Die Zeit

Die von mir sehr geschätze Zeit hat ebenfalls einen Artikel über den “Trend” der Wohnblogs geschrieben. Darin wird StyleSpion mehrfach erwähnt, vorab gab es dazu auch ein Interview per Mail. Nun sitze ich hier und frage mich ernsthaft, ob ich diese Interviews nicht besser einfach nicht mehr machen sollte, denn erstaunlicherweise werden bei den “Qualitätsmedien” immer Fakten verdreht. Bei der Zeit beispielsweise werden “nach eigener Aussage” aus 20.000 Lesern 200.000 Leser. Das ist ein Unterschied von 180.000 und somit recht viel. Dass meine Serie 15+1 Fragen von Todd Selby inspiriert sei, ist ebenfalls falsch. Theselby ging 2008 online, der erste Beitrag in der Kategorie mit Johannes bereits im September 2007. Kann man durchaus recherchieren.

Wie dem auch sei: glaubt nicht alles, was in der Zeitung steht.

Nachtrag

Es kommt noch besser. Denn, ich hatte mich bereits als etwas verwirrt eingestuft, dachte ich doch, ich hätte für den Tagesspiegel dieses Interview gemacht. Habe ich auch. Der Artikel der Autorin stammt aus dem Tagesspiegel, auf Zeit.de wurde er wohl nur zweitverwertet. Beim Tagesspiegel schreibt man einen ganzen Artikel über so Seiten im Internet, OHNE EINEN EINZIGEN LINK zu setzen. Das ist, ach egal. Die oben genannten Punkte sind natürlich auch beim Tagesspiegel falsch. Ich hätte große Lust, das schriftliche Interview mit allen Fragen und meinen Antworten online zu stellen.

21 Kommentare (closed)

  1. Die Zahl in den FAQ stammt aus dem Januar und bezieht sich auf die Besucher, die die Seite direkt aufgerufen haben, und zwar im gesamten MONAT. Im Artikel geht es um tägliche Besucher…

  2. Zeit und Tagesspiegel gehören beide zum komplizierten Firmengeflecht der Holtzbrinck-Gruppe und teilen ja öfters Inhalte.

    Zumindest die Zeit Online korrigiert falsche Angaben in Artikeln immer sehr schnell, wenn man sie darauf hinweist.

  3. Jo, klar, Besucher und Leser sind zwei unterschiedliche Dinge, die nur gerne in einen Topf geworfen werden. Ach täglich, haha, das ist natürlich lustig.

  4. Genau, mach doch. Würde mich auch mal interessieren. Nebenbei: Interessant finde ich auch, dass bei “wichtigen” Leuten das, was aus solchen Interviews gewonnen wird, erst autorisiert werden muss. Wobei das dann ja auch wieder nur Manipulation von der anderen Seite ist.

  5. Ich dachte immer nur SPON wäre extrem schlecht in diesen Sachen. Aber man, da hat mich meine Lieblingszeitung mächtig enttäuscht, was für schlecht recherchierter Artikel. Aber leider ist das ja auch nichts ungewöhnliches. Man merkt es immer nur doppelt wenn man sich mit dem Thema mal beschäftigt hat oder direkt betroffen ist ;)

    Ich habe manchmal echt das Gefühl in den online Redaktionen sitzen nur… ich schreibs jetzt mal nicht.

  6. Hmm, das hätte ich jetzt aber echt nicht erwartet. Vor allem bei so einfachen Sachen. Hätten die jetzt nen chemischen Prozess falsch beschrieben…

    Online-Redaktionen werden aus Kostengründen nicht so gut bezahlt, daher nehm ich an, sitzen da echt nur Tranees oder halt Freaks, wie in allen Online-Buden. Bei uns ist das jedenfalls so. : )

  7. Mach doch! Das ist eine Frechheit vor dem Herren und ich finde es schön, dass Du ehrlich bist und dazu Stellung nimmst.

  8. Auch im Zeit-Artikel war kein Blog verlinkt, ich muss aber sagen, dass dies auf Nachfrage innerhalb weniger Minuten behoben wurde. Trotzdem, falsche Fakten sind natürlich extrem ärgerlich.
    Das Ganze wirft natürlich einen Schatten auf die ZEIT, die ich sonst immer so gerne lobend erwähne.

  9. stell die fragen und antworten doch wirklich online.

    wirklich enttäuschend von der ZEIT…

  10. Die Zeitungsfuzzis verdrehn immer alles, um nicht zu sagen, sie erfinden eine Story neu, um der Dramatik willen. Das sind verhinderte Belletristen. Ein paar mal habe ich auch so ein schriftliches Interview gegeben, jedes Mal wurden Sachverhalte bis zur Unkenntlichkeit versimpelt, ganze Aussagen verkehrt herum interpretiert und Ausrufezeichen hinzugefügt, wo nie welche waren. Bin doch kein Schreihals.

    Stell doch das schriftliche Interview mit allen Fragen und Antworten online. Wäre interessant.

  11. ja, ich finde es natürlich auch eine riesen frechheit und werde heute nacht kaum schlafen können. vor die tür geh ich heute auch nicht mehr! sollen die da oben mal sehen was sie davon haben. zu den wirklich wichtigen themen so schlampig zu recherchieren ist doch wirklich schlimm! leute, leute, leute, glaubt der zeit bloß nix mehr! und dem tagesspiegel aber auch!

  12. Wenn man Besucherzahl von Leserzahl (Abbonentenzahl) nicht unterscheiden kann, sollte man sich ernsthaft fragen: Lohnt es dann, Interviews zu führen und zu “recherchieren?”

    Ist schon etwas peinlich, wenn eine Website wie Zeit.de es nicht schafft die Simplen FAQ’s richtig zu lesen.

    Und zwischen 20.000 & 200.000 liegt halt, wie du schon selbst sagst, ein riesiger unterschied von 180.000 (wenn es nur 100 oder 200 wären, aber 180.000 is ne ganze Menge).

    Auch das Sie nicht einen Links setzen finde ich schade, ich bin bei Interviews die im Web veröffentlich werden immer froh wenn es einen Link zu der Website des Interviewten gibt (so wie bei deinen 15+1 Frage Interviews)

    Ich bleib dann doch lieber bei meinen Standartblogs wie StyleSpion.de & Visuellegedanken.de – da kann man sich auf Richtigkeit verlassen.
    Zeitungsmenschen dichten irgendwie immer was dazu, wird sich wohl auch nie ändern.

    cheers,
    -Kevin

    (btw: noch viel Spaß auf der Photokina [: )

  13. Ich bin auch sehr enttäuscht… mein weltbild liegt in trümmern… sagt mal gehts noch leute? kai, klär das doch einfach mit denen anstatt hier wellen der enttäuschung auszulösen:) außerdem, bist du überhaupt (noch) ein wohnblog? würde spontan sagen nö. ist doch dann eh egal, weil die grundannahme der zeit somit auch nicht stimmt. grüße aus bonn.

  14. Hast du die Redaktionen denn schonmal mit der Thematik konfrontiert?
    Im Grunde sollte dieses verständliche Ärgernis doch schnell aus der Welt zu schaffen sein.
    Wie gesagt, ich kann verstehen das man sich darüber aufregt, denke aber auch, dass man den Verantwortlichen die Chance geben sollte, den Fehler zu korrigieren.
    Wenn das nicht hilft, würde mich das Originalinterview umso mehr interessieren.

  15. Hmmm… Bahnhof.

    Ich könnte Deinen Ärger verstehen, wenn die Zeit aus 200.000 Besuchern/whatever deren 20.000 gemacht hätte. Aber andersrum? Eine bessere Werbung für Deinen Blog kann es doch gar nicht geben…?

  16. Hab seit 1 bis 2 Jahren schon das Gefühl das die Qualität “der Zeit” leidet. Und das mit den Besuchern kann man ja ziemlich fest als “Oberflächikeit” bezeichnen.
    Man sollte halt alle relevanten Zeitungen immer schön in der Rotation lesen.
    Positiv überrascht mich, ja in letzter Zeit die FAZ die mir früher doch arg altbacken herüberkam.