Eindrücke aus München

Das wird jetzt nicht einfach. Ich habe mir über viele Jahre meine Vorurteile über München aufgebaut. Das ist einerseits zwar einfach dumm, andererseits sehe ich das ja immer mit Humor. Ist doch super, wenn sich Vorurteile entweder bestätigen oder sich in Luft auflösen. Im Falle von München haben sich die meisten Vorurteile nach der zugegeben kurzen Zeit ganz gut bestätigt. Diese Stadt sieht tatsächlich aus wie eine riesige Filmkullise. Alles ist so sauber, dass man schon mal hastig einen Blick zurück wirft, ob man nicht gerade in einen Filmdreh stolpert.

Die Fassaden der sorgfältig wieder aufgebauten Häuser sehen aus, als wären sie erst gestern neu gestrichen worden (und wahrscheinlich ist es genau so). Keine Graffitis, kaum ein Haus, das nicht wie aus dem Ei gepellt aussieht. Was ich in München am allermeisten vermisst habe, sind Gegensätze (ich kann natürlich nur die Ecken beurteilen, die ich gesehen habe). Für mich sind es aber die Gegensätze, die Städte zu etwas Besonderem werden lassen.

Auf der anderen Seite waren alle Münchner die ich getroffen habe, extrem nett. Auch die Gastronomie könnte den Berlinern mal ein paar Stunden Nachhilfe geben. Überhaupt, mein Eindruck von München war schlicht und einfach: alles ganz nett hier. Aber wer will schon nett sein? Eben.

Und so kommt es, dass ich aus München mit den langweiligsten Fotos, die ich je bei einem Städtetrip geschossen habe, zurück geflogen bin. Ich zeige sie trotzdem, das Leben ist schließlich kein Wunschkonzert.

Nochmals danke für die vielen Tipps, einen Teil davon konnte ich mir auch ansehen.

55 Kommentare (closed)

  1. hmmm, hin und her überlegt, ob ich das kommentiere. Nach München geflogen für zwei Konzerte und einen Blogpost? Augen gerieben. Plötzlich mag ich das Blog nicht mehr so gern. Mag sein, dass ich kleinkariert bin, aber ich mag’s dann doch lieber etwas weniger stylisch. Ich finde jedefalls nichts uncooler als einen Dreitagestrip per Flieger von Köln nach München.

  2. Mir ist vollkommen klar das “München-Bashing” in ist, trotzdem sei nur kurz so viel gesagt:

    Ich habe Zeit meines Lebens nie so viele Schicki-Mickis in München gesehn wie auf der Düsseldorfer Kö bzw dem Berliner Kudamm. Nürnberg tatsächlich als “Alternative” anzubieten kann zudem nur sarkastisch gewesen sein. Ich habe dort drei Jahre gelebt und weiß wovon ich rede.

    Wer die Playlist von renommierten DJs wie Erol Alkan u.ä. liest wird festellen das die Münchner Labels Gomma, Permanent Vacation und KeineMusik im Augenblick so das heißeste ist das man hören kann.

    Dank Clubs wie der Ersten Liga haben die Jungs von DFA und Ed Banger in München bereits eine Filiale gegründet.

    Und gegen eine Stadt als Argument anzuführen das die Straßen sauber sind und die Fassaden erhalten… naja, jedem das seine. Dann müssten Dresden und Chemnitz ja ohne Ende rocken.

    Als Fazit bleibt:
    Fahrt bitte alle weiter nach Berlin und lasst die Headz in München unter sich.

    Ich halte es bei Berlin mit Yvan Rodic (Facehunter):

    “I am not very impressed – to be honest. A lot of people imaginate Berlin to be vintagy and mixed up of everything. That’s kind of a cliché. Berlin is established now, kind of proper, so there’s nothing really spectacular.”

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