Buchvorstellung: “Street Art. Legenden zur Straße”

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Ich versuche erst gar nicht, den Klappentext des Buches “Street Art. Legenden zur Straße” in eigene Worte zu fassen, denn der Text erklärt gut, worum es hier geht:

„Street Art. Legenden zur Straße“ versucht durch eine Kooperation zwischen aktiven Street Artists und beobachtenden WissenschaftlerInnen, erstmals beide Sichtweisen miteinander zu verschränken. Während KünstlerInnen ihre Erfahrungen und Geschichten von der Straße in Form von literarischen und grafischen Beiträgen verarbeiten, machen ForscherInnen aus verschiedenen Disziplinen in Form von Essays dieses popkulturelle Phänomen vor seinem gesellschaftlichen, politischen, historischen und kulturellen Kontext für Außenstehende verständlich. Die Publikation bietet damit „Legenden zur Straße“ im doppelten Sinne: zum einen als erzählerische „Legenden“ vom Arbeiten der Street Artists auf der Straße und zum anderen als erklärende „Legenden“ zum besseren Verständnis dieser illegalen Eingriffe in die urbane Ästhetik.”

Und eben genau bei den Wörtern “Kontext für Außenstehende” möchte ich einsteigen. Ich habe im Prinzip keine Ahnung von Street Art. Klar kenne ich Banksys Arbeiten, habe schon von Shepard Fairey gelesen und seine Werke bestaunt, aber ich kann wenig bis gar nichts zu den Hintergründen sagen. Ich betrachte diese Kunstform von außen, fotografiere sie hin und wieder und freue mich darüber.
Nun liegt seit einigen Tagen dieses Buch neben mir. Ein Buch, das über 226 Seiten mit eben jenem Unwissen aufräumen kann, ein Buch das vor Texten über und Fotografien von Street Art fast platzt.
Man kann sich ausmalen, dass ein Titel wie dieser in Berlin entstanden ist, und in Deutschland wahrscheinlich auch nur da entstehen konnte.


Den beiden Herausgebern Katrin Klitzke und Christian Schmidt ist für mein Verständnis mit “Street Art. Legenden zur Straße” ein Buch gelungen, das vor Herzblut trieft und damit sowohl die Szene als auch uns Außenstehende unterhält. Gäbe es hier ein Bewertungssystem, würde ich dem Titel elf von zehn Punkten geben.

“Street Art. Legenden zur Straße” ist soeben erschienen, und kann entweder direkt über jugendkulturen.de (leider umständlich zu navigieren) bestellt, oder im Buchhandel gekauft werden.

Auszüge aus dem Buch könnt ihr euch vorab hier ansehen:
Inhaltsverzeichnis (PDF, 408 KB)
Christian Schmidt: Zeichen der Zeit (PDF, 1,9 MB)
Clara Völkers: Street, Art, Hype (PDF, 444KB)

13 Kommentare (closed)

  1. Interessant. Mir persönlich aber zu teuer.


    Fehler:
    “Man kann sich ausmalen, dass ein Titel WIEDER dieser in Berlin entstanden ist, und in Deutschland wahrscheinlich auch nur da entstehen konnte.”

  2. @Philipp Danke für den Hinweis. Den Preis halte ich für absolut fair, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um einen kleinen Verlag handelt, der sicher nicht in sechsstelliger Auflage hat drucken lassen.

  3. das problem ist nur, das das buch eh nur leute kaufen werden, die was mit streetart und graffiti anfangen können. und jemand der damit gar nichts anfangen kann und das ganze als “schmiererei” abtut wird sich auch (leider) nicht von seiner meinung abbringen lassen.. hatte ich leider schon zu oft diese diskussion

  4. @Anton, die Leute sind aber auch nicht Zielgruppe. Wer in Street Art nur Schmiererei sieht, in Metal nur Lärm hört, oder in der Politik nur Deppen findet, wird im Allgemeinen kein Interesse dafür aufbringen.

  5. Deinen Ausführungen über Streetart nach geht es dir ähnlich wie mir: Ich habe keine wirkliche Ahnung davon, schaue es mir aber sehr gern an, fotografiere Stücke, die mir sehr gefallen und genieße einfach, was ich mal salopp als Kunst in der Öffentlichkeit abtue. Der Charakter von Streetart, etwas verbotenes, rebellisches, unkommerzielles zu sein, reizt mich jedoch immer wieder und ich habe schon seit langem Ideen für eigene “Werke” im Kopf. Jedoch scheue ich mich noch davor, etwas davon auch umzusetzen, da ich mich mit den eigentlichen Hintergründen von Street-Artists noch nie auseinandergesetzt habe. Danke dir vielmals für den Buchtipp. Ich habe es direkt mal bestellt und hoffe, es liefert mir die richtigen Einblicke in das wie, warum und überhaupt von Streetart.

  6. entlich die “zweite” Ausgabe der Serie nach bekleben verboten ein weiterer hit und den archiv der jugendkulturen.

    was lange wärt wird endlich gut

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  8. danke für den tipp kai! wird sofort bestellt. in meiner street art buch sammlung fehlt mir ohnehin noch ein gutes buch aus deutschland. der preis ist absolut ok und ich würde auch mehr dafür zahlen. wenn man bedenkt was andere kunst bücher oft kosten..

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  10. Vielen Dank für die netten Worte, Kai! Da geht einem ja regelrecht das Herz auf und man weiß endlich, dass sich die gut drei Jahre Arbeit an dem Buch gelohnt haben…

    Beste Grüße von

    Christian

  11. Leider gut 3 Jahre zu spät!
    von evol und kowalski schon ewig
    nix mehr an einer wand gesehn!!
    und was macht der linda :P hängt am boxi rum ¿!

  12. der fokus liegt wohl aber auch wo anders…
    sicher besser als die andern bilderbücher
    aus berlin!!

    ich schau mal rein.

    schönes we

  13. streetart ist nichts als substanzloser kitsch, wenn er – wie es nun oft der fall ist – von der strasse in die galerien und gehypten messen (z.b. stroke01.com) kommt.
    da gibts keine inhalte ausser pure dekoration.
    und dann kann ich mir auch gleich nen sonnenuntergang aufhaengen. mal sehn, weilange der hype haelt.
    das problem ist, dass die kids, die es frueher endtight fanden zu spruehen oder was wohin zu kleben jetzt denken, sie waeren progressive kuenstler. das was da geboten wird, ist aber ausserhalb der strasse extrem konservativ, wenn man sich andere kunst ansieht. gaehn..!