In Berlin

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Angenehmen Flug gehabt. Insgesamt länger gebraucht als mit der Bahn. UMTS Stick nicht wieder gefunden. Sim-Card von iPhone bei Ankunft zerschossen. Gefreut, dass ich das HTC Magic zum Test dabei habe. Keine Telefonnummern meiner Freunde dabei. In zwei Tagen vier mal in der Bahn kontrolliert worden. Sonne, Sturm und Regen gehabt. Kurz mit Henrik gesprochen. Auf der Webinale gelangweilt. X Kilometer zu Fuß hingelegt. Viel Berliner Pilsener getrunken. Noch keinen Döner gegessen. Lecker Pizza bei Due Forni gegessen. Nur zwei Magazine bei “Do You Read Me?!” gekauft. Im Office von Soundcloud gewesen. Mit einem echten Seattler gesprochen. Englisch! Überhaupt mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen. Die Karl-Marx-Allee abgelaufen und für langweilig befunden. Im Office von Mister Wong gewesen. Einen Haufen schlechter Fotos geschossen. Stunden auf dem Balkon im 15. Stock verbracht. In Kreuzberg, Friedrichshain, Prenzlauer Berg und Mitte gewesen. Neukölln und Wedding noch immer nicht besucht. Eva vermisst. Sonst nichts vermisst. Noch keinen Lieblingskiez ausgemacht. Im Oberholz gesessen um Beitrag online zu stellen. Einladung zum Rundgang im Spreadshirt Office in Leipzig bekommen und angenommen. Gästelistenplätze für Elbow heute Abend bekommen und tierisch darüber gefreut. Mich gewundert, wie schnell die Zeit vergeht. Schonmal mit dem Packen angefangen. Mich auf Leipzig gefreut.

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Köln – Berlin – Leipzig – Köln

berlin

Ab Montag werde ich mal wieder in Berlin sein. Anlass dafür ist unter anderem die Webinale. Wie immer freue ich mich darauf, Freunde zu treffen und mit der Kamera in meiner Lieblingsstadt loszuziehen.

Diesesmal wird aber alles noch viel besser, denn erstens wird es diesesmal bestimmt nicht regnen (Zwangsoptimismus is my name) und zweitens werde ich mich am Freitag auf den Weg nach Leipizig machen, wo Eva dazu stößt. Freundlicherweise überlässt uns Tobi von Spreadshirt seine Bude für drei Tage, da die Stadt dank WGT total ausgebucht ist. Und weil das damals für Berlin schon so Klasse funktioniert hat, freue ich mich über eure Empfehlungen, welche Ecken (außer der Spinnerei) wir uns ansehen sollten, wo wir lecker Essen können, unbedingt einkaufen gehen sollten, und und und.

Ach übrigens

kai-mueller

Ich schreibe nun hin und wieder (wieder) auf kaimueller.org Texte, die hier nicht hin passen. Inhaltlich eher interessant für Leute, die sich mit den Geschehnissen im Netz, Online-Marketing, Webdesign etc beschäftigen. Neuester Beitrag: Warum das Internet nicht kostenlos ist.

Petition: Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten

Sollten bis zum 16.6.09 50 000 Mitzeichner gefunden werden, wird die Petition im Petitionsausschuss beraten. Bitte nehmt euch zwei Minuten Zeit und macht mit.

Petition: Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten

Text der Petition

Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die “Sperrlisten” weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.

Begründung

Das vornehmliche Ziel – Kinder zu schützen und sowohl ihren Mißbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornografie, zu verhindern stellen wir dabei absolut nicht in Frage – im Gegenteil, es ist in unser aller Interesse. Dass die im Vorhaben vorgesehenen Maßnahmen dafür denkbar ungeeignet sind, wurde an vielen Stellen offengelegt und von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen mehrfach bestätigt. Eine Sperrung von Internetseiten hat so gut wie keinen nachweisbaren Einfluß auf die körperliche und seelische Unversehrtheit mißbrauchter Kinder.

Mein Beitrag zum Thema von letzter Woche

Update

Heute ist der 08.05.09 und die Petition wurde inzwischen von über 50000 Menschen gezeichnet. Im Moment steht der Zähler auf rund 52000. Das bedeutet einerseits, dass man sowohl auch als “kleiner Mann” etwas erreichen kann, andererseits heißt es noch gar nichts. Es bleibt anzuwarten was in den nächsten Wochen passieren wird, ausruhen kommt jetzt nicht in Frage. Und es ist weniger erstaunlich, dass die etablierten Medien erst jetzt über die Petition berichten. Jens Scholz beschreibt das ganz gut:

“Die Artikel über die Petition, die Kritik und den Widerstand im Netz lesen sich – natürlich oft nur in der Onlineausgabe – momentan wie Berichte über seltsame Vorkommnisse in Mittelamerika. Da wird so vorsichtig höchst distanziert zitiert was “Kritiker meinen” oder worüber man “sich in Technikkreisen einig scheint”, daß man sich wünscht, so vorsichtig könnte mal berichtet werden, wenn wieder mal das Privatleben irgendeiner HIV positiven Castingband-Sängerin nachhaltig medial vernichtet wird.”

Ich verstehe so langsam die Diskussion, dass deutsche Blogs nicht politisch genug seien, und habe auch für mich entschieden, künftig mehr zu unterstützen. Lesson learned.

Ein Herz für Blogs – Eine Woche danach

ein-herz-fuer-blogs

Letzten Dienstag ging die Aktion “Ein Herz für Blogs” über die Bühne, und ich darf wohl behaupten, dass sie ein voller Erfolg war. Im Nachhinein ist es für mich noch immer schwer nachzuvollziehen, woher genau die Begeisterung und der Wille zum mitmachen kamen. Ich habe keine amtlichen Zahlen, aber es haben bis heute weit über 500 Blogs mitgemacht. Wenn jedes dieser Blogs auch nur 5 andere Blogs vorgestellt hat, müssten seit letzter Woche über 2500 Blogempfehlungen rausgegangen sein. Das ist irre, und ja, ich bin stolz darauf.

Es war interessant zuzusehen, wie die Welle immer wieder neue Kreise zog, immer wieder in andere Nischen schwappte und sich dort vervielfältigte.

Einige haben von der Aktion erst nach Dienstag mitbekommen und haben selbst gestern noch fleissig andere Blogs vorgestellt.

Es gab ganz richtige Anmerkungen, dass das ja keine neue Idee ist. Stimmt absolut. Ich kann mich trotzdem an keine Aktion in der deutschsprachigen Bloglandschaft erinnern, die so umfassend weitergetragen wurde. Es gab bisher auch den Blogday, der einmal jährlich stattfindet, aber eher englischsprachige Blogs anspricht. Und es gab noch eine interessante Überschneidung, wie ich per Mail erfahren habe: Kathrin hat in ihrem Blog nicht allzu lange vor dieser Aktion einen Blogbeitrag veröffentlicht, der diesem Gedanken sehr nahe kommt. Und wahrscheinlich gab es davor noch unzählige andere Geschichten.

Also, ich habe sicher nicht den Anspruch auf eine einzigartige Idee, worum es mir ging, war der Versuch, mal wieder ein wenig Bewusstsein dafür zu schaffen, dass man durchaus auch mal Blogs vorstellen kann, die gar nicht unbedingt exakt im Themengebiet des eigenen Blogs liegen. Außerdem freut sich eben jeder darüber, wenn er mal gelobt wird. Das konnte man in den Kommentaren bei allen nachlesen. Ja, es ging mir darum, mal wieder auch fröhliche Themen aufzunehmen. Bei all dem Mist, der gerade passiert, kann ein wenig Optimismus wohl kaum schaden.

Selbstverständlich gab es den Vorwurf, dass ich diese Aktion gemacht habe, um Backlinks für diese Seite zu sammeln (und somit in den Blogcharts weiter nach oben rutsche). Gemeinsam mit dem Hintergrund, dass ich drei Jahre für ein SEO Unternehmen gearbeitet habe, schon nachvollziehbar. Diesen Kritikern sage ich Danke für die Anerkennung, ihr wisst ja, wie ihr mich erreichen könnt. Im Ernst: wüsste ich, wieso und wann eine Aktion so gut funktioniert, glaubt ihr ernsthaft, ich würde mir täglich die Finger wundtippen, statt SEO Consulting für hohe vierstellige Beträge am Tag zu machen? Träumt weiter.

Wird es eine Fortsetzung geben?

Die Frage nach eine Fortsetzung kam sehr oft auf. Ich bin der Meinung, dass es eigentlich keiner Aktion bedarf, um andere Blogs vorzustellen. Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, und viele machen das ja auch. Andererseits, und das habe ich beispielsweise auch bei meinem Netzwerk-Dienstag gesehen, es hilft, wenn man hin und wieder erinnert wird.

Deshalb würde ich die Frage einfach mal weitergeben: Soll ich in ein paar Monaten eine Wiederholung anstreben, oder eher nicht?

Wenn ihr noch weitere Anregungen oder Fragen habt, ab in die Kommentare damit. Und zuletzt möchte ich mich nochmals bei allen für ihre Teilnahme bedanken.

Asics – What’s a left without a right?

asics

Der Gründer von Asics glaubt an den Gedanken, dass es immer zwei Hälften gibt. Körper und Geist, Links und Rechts, Marken und Blogs?

Ich wurde letzte Woche angefragt, ob ich Interesse hätte, an einem “interessanten Projekt” teilzunehmen. Hatte ich. Und deshalb kam am Freitag ein Paket bei mir an, wobei ich noch immer nicht weiß, warum es mit einem Spreeblick Aufkleber versehen ist, und auch von dort aus verschickt wurde, in dem ich das folgende Objekt vorfand.

Um es kurz zu machen: 10 Blogger in Europa haben jeweils so ein Paket erhalten. Darin ist ein unikates 3D Model. Jeweils nur einmal produziert. Weltweit. Hinter den Stäben befinden sich zwei Objekte, die sich auf die 80er beziehen. Um an sie zu gelangen, muss die Hülle zerbrochen werden. Here we go.

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In meinem Paket befindet sich ein Mobiles Telefon (sowas gab es tatsächlich in den 80ern, schaut euch mal das A-Team an…) und eine Hälfte eines Joysticks.

Da bei mir ein Anschreiben fehlte, habe ich etwas gegoogelt und die anderen Blogs gefunden, die ebenfalls ein Paket erhalten haben:

LimitedHype – stereo & game controller
HighSnobiety
– keyboard & Delorean
FrizziFrizzi – rubiks cube & watch
FormFiftyFive – cassette & image viewer
Mzee – keyboard & cellphone
Hypequest – stereo & delorean
Fubiz – cassette & midle bike?

In der übernächsten Woche werden die Teile wieder zusammengefügt. Sprich, die Hälfte meines Joysticks kommt zur anderen. That’s it. Und ich hatte mich noch gewundert, warum ich nicht nach meiner Schuhgröße gefragt wurde.

Asics - What\'s a left without a right?

Das große Kotzen

Ich bin wirklich kein politischer Mensch. Ich habe eine Meinung, klar, aber ich kann mich weder mit auch nur einer der regierenden Parteien unseres Landes identifizieren, noch kann ich argumentieren, wie peinlich mir das Auftreten dieser Damen und Herren ist. Es ist zum bloßen Fremdschämen.

Nun ist diese Seite kein Politblog, da ich schlicht und einfach nicht genügend Nerv habe, mich mit den haarsträubenden Äußerungen, den Gerichtsurteilen und Gesetzesänderungen der letzten Zeit, tiefgehend genug zu befassen.

Aber, wenn Frau von der Leyen (und der Name hat scheinbar wirklich nichts mit “Laie” zu tun – ich habe es nachgelesen ) mich und die anderen 20% der deutschen Internetnutzer die wissen, wie man eine Suchmaschine benutzt, in einem Radiointerview als “schwer Pädokriminell” bezeichnet, platzt mir der Kragen.

Jens Scholz hat einen sachlichen Artikel geschrieben, den ihr bitte lesen solltet und ihn, wie von Jens gewünscht, weiterverbreiten könnt.

Warum es um Zensur geht

Da reiben sich gerade so viele die Hände, daß man eigendlich ein beständiges Rauschen hören müsste. Die Idee, das Thema Kinderpornografie als Popanz vorzuschicken, um das nun geplante Internet-Zensursystem einzuführen war aber auch wirklich eine richtig gute. Hat das ja zuvor mit den Themen Terrorismus und Internet-Kriminalität nicht wirklich hingehauen, kann man hier spitzenmäßig mit dem Holzhammer wedeln und Kritiker einfachst diffamieren, indem man die eigentliche Kritik ignoriert und ihnen vorwirft, sie wollten die Verbreitung von Kinderpornografie schützen. Wie schnell schon der Vorwurf zum beruflichen und gesellschaftlichen Tod führen kann, zeigte man nur wenige Wochen zuvor ja schonmal anschaulich am Exempel Tauss (der übrigens natürlich nicht im Netz “erwischt” wurde, sondern über Handykontakte und DVDs per Post).
Aber ich schweife schon wieder – wie es durch die Wahl dieses Themas ja auch gewünscht ist – ab.
Denn das Problem, das die Kritiker haben, ist ja natürlich nicht, daß man den Zugang zu Kinderpornografie sperren will, sondern das Sperrinstrumentarium, das man dazu baut. Schaut man sich das an, merkt man schnell: Es geht nicht um Kinderpornos und wie man dagegen vorgeht. Ging es nie.
Es geht um die Installation eines generellen technischen Systems und die generelle Art und Weise, wie es betrieben wird: Es geht darum, daß eine waschechte, diesen Namen zu Recht tragende, Zensur ermöglicht wird. Auch wenn die zunächst gesperrten Websites tatsächlich nur Kinderpornografie beinhalten (was die Liste eigentlich extrem kurz halten müsste) wäre sowohl die Technik, die Verwaltung und sogar die Psychologie installiert, um sofort eine effektive Zensur betreiben zu können.

Technik

Die Provider sollen ihre Nameserver so umbauen, daß Webseiten, die das BKA aussucht und ihnen nennt, nicht erreichbar sind und dem Nutzer bei Aufruf stattdessen eine Sperrseite angezeigt wird. Gleichzeitig soll das BKA jederzeit abrufen könne, welche Nutzer auf Webseiten aus dieser Liste zugreifen wollten und stattdessen auf die Sperrseite geleitet wurden.
Ein normaler Internetnutzer, der seinen Nameserver nicht auf einen freien DNS-Server umstellt, sieht bestimmte Seiten nicht und erhält die Mitteilung, er wolle sich gerade Kinderpornografie ansehen. Ob das stimmt, weiß er nicht und nachprüfen darf er das auch nicht, da ja schon die Suche nach Kinderpornografie strafbar ist. Der Nutzer muss sich in diesem Moment weiterhin im Klaren sein, daß er gerade etwas getan hat, was das BKA als illegal ansieht und als Grund ansehen kann, gegen ihn vorzugehen.
Die allein schon technisch verursachten Risiken für jeden Internetnutzer sind immens, noch dazu, weil man damit auch noch eine perfide Beweisumkehr eingebaut hat: Sie müssen künftig ihre Unschuld beweisen, z.B. daß sie “versehentlich” die gesperrte Seite angesteuert haben. Viel Spaß beim Versuch, Richtern TinyUrls, iFrames, Rootkitangriffe, Hidden Scripting und so weiter zu erklären, wenn Sie überhaupt wissen, was das ist.
Die Lösung zunächst: Den Nameserver umstellen, um sich dieser Gefahr vollständig zu entziehen. Geht schnell und kann jeder.
Die Technik ist allerdings interessanterweise das kleinste Problem in dieser ganzen Geschichte. Es gibt Staaten, die in ihren Zensurbemühungen schon wesentlich weiter sind. Die Menschen dort können dennoch sowohl anonym als auch unzensiert das Internet benutzen. Das Internet ist von Nerds gebaut worden. Ein Staat kann da so viel fordern wie er will, er wird das Netz auf technischer Ebene never ever kontrollieren können.

Verwaltung

Hier liegen die springende Punkte, die das Ganze zum Zensurinstrument machen:
1. Die gesperrten Inhalte stehen auf einer Liste, die das BKA direkt und ohne Prüfungsinstanz erstellt und die die Provider möglichst ohne sie anzuschauen zu installieren haben. Es entscheidet kein Richter über den Inhalt, es überprüft keine unabhängige Institution über die Rechtmäßigkeit, es gibt keine Regelung, wie Adressen überhaupt wieder von der Liste gelöscht werden könnten. Die Polizei, die Verbrecher verfolgt, bestimmt, welcher Wunsch nach welcher Information ein Verbrechen ist. Vorab zu definieren, was ein Verbrechen ist und hinterher darüber zu entscheiden, ob ein Verbrechen begangen wurde ist aber nicht Aufgabe der Polizei.
2. Die Liste ist geheim. So lange diese Liste nicht in die Öffentlichkeit gerät kann alles drinstehen und nichts davon muss gerechtfertigt werden. Wer das in Frage stellt wird zum Verdächtigen. Wie Zensur in Reinform eben funktioniert.
3. Der Gesetzentwurf ist schwammig genug, daß das BKA im Prinzip alles in die Liste setzen kann. Da im Web jeder Inhalt nur einen Klick weiter vom letzten entfernt ist und das Gesetz möchte, daß auch “mittelbare” Seiten gesperrt werden können, kann somit de facto auch jede Seite gesperrt werden.
4. Das System soll die direkte Verfolgung von Zugriffen erlauben. es wird nicht nur gesperrt, sondern es kann auch nachgeschaut werden, wer sich die gesperrten Seiten ansehen will. Dies kann dann Anlass für verdeckte Überwachungen, Hausdurchsuchungen und andere existenzbedrohende Vorgänge sein.
Die Staatsanwälte dieses Landes üben ja seit einiger Zeit kräftig an der Vorverurteilungsfront, indem Sie inzwischen gerne mal Pressemitteilungen über eingeleitete Verfahren rausgeben und die Presse direkt zu möglichst spektakulär und öffentlichkeitswirksam inszenierten Verhaftungen mitnehmen (Zumwinkel, Tauss, Frau B.).

Psychologie

Womit wir schon beim gewünschten Effekt von Zensur sind: Die Einführung der Schere im Kopf. Die wirksame Selbstzensur, weil man nicht weiß, was eventuell passiert, wenn man zu laut und deutlich Kritik äußert. Die Geheimhaltung der Sperrliste und ihre völlige Unverbindlichkeit durch das Fehlen jeglicher Kontolle ist ein bewußt eingesetzes Instrument, um Verunsicherung zu erzeugen.
Ein anderes ist die Verknüpfung mit dem Thema Kinderpornografie, womit wir wieder am Beginn dieses Artikels wären. Man weiß ja inzwischen, daß auch nur der leiseste Ruch, man könnte eventuell irgendwas mit Kindesmissbrauch und Pädophilen zu tun haben, die Existenz vernichten kann, selbst wenn hinterher rauskommt, daß tatsächlich nichts an den Vorwürfen dran war. Wie nahezu generell nichts rauskommt. Das ist ein so extrem starkes und wirksames Druckmittel, was natürlich beispielsweise ein Herr Gorny sofort erkennt, weil sein Versuch, diese Schere im Kopf einzuführen (durch den Versuch, Filesharing als schreckliches Verbrechen zu diskriminieren), wirkungslos blieb und er sich nun an den besser funktionierenden Trigger dranhängt (indem er Urheberrechtsverletzung mit Kindesmissbrauch gleichsetzt).
Die Justizministerin gibt dann noch Tipps in die richtigen Richtungen, die natürlich prompt reagieren. Überhaupt, das mal ganz nebenbei, finde ich es immer wieder seltsam, daß Frau Zypries immer wieder als Warnerin vermittelt wird. Dabei war – so sagt sie zumindest – sie es, die den Gesetzentwurf gegenüber dem Vorabvertrag von Frau von der Leyen verschärfen ließ und dieser nun schon den Zugriff auf Stopp-Seiten verfolgen lassen will.

Um die Frage zu beantworten, warum und wann es in einer Gesellschaft überhaupt dazu kommen kann, daß ein Teil davon meint, einen solchen Eingriff vornehmen zu müssen und der andere Teil (zu dem ich u.a. mich zähle) darin ein so massives Unrecht sieht, das es zu bekämpfen gilt, kann man sich bitte den Artikel “Kampf der Kulturen” drüben bei netzpolitik.org durchlesen.

Bitte verweist auf den Original Artikel bei Jens Scholz, wenn ihr den Text an anderer Stelle veröffentlicht.

Alle mal herhören! Nicht.

Ach herrje, wenn das mal wieder die Problogger sehen. Da hat man kurzfristig etwas Aufmerksamkeit erlangt, und statt einen Hammerbeitrag nach dem anderen rauszuhauen: Stille. Tja, das Showbiz ist nicht einfach, ich muss mich gerade um anderen Kram kümmern, später vielleicht noch was, aber bis dahin, tja, keine Ahnung.

Doch! Der liebe Anders Wendin hat ne neue Platte namens “Real Control” (vorerst nur in Schweden) raus, und das ist das erste Video daraus:

Moneybrother – Born Under a Bad Sign

Via pimpettes

Und wenn der Manni so weiter macht, werden aus den Hochwasserhosen bald Shorts.

Über den Blickwinkel

blickwinkel

Es ist zum Haare raufen. Da betreibt man mit Herz und Seele eine Website, investiert eine Menge, denkt nach, macht, scheitert, gewinnt – das volle Programm. Mal läuft es gut, mal nicht so gut. Dann, es fällt einem da ein, wo man alleine ist: eine Idee! Warum nicht nochmal einen Versuch wagen, weniger Understatement, mehr auffordernd. Klare Ansagen kommen ja auch in der Regel schneller zum Ziel und so. Also, in 30 Minuten die Idee runtergetippt, eine Grafik erstellt, schnell zwei Leute über Skype nach ihrer Meinung gefragt, unterschiedliche Meinungen bekommen, trotzdem gemacht. Weil machen irgendwie geiler ist, als nicht machen.

Und dann: Boom! Es schlägt ein. Leute fühlen sich angesprochen, wollen mitmachen, und machen es auch. Aus einer von vielen kleinen Ideen wächst eine größere Sache. Ein Selbstläufer. Man freut sich. Man freut sich immer mehr, bleibt aber etwas ungläubig. Und so langsam passiert das, womit man natürlich schon kurz nach dem Start rechnen musste. Die Nörgler tauchen auf, unterstellen, schimpfen, sind dagegen. Klar, wo kommen wir denn hin, wenn wir nicht zumindest eine Vermutung hegen, dass da ein Masterplan hintersteckt?

Ich sags mal so: Drauf geschissen.

Nicht zuletzt durch das Fotografieren habe ich gelernt, dass der Blickwinkel den gewaltigsten Unterschied macht (s. oben).

Danke, dass sich so viele beteiligen. In der Hoffnung, dass etwas hängenbleibt.

Ein ♥ für Blogs – Ein Herz für Blogs

ein-herz-fuer-blogs

Seien wir doch mal ehrlich, die deutschsprachige Bloglandschaft steckt seit einiger Zeit in einer Depression. Im besten Falle wird zwar beobachtet, was die Nachbarn so machen, aber ein wirkliches miteinander findet meist nur in Ausnahmefällen statt. Die gute alte Blogroll ist aus den meisten Layouts verschwunden oder leidet an Altersschwäche. Wir kochen vor allem unser eigenes Süppchen.

Zeit sich Zeit zu nehmen, und den eigenen Lesern zu zeigen, welch tolle Blogs da draußen sind, den Horizont etwas zu erweitern, und miteinander zu kuscheln.

Und wenn ich schon von miteinander rede, warum nicht alle an einem Tag?

Mein Vorschlag

Am kommenden Dienstag, den 21.04, veröffentlichen alle, die darauf Lust haben, einen Beitrag mit dem Titel “Ein ♥ für Blogs” in dem sie ihre lesenswerten deutschsprachige Blogs vorstellen – das darf dann auch mal über den eigenen Blogtellerrand hinausgehen.

Im Idealfalle entdecken wir alle neue Perlen und sorgen dafür, dass man sich untereinander ein wenig vernetzt (ja, so wie früher!).

Damit die kleine Aktion nicht zu klein ausfällt, wäre es toll, wenn ihr sie bereits jetzt ankündigt, damit möglichst viele zumindest davon hören. Hierzu dürft ihr gerne die Grafik oben nutzen, oder ihr erstellt eure eigenen Banner, wie auch immer

Also nochmal zusammengefasst:
- Schnell auf die Aktion in euren Blogs hinweisen
- Am kommenden Dienstag einen Beitrag mit euren liebsten deutschsprachigen Blogs veröffentlichen
- Freuen

Feedback, Anregungen und Ergänzungen bitte wie immer in die Kommentare.

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