Blood Red Shoes & The Black Box Revelation – Köln, Gebäude9

Blood Red Shoes

Es sollte also ein Abend der Duos, besser zweier Duos, werden. Da hätten wir die aufregenden, aber nicht aufgeregten Blood Red Shoes, denen man mit einem (tatsächlich unpassenden) Whites Stripes-Vergleich keinen Gefallen tut, und die beiden Belgier von The Black Box Revelation, die gerade noch am Anfang des Hypes um ihre Band stehen.

The Black Box Revelation

The Black Box Revelation

Als The Black Box Revelation kurz nach neun die Bühne des zur Hälfte gefüllten Gebäudes betreten, herrscht vornehme Zurückhaltung im Publikum. Die ersten Schläge aufs Schlagzeug machen klar, was Sache ist: sauberes Handwerk, großes Songwriting und maximal mögliche Bühnenpräsenz. Die Band beschreibt ihren Sound selbst mit “Live the duo is a runaway train that combines the best ingredients of idols like Led Zeppelin, The Datsuns, The Rolling Stones, Black Rebel Motorcycle Club and The Stooges.” und hat damit vollkommen Recht. Bonuspunkte gibt’s von meiner Seite für das irre Schlagzeugspiel, und den Richard-Ashcroft-vor-10-Jahren-Lookalike-Contest-Gewinner an Mikrofon und Gesang. Da kommt noch viel mehr – demnächst im großen Club, und als Hauptact.

Blood Red Shoes

Blood Red Shoes

Man sollte meinen, dass der Abbau eines Schlagzeuges recht zügig vonstatten geht. Nope. 45 Minuten dauert es, bis die Blood Red Shoes auf die Bühne gehen. Und die flinken Stagehands hatten ganze Arbeit geleistet: Die Gitarre spuckt keinen einzigen Ton aus… Naja, dann eben nochmal schnell den Verstärker aus dem Stand-By Modus befreien (!) und los geht’s. Laura-Mary sieht in den nächsten 3-4 Songs erstmal so richtig angepisst aus, Steven macht den Klassenclown: Witze reissen, bisserl Alkohol und so. Dazwischen spielen sie ihre Songs gut, aber ohne Überraschungen. Nach den ersten Songs wirkt die Dame etwas fröhlicher, immerhin ist der Laden mittlerweile gut gefüllt – ganz im Gegenteil zu ihrem letzten Besuch hier. Überraschungen gibt’s aber trotzdem keine. Alles passt, die Haare sitzen, der Kabelträger (!) macht einen Superjob, denn das Kabel ist wirklich immer Eins A aufgewickelt. Nach 55 Minuten inkl zwei Zugaben ist das Set vorbei. Das war gar nicht so schlecht.

Sieger nach Punkten waren ganz klar The Black Box Revelation. Sieger nach Optik? Naja, ihr wisst schon…

Weitere Fotos auf flickr: The Black Box Revelation und Blood Red Shoes

Nachschlag: Ist es nicht geil, wie unterschiedlich man Konzerte wahrnimmt? Ich zitiere aus meinzuhausemeinblog: “Allerdings waren “Black Box Revelation” sehr belanglos. Die beiden Belgier waren sehr bluesig, sehr laut … und sehr langweilig. Die einzige Aufregung kam auf, als das Kabel des Gitarristen ausgetauscht werden mußte.” Irre.

11 Kommentare (closed)

  1. Schade dass Du die großartigen Konzerte nie vorher ankündigst :(

    Vielleicht kannst Du ja einen “großartige Konzerte Newsletter” initiieren ;)

    Viele Grüße und weiter so!

  2. Hallo Jan, naja, manchmal kündige ich sie auch an, nur weiß man ja vorher nicht, ob es großartig wird… Bei last.fm kannst du aber auch so in etwa sehen, welche Konzerte ich besuchen werde/möchte.

  3. Du hast mich ertappt! :-)
    Je bluesiger der Rock für mich wird, desto weniger aufregend finde ich ihn. Daher konnte ich mit Black Box Revelation wenig anfangen.

    Großartige Fotos und ein sehr lesenswerter Bericht!

    Christoph (der die Belgier langweilig und belanglos fand)

  4. @Christoph: Ich finde das cool. Wir können ja in einem Jahr nochmal schauen, wo The Black Box Revelation stehen.

  5. Schlagzeug aufbauen soll schnell gehen? Wer meint das denn? Das dauert, v.a. wenn man von Grund auf alles neu aufstellen muss. Richtige Abstände, Höhen. Das gibt’s viel zu tun.

    Ich hab da als Drummer Erfahrung :P

  6. Ups :P Des kommt davon, wenn man so schnell alles überliest :P Das dauert natürlich nicht sooo lange, aber auch lange genug!^^

  7. wuhh, durch deinen lastfm link gerade drauf gekommen, dass DCFC nach köln kommen! wahnsinn!!! :) :) :)

  8. Pingback: Kurz notiert: Internet, The Black Box Revelation und Eagles Of Death Metal - StyleSpion