Die unfassbare Geschichte der Fotos von Vivian Maier

vivian maier

Der Fotograf John Maloof hat bei einer Versteigerung unfassbare 30000 – 40000 Negative plus etwa 1000 nicht entwickelte Rollen Film gekauft. Zu diesem Zeitpunkt wusste weder das Auktionshaus, noch der Käufer, von wem diese Fotos stammen. Erst bei der Durchsicht seiner Errungenschaft entdeckte John den Namen Vivian Maier. Anhand der Fotos konnten einige Rückschlüsse gezogen werden, beispielsweise, dass alle Fotos im Zeitraum ab etwa 1950 bis in die 1970er in Chicago aufgenommen wurden.

Johns Post bei flickr zeigt, dass er selbst noch ratlos ist, was nun mit diesem Fund geschehen soll. Er entschloss sich, ausgewählte Fotos auf einem Blog vorzustellen, und zusätzlich zu versuchen, Galerien, und Kulturämter anzusprechen, da diese Fotos auch für Chicago nicht unwichtig sein dürften.

Die Fotos selbst sind ohne Frage wahre Meisterwerke der Straßen-Fotografie. Was würde ich für die Gelegenheit geben, mit einer Kamera durch diese Zeit zu ziehen, als die Autos noch schön waren, die Straßen noch etwas leerer und die Fassaden der Läden noch mit Liebe zum Detail gestaltet wurden? Eine ganze Menge.

Es ist kaum vorstellbar, dass die Fotos von Vivian Maier ebenso hätten in einer Mülltonne landen können. Niemand hätte sie entdeckt, und sie wären für immer verschwunden.

Weitere Links zu Beiträgen über Vivian Maiers Fotos

lapuravida schrieb einen Artikel über die Fotos und macht sich Gedanken über all die anderen, vielleicht unentdeckten Fotografien, die irgendwo verloren gehen könnten.

Johns Diskussion bei flickr

Auch Kip Praslowicz macht sich Gedanken über den Fotografischen Nachlass nach dem Tod.

Vivian Maiers Fotos. Auf diesem Blog postet John weiterhin neue alte Fotos von Vivian.

25 Kommentare (closed)

  1. Unfassbar gut. Heutzutage macht man sich Gedanken darum, dass Sachen aus dem Netz nicht mehr verschwinden…irgendwie grotesk dieses Zusammenspiel.

  2. Die Fotos sind unglaublich gut und die Geschichte ist auch mehr als erstaunlich …

  3. Mann! Danke für die Links. Unfassbare Geschichte in der Tat und beeindruckende Bilder ebenfalls. Wahnsinns Fund.

  4. …von solch einem fundstück (auf einem flohmarkt oÄ) träume ich ja…

    :o)

    tolle geschichte!

  5. Pingback: Chaosmacherin

  6. Zitat: “Was würde ich für die Gelegenheit geben, mit einer Kamera durch diese Zeit zu ziehen, als die Autos noch schön waren, die Straßen noch etwas leerer und die Fassaden der Läden noch mit Liebe zum Detail gestaltet wurden?”

    In Ergänzung dazu: “…und nicht an jeder Ecke entweder ein Prügelknabe oder ein Rechtsanwalt steht.”

  7. Hammer Story, sehr guter Bericht. Überlege mir, auch darüber was zu schreiben. Die Fotos sind einmalig. Danke, Kai.

  8. hab vor ein paar wochen fotos von meinem uropa (fotograf) in einer truhe im keller meiner eltern gefunden. inklusive kamera und 3000 Bilder starker Sammlung.
    Sind ein paar Bilder dabei die Geschichtsbuchautoren begeistern könnten.
    Mit den obigen Fotos aber natürlich nicht zuz vergleichen.

  9. wow.
    wenn die frau noch leben würde, hätt ich sie bestimmt gern mal getroffen…

  10. Unglaublich, was für Momente sie festhalten konnte.
    Die Bilder sind so aussagekräftig, teilweise schon fast ironisch.
    Die Frau hatte auf jeden Fall für diese Zeit einen Sinn für Humor.
    Wirklich tolle Bilder sind das. Unfassbar.

  11. Das erinnert mich ein wenig an das Ende von “The Rock”, als Nicolas Cage den jahrelang als verschollen galtenden Mikrofilm aus der Kirche klaut.
    Stimmt schon, Bilder sind wichtige Zeitzeugen, egal in welcher Form.

    Reisetipp: Kuba. Schöne Autos gibt es dort immer noch zuhauf, und solange du die Touristenecken meidest hast du auch den ganzen Rest.

  12. Oh ja heut zu tage ist alles ein wenig anders….deswegen gibt es ja Fotos, dass man sich an die alten schönen Zeiten zurück erinnern kann:-)

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  16. Da bleibt einem glatt die Spucke weg. Kann mich nur anschließen. Unglaubliche Geschichte. Großartige Bilder. Eine echte Bereicherung.

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