engagement und tolle Artikel wie bisher, denn auch ich verlinke und verbreite gern Zeug! :)

    Joah, damit wär ich eigentlich im großen und ganzen zufrieden!

  24. Blogs schreiben das auf, was Leitmedien aus den verschiedensten Gründen nicht können, wollen, sollen oder dürfen. Bloggen ist Demokratie und Anarchie zugleich (Autsch!) Ich blogge und lese weiter mit Leidenschaft, das was Leiden schafft; das was bewegt, was wachrüttelt, aufschreckt und aneckt. (Und ab und zu auch das, was stylish is’…;)

    So lange wie’s noch geht… jedenfalls.

    …danach les’ ich dann nur noch “die Presse”, gucke Mario Barth und Taff; lasse mich gedankenpolizeilich erfassen und lerne noch mehr Koalitionsvertrags-Neusprech. So für die Nerven, mal.

    Die Wahrnehmung außerhalb des Reviers? -> Es wird kommerzieller, pinkigier und entspricht seltener als früher meinem Anspruch des “freigeistigen Gonzo-Journalismus”.

    Macht aber nix, solange es Blogs wie das Nachtwächter-Blog, das arnarscho-Blog, das todamax-blog, das nexuslex-blog, etc (soll ich noch weitere aufzählen?) gibt; die sich alle in “meinen Revier” befinden. Was echt gut so ist; sonst würde ich bekloppt, bei dem ganzen Schein-Heillig-Verkorksten-Journalisus powered by Springer&Co.

    So. Du wolltest es ja so ;)

  25. Ich bin und bleibe ein Fan von Blogs. Als Leser und Schreiber, weil man sich dort einfach viel tiefgründiger ausdrücken kann. Allerdings bedarf es weiterhin einer ganzen Reihe Selbstdisziplin, dass das dann auch was wird. Im Dezember 2008 habe ich ein zweites Blog aufgemacht, dass ich in den letzten Monaten immer weiter gefüllt habe und es fühlt sich gut an. Eine dritte Idee steht in den Startlöchern.

    Für mich bleiben Blogs weiter ein wichtiger Bestandteil im Internet. Twitter ergänzt oder dient wunderbar, um einfach mal ein paar Linktipps in die Welt zu werfen oder kurzes Feedback einzuholen.

    Einige Blogs sind 2009 eingegangen, aber mit Freude habe ich gesehen, dass im fußballerischen Bereich einige neue Blogger (teils ehemalige Kommentatoren) hinzu gekommen sind, die sich sein Monaten erfrischend entwickeln.

    Verwirrend wird es, wenn einzelne der besten Blogs mit einmal “ihren Dienst quittieren” oder das Blog langsam sterben lassen.

    2010 wird die Blogosphäre wohl weiter ausdünnen, weil viele User zu schreibfaul sind und sich (in einer hektischen Zeit) dann lieber bei Twitter oder Facebook mitteilen wollen. Was aber zuzunehmen scheint, ist dass anerkannte Journalisten mittlerweile ihre Blogs aufmachen und dort eine Meinung vertreten, die “im gedruckten Heft” keinen Platz findet. Eine gewisse Kommerzialisierung hält an und wird 2010 enorm zunehmen.

  26. Pingback: Die üblichen Verdächtigen | Jeriko

  27. Also für mich ist 2009 bis jetzt durchwachsen, kurze Zeit stand ich kurz davor Hasencore komplett dicht zu machen weil ich nichts mehr zu schreiben hatte, alle Wut war verflogen und selbst wenn da welche war, war ich zu faul diese niederzuschreiben. Jetzt zum Ende des Jahres zieht es wieder an. Einen neuen Autor, ein neues Theme und tausende neue Ideen was ich damit anfangen könnte. Hasencore ist nicht mehr nur ein ich (was interessiert Thilo) sondern ein Gemeintschaftswerk.

    Ansonsten, deutsche Bloggerlandschaft? Hmm nunja, die üblichen sind halt im Feedreader drinne, ein paar neue wie b+ oder lashout sind dazu gekommen aber auch nicht viele. Fashionblogs habe ich persönlich ignoriert soweit es geht, da mich nicht interessiert welcher Designer irgendwo mal wieder viel zu teure Schuhe oder sonst was rausbringen wird.

    Zukunft?: Es wird ein großer Mischmasch werden, Große Blogs werden Magazine, kleine Private Blogs bleiben Blogs. Ich weiß es nicht, ausser “Es hät noch immer jotjejange”

  28. Ich sehe da schon eine neue Generation von Blogs, wenn man das so nennen mag. Testspiel, Feingut, electru (und auch der Blickwerfer wird da ankomme), haben sicher das Bloggen nicht revolutioniert, machen aber alles undogmatisch und aus der viel zitierten “Hüfte heraus”.

    Die Inhalte ähneln sich zwar häufig, was aber egal ist, dass auch das zum Bloggen dazu gehört.

    Interessant finde ich, dass sich zumindest in meiner Wahrnehmung, die leidliche Qualitätsdebatte um Blogs gelegt hat. War es vor Jahren noch verpönt bis verachtet täglich keine ellenlangen rhetorisch hochgedrehten Texte zu schreiben, ist das heute ganz normal. Auch diese Blogs haben allerhand Leser und müssen sich für ihre Inhalte nirgends mehr diskreditieren lassen. Ich erinnere mich an Zeiten in denen Nerdcore-Renè regelmäßig solche Debatten ausfechten musste und das auch leidenschaftlich tat. Auch davon profitieren heute einige Neu-Blogger, glaube ich. Außerdem, und das macht sie mir besonders sympahtisch, scheren sie sic nur wenig um das Geseier der alten Männer, und hauen in ihre Eingabefelder alles, was ihnen Spass macht. Eine schöne Entwicklung, wie ich finde.

    Dennoch hat twitter einen ziemlich hohen Einfluss auf die hiesige Bloglandschaft, was ich mitunter auch etwas schade finde, denn viele gerade der älteren Blogger, schreiben immer weniger und twittern dafür mehr. Für persönliche Authentizitäten, die ich in manchen Texten immer mochte, bleibt auf 140 Zeichen kein Platz mehr. Aber so ist dann nun mal und irgendwie kann man auch gut mit umgehen.

    Ich mache einfach so weiter wie bisher, auch wenn mir erstaunlicherweise mittlerweile die Motivation fehlt, was ich vor 2-3 Jahren nicht gedacht hätte. Ich habe mehr Leser als je zuvor, manchmal so viele, dass ich mich selber frage, was die Leute mit diesem Quatsch machen, den sie da kriegen. Aber offensichtlich muss das ja wohl für irgendwas gut sein.

    Allerdings sehe ich eines auch ganz deutlich: irgendwann geht es nicht mehr vorwärts. Ich werde mich bei mir kaum noch entwickeln können. Die Leute setzen auf eine bestimmte Art von Inhalten, die sie bei mir kriegen. Das war`s. Das damit experimentieren habe ich mir abgewöhnt, was ich mitunter bedauere, weil man sich den Bedürfnissen der Leser unterwirft. Ich habe immer gesagt, bei mir gibt es keine Werbung – jetzt ist es mitunter so, dass es schon fast schmerzt Anfragen diesbezüglich abzulehnen. Deshalb werde ich im nächsten Jahr ein weiteres Blog betreiben. Mit 4-5 Autoren und einem strikt thematischen vorgegebenen Rahmen. Mal gucken, was dann passiert. Vielleicht kickt das wieder etwas mehr, als es bei mir momentan der Fall ist.

  29. Ich wollte eigentlich bei Marcel auf seinen Blog kommentieren, jedoch, da er auch hier dazu was geschrieben hat, lasse ich mein Kommentar mal hier stehen :)

    Es geht mal über Fashionblogs: Leider Gottes kann ich diesen Hype nicht verstehen – was ist so toll daran wenn sich über dutzend Mädels verkrüppelt hinstellen, Fotos von sich machen und dann ein paar Photoshopactions drüber hauen? Auflisten in welchen allerwelts Läden sie waren und wie viel Geld sie pro Monat hinauswerfen für irgendwelche Fetzen Stoff.

    Ich hab leider noch keinen Modeblog gefunden oder Fashionblog wie auch immer, der sich in meinen Augen ernsthaft damit beschäftigt. Sich mal Gedanken darüber macht woher die Kleider von H&M kommen (Meine Mutter kriegt immer nen Anfall, wenn ich mal bei H&M was gefunden hab) oder aus was für Rohstoffen die Kleider sind, ect pipapo…

  30. Ich habe dieses Jahr im Januar angefangen zu bloggen, stehe aber eigentlich so ziemlich allein da. Mit dem verlinken läuft es halt eher weniger gut, die Besucherzahlen sind seit 6 Monaten so gut wie unverändert und ansonsten läuft es auch nicht gut.
    Mir ist aufgefallen, das Blogs hier nicht unbedingt funktionieren.

  31. habe vor kurzem erst meinen eigenen kleinen blog gestartet. erstens um etwas herum zu experimentieren, zweitens weil ich selber sehr gerne blogs lese und mich gerne beteiligen wollte.
    natürlich kann ich jetzt zu beginn noch nicht mit unglaublich viel inhalt glänzen, da ich einen kaltstart hingelegt habe, aber dennoch bereitet es mir viel vergnügen den krempel der mich bewegt und den ich gut finde in die welt hinauszu schicken.
    weiter so, alles wird gut.

  32. Meinen Blog gibt es seit Mitte Oktober. Frühere Artikel sind importiert aus einem Familien/Freunde/Inspirations-Blog, was zugegebenermaßen keine gute Mischung war. Deswegen mache ich alles eigentlich nur aufgrund der Möglichkeit Inspiration/Information zu sammeln und weiterzugeben und der Kritik des entsprechenden Zielpublikums auszuliefern. Was auch nicht so richtig funktioniert. Ich bemängele eine gewisse Oberflächlichkeit: es ist alles toll und diese ausschließlich positive Bewertung ist in ihrer Quantität proportional zur Sympathie oder des Erfolgs jenes Autors. Oder zu Werbezwecken des eigenen Blogs. Wie dieser Beitrag hier.

  33. Ich würde sagen, dass ich meinen Blog dieses Jahr ganz schön weitergebracht habe (ohne mich oder meinen Blog nun selbst zu loben).

    Auch in diesem Jahr haben einige Blogs Schicht im Schacht gemacht. Und dann gerade solche, die wirklich richtig gut waren.

    Und die Blogs, die es gibt? Naja..die brüten meist leider ihr eigenes Ding. Ich fände es viel besser, wenn Blogger auch untereinander mehr zusammenarbeiten würden.

  34. Nachdem ich im Oktober 2007 aus Lust und Laune mal WordPress installiert hatte und kaum Content hinzufügte, habe ich nach einem kurzen Hoch im September 2008 erst im Januar 2009 angefangen “richtig” zu bloggen.
    2009 verbinde ich persönlich also wie kaum ein anderes Jahr mit dem bloggen an sich.

    Als Neuling in der “Szene” fiel es mir zunächst mal schwer überhaupt meine eigene Linie zu finden – dies zeigt auch mein anfänglicher Hang zum “Ich schreibe über alles Mögliche”-Blog.

    Natürlich schaut man immer wieder mal über den eigenen Tellerrand und versucht zu adaptieren, was andere richtig machen, aber genau dort fängt die Schwierigkeit an: Während der eine Hui schreit, schreit der andere Pfui. Soll heißen: Jeder muss seine eigene Linie finden. Es gibt kein richtig oder falsch.

    Ich persönlich freue mich über jeden einzelnen Leser sowie jeden einzelnen Link bzw Track-/Tweetback. Denn wahrgenommen zu werden ist doch immernoch das schönste in der Blogosphäre! Wollte ich nur für mich schreiben, könnte ich ja auch ein gutes altes analoges Tagebuch führen.

    Die Blogosphäre nehme ich zunehmend verkrampfter wahr. Nachdem es die ersten auch kommerziell erfolgreichen Blogs gab, wollten andere einfach nur möglichst schnell auf diesen Zug mit aufspringen und es wurden die großen Konzeptfragen gestellt (siehe die Dotcom-Blase). Wahrscheinlich begründet sich auch darin die hier zuvor schon zitierte mangelnde Spontanität. Anstatt frei von der Leber weg zu schreiben (was einige Blogs einst so “groß” gemacht hatte) wurde viel zu oft über Optimierung und Konzepte nachgedacht – daher ist das eigentliche Bloggen vielleicht etwas in den Hintergrund geraten.

    Das Twitter da auch seinen Anteil dran hat, mag ich nicht abstreiten. Ich selbst empfinde Twitter aber gar nicht so sehr als Bloggingdienst, sondern eher als eine Twittersphäre die unter anderem auf die Blogosphäre reagiert. Das Twitter die Blogs jemals ablösen wird kann ich mir nicht vorstellen. Das eine ergänzt das andere in einer sehr komfortablen Art und Weise.

    Für das Jahr 2010 würde ich mir wünschen, dass die Blogs sich wieder auf die Tugend der Vernetzung berufen und das die Linkrezession ein Ende findet. Nur zusammen ist die Blogosphäre stark. Klingt populistisch, ist aber so!

  35. Als “ausländischer” Blogger weiß ich nicht wie repräsentativ meine Meinung für euch DE-Blogger ist, aber hier sind meine 5 Cent: Für “Guck-mal-wie-cool”-Kram nutze ich definitiv Twitter, Facebook etc. Was aber auch dazu geführt hat das kurze Posts mit 2 Sätzen und eingebundenem YouTube-Video fast komplett aus unserem uraltem (2005) Gruppenblog verschwunden sind. Stattdessen sind längere, ordentlich recherchierte Beiträge und Interviews an der Tagesordnung. Also weniger drauf-los-schreiben.

    Aber in einer Zeit, in der “etablierte” Medien gerade erst beginnen Blogs ernst zu nehmen (siehe “…und alle so”), finde ich es gerade in einem Social Media-Entwicklungsland wie Deutschland sehr gefährlich davon zu sprechen das Blogs “tod” oder nicht mehr relevant sind. Denn interessanter Content sollte schon mit mehr als 140 Zeichen auskommen.

    @Kai: von dir würde ich mir auch noch mal einen längeren Text wünschen. Hat mir immer gefallen wenn du dir Luft gemacht hast ;-)

  36. Ich habe 2009 mein Blog gestartet (http://bymusmus.wordpress.com), eigentlich im Zusammenhang mit meiner DaWanda-Online-Boutique. Ich habe aber den Gedanken, meine Produkte und deren Entstehungsprozess zu dokumentieren, schon beim ersten Eintrag verworfen und beziehe mich auf alle meine Interessen quer durchs Beet… Ich hätte mich zu eingeengt gefühlt, wenn ich mich auf ein Thema festgelegt hätte. Twitter benutze ich eigentlich nur als Plattform, um meine Freunde auf neue Blogeinträge aufmerksam zu machen, ansonsten ist mir diese Einschränkung auf 140 Zeichen irgendwie zuwieder.

    Grüße,
    Marion

  37. ne kleine Ergänzung (joa, ich bin derselbe Michael von weiter oben)…

    was mich auch nochmal motiviert hat wieder durchzustarten, ist die Tatsache ins Ausland ausgezogen zu sein.

    Die deutsche Internetwelt ist wie die reale: alles wird sehr sehr ernst genommen und muss perfekt sein. Alles schön recherchiert und schön lang ausformuliert.
    Sieht man auch an den Comments hier ;)

    Ich fühl mich nun freier einfach zu machen wonach mir ist. Und dazu gehört eben auch mal einfach nen coolen link oder ein nettes Vid zu embedden.

  38. Ich blogge seit 2008 und habe für mich und mein Thema (Nebenbei Englisch lernen) mit einem Blog ein perfektes Medium gefunden, das andere Angebote Dritter ergänzt bzw. durch wiederum andere Angebote wie Twitter “abgerundet” wird. Ich persönlich bin mit der Entwicklung meines Blogs absolut zufrieden. Allgemein würde ich mir wünschen, dass es mehr monothematische Blogs gäbe, die ein bestimmtes Thema “beackern”. Insbesondere im Bereich “Wissen und Lernen” gibt es m.E. nach noch ein riesiges Potential für Blogs, die bestimmte Themen auf kurzweilige und dennoch fundierte Art und Weise vermitteln.

  39. Ich selbst habe Blogs so richtig erst Anfang 2009 für mich entdeckt. Vorher habe ich mich dafür eigentlich nicht wirklich interessiert. Geändert hat sich das ganze dann, als ich ein Tutorial für digitales Zeichnen gesucht habe und auf den Blog von Marcel (Uarr.org) gestoßen bin. Kurz darauf folgten Nerdcore, Amy&Pink, Stylespion, etc.

    Was mir in letzter Zeit aufgefallen ist, ist, dass vielfach darüber nachgedacht wurde, ob eventuell was am Konzept bzw. an der “Blogführung” geändert werden sollte. Also quasi über das eigene Blog-”Dasein” philosophiert wurde.

    Ich selbst hatte auch beschlossen, einen Blog ins Leben zu rufen (kotogoto.de). Allerdings war das ganze Unterfangen sehr unstrukturiert und somit mehr oder weniger zum Scheitern verurteilt. Nach längerem Überlegen und Einarbeiten in den WordPress Codex und CSS entstand dann ein neuer Blog mit anderer Domain und immerhin so etwas ähnlichem wie einem Konzept: http://create-and-design.de

    Vielleicht interessieren dich meine Inhalte irgendwann auch mal ;D

  40. Ich sehe Twitter & Co. nicht als Konkurrenz für klassische Blogs. Ich habe mein Blog hauptsächlich dazu, interessante Dinge zu veröffentlichen – Testberichte, Erfahrungsberichte, Anleitungen, Fotos, Gedanken. Dinge, die man auch schon früher auf einer eigenen Website veröffentlicht hat. Blogs sind nur die moderne Form der persönlichen Websites.
    Und das meiste darauf braucht mehr als 140 Zeichen. Ein Umschwung auf Twitter käme für mich nicht in Frage, wenn ich keine Zeit hätte, würde ich eben weniger bloggen.
    Twitter ist nur eine Ergänzung, kein Ersatz.

  41. Twitter ist für Leute, die nicht viel zu sagen haben. Ein Blog ist was für Leute, die nicht nur was zu sagen haben, sondern dieses im optimalen Falle sogar können.

  42. Ich persönlich habe dieses Jahr aus meiner homepage zuerst einen wordpress.com blog gemacht und seit Oktober eine eigene Domain. Es ging also 2009 erst richtig los. Wobei es immer noch schwierig ist Freunden zu erklären warum ich jetzt einen Blog habe und nicht mehr die von vielen gelesene alte Website…

    Außerdem habe ich viele tolle neue Blogs entdeckt und andere wieder im Internetnirvana zurück gelassen. Es gibt also einen regen Austausch an gelesenen. (z.b. Stylespion statt netzpolitik – das wurde mir zu wirr)

  43. Ich blogge auf allen meinen 5 Blogs weniger oder gleich viel. dafür geht mehr Zeit für Twitter, Tumblr etc. drauf. Letztere sind sooo einfach, da gewinnt oft die Faulheit. Das dauert ja Jahre überhaupt WordPress hochzufahren im Vergleich ;-)

  44. Meine Bilanz für 2009, was die Reichweite meines Blogs angeht: Die Leser, die wirklich interessiert sind, abonnieren den RSS-Feed. Dank Feedburner weiß ich, dass es sie gibt. Denn kommentiert wird kaum. Über Google kommen weiterhin fast nur Leute mit Gaga-Suchanfragen oder Bildersauger – kann man komplett vergessen. Per Twitter landen im Blog Retweeter auf Nahrungssuche mit einer Verweildauer im Nanosekundenbereich. Facebook hat sich dagegen als gute Weise (RSS Graffiti!) herausgestellt, mein Texten über die üblichen Verkehrswege hinaus bekannt zu machen. Ach ja: Verlinkt wird großteils nur von sehr “kleinen” Blogs, die “großen” sind auch nachlässig, was das Veröffentlichen von Trackbacks betrifft.

  45. Im Februar 2009 hab ich mein “Zehnjähriges” im Digital Diary gefeiert – damit hab ich ’99 angefangen, als es noch nicht “bloggen” hieß.

    Ich kann gar nicht anders als über all das schreiben, was mich so bewegt – egal, ob das grade viele machen oder nicht. Meist schreibe ich im Digital Diary, Netzthemen auch mal im Webwriting-Magazin.de – daneben gibts noch das Berlin-Blog Modersohn-magazin.de, Lustgespinst.de und das-wilde-gartenblog.de. Das jüngste ist das Gartenblog, das im Oktober 2006 startete, als ich unverhofft zu einem Garten gekommen war.

    Seit einem guten Jahr twittere ich auch (HumanVoice). Darüber bekomme ich Infos über Themen, die mich interessieren und mache auch meine Blogartikel bekannt. Ein guter Teil der Leser kommt schon über Twitter – und für die WebLeser zeige ich die Tweets auf dem Diary an, so gibts da immer einen aktuellen Inhalt.

    Denn ich schreibe grundsätzlich nicht, wenn ich keine Lust dazu habe (das mache ich nur per Honorarjob) – und auch nie über etwas, was mich nicht interessiert (ok, im Berlinblog gibts auch mal Veranstaltungsmeldungen etc. so als Service…)

    Dass viele nicht wissen, was sie bloggen sollen, verstehe ich nicht wirklich. Für mich ist das sonnnenklar: das, was ich wichtig und spannend finde und das, was ich von der Welt will, sind meine Themen. Wenn das ein Beziehungsthema ist, schreibe ich darüber, ist es Netzpolitik (Leistungsschutzrecht droht!), Philosophisches, Tagespolitik oder Schweinegrippe, schreib ich DARÜBER. Und wenn ich nicht weiß, sobald ich im Gartenblog frage.

    Bloggen ist toll – wie man OHNE auskommen kann, kann ich mir nicht mehr vorstellen! (Twitter ist wahrlich kein Ersatz, ich will ja meine Sicht der Dinge mitteilen, nicht nur kurze Infos über Gedanken anderer verbreiten)

    Für die Vernetzung hab ich immer Freitags die “7 WWMAG-Surftipps zum Wochenende” eingeführt (WWMAG) – womit ich ein wenig gegen die Verlinkungsfaulheit anstinken will.

    Weil ich gerne längere Artikel produziere, sorge ich dafür, dass man die auch gut ausdrucken kann. Das ist eigentlich das einzig NEUE aus dem Jahr 2009 – mal abgesehen von den Inhalten.

    Ich freu mich auf die nächsten 10 Jahre bloggen und hoffe, es bleiben noch genug Andere dabei! :-)

  46. @ Kai: Das habe ich ungenau ausgedrückt. Ich meinte, ich selbst werde von den Kleinen verlinkt. Und das ist nicht so traurig, denn die Themen, die ich anbiete, habe ich mir schließlich selbst ausgesucht. Und die interessieren, zumindest im deutschen Sprachraum, eher andere Nischenbewohner.

  47. Um es mal mit den Worten von Frank Schirrmacher (FAZ-Herausgeber) zu sagen: “Nur wenige haben erkannt, dass es wichtiger ist, Hypothesen, Faustregeln und Denkweisen zu lehren und zu lernen, als statistisch abfragbare Fakten.”

    Genau so etwas ermöglicht meiner Meinung nach vor allem das Bloggen. Auf Twitter geht es bestenfalls um Live-Gespräche mit anderen, schlechtestenfalls um das “Um sich werfen” von Links & Textschnipseln.

    Ich schreibe vor allem für mich – weil das schriftliche Nachdenken im Blog mir hilft meine Gedanken zu strukturieren und nichts zu vergessen. Für die deutsche Blogosphäre wünsche ich mir mehr Blogger, die ein Blog nicht mit einem Produkt verwechseln und ihren eigenen Schreib-Nachdenk-Stil entwickeln und täglich einen Artikel “frei Schnauze” raushauen.

    Kurz zum Thema Vernetzung: Am besten funktioniert der vernetze Dialog mit Gleichgesinnten. Ich frage mich immer, warum gerade neue Blogger sich nicht – wie beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit – von Zitat zu Zitat hangeln und dann die hunderten von Quellen im eigenen Themengebiet zu eigenen Artikel verwursten und so wahnsinnig schnell ein Netzwerk an Kontakten und damit auch Lesern aufbauen?!

  48. Pingback: Links vom 23. November 2009 | Testspiel.de

  49. Nach der ganzen Eigenwerbung hier (:P) trau ich mich als Nichtbloggerin fast gar nicht zu schreiben.
    Twitter wird das Bloggen definitiv nicht ablösen, aber dennoch nicht verschwinden. Ich beispielsweise habe sämtliche Blogautoren, von Blogs, die mich interessieren auf twitter, so sehe ich immer schön übersichtlich, wenn es neue Beiträge in den Blogs gibt. Das ewige Blog-durchschauen nach neuen Artikeln ist doch viel zu langwierig.
    Blogs haben sich meiner Meinung nach nicht sonderlich geändert. Gute Blogs sind gut geblieben, und viele neue gute sind auch aufgetaucht.
    Für 2010 wünsch ich mir mehr gute Blogs.