Empowered Social Generation Upload

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Seit gestern ist es also möglich: Wir können von unterwegs Emails schreiben! Wir können mit dem Telefon (!) twittern, wir können Fotos aufnehmen und ins World Wide Web uploaden. Wow. Ich habe heute Nacht kaum schlafen können – alleine der Gedanke an diese Möglichkeiten… Alles das geht seit gestern.

“Die „Generation Upload“ ist Herr über ihre Zeit. Sie nutzt moderne Kommunikationstechnologien nicht als Selbstzweck, sondern vielmehr als Werkzeug zur Selbstverwirklichung. Es sind normale Menschen wie Du und ich. Und doch oder gerade deswegen sind sie die Helden von heute.”

Und da ich jetzt ein Held bin, kann ich auch endlich mal etwas erreichen. Nun gut, die Uhr tickt, schließlich geht es um 10, äh nein 15 Minuten Fame – Warhol sei Dank.
Nun ist es so, dass auch ich wie so viele Blogger ein HTC Magic zum ausgiebigen Testen erhalten habe.
Und nun sitze ich da, mag die Kampagne nicht, mag die Art nicht, wie Vodafone und Scholz & Friends versucht, hip und groovy zu sein und bin froh, dass ich die Anfrage zum Mitwirken im folgenden Werbespot verneint habe.

Nun ist es so, dass ich das HTC Magic in der Tat nach anfänglichen Bedenken lieb gewonnen habe. Es ist robuster, als ich zunächst vermutet hatte, es ist nicht ganz so intuitiv zu bedienen wie mein Telefon von Apple. Doch, und das ist für mich, oder besser für die Art, wie ich mein Telefon nutze wirklich herausragend: Die Dienste von Google sind logischerweise dank Google Betriebssystem Android fest verwoben mit dem HTC Magic. Maps, Mail, und die Google Suche – viel mehr brauche ich derzeit neben der Möglichkeit zu telefonieren auf einem Handy nicht. Also kann ich das HTC Magic bedenkenlos empfehlen.

Ich hätte den letzten Absatz gerne schon früher geschrieben. Es ist nur so, dass ich versuche, hier halbwegs glaubhaft zu bleiben. Es gibt nichts dagegen einzuwenden, hin und wieder ein Produkt zu testen und darüber zu berichten – aber ich möchte eine gewisse Distanz zu Blogs beibehalten, die augenscheinlich alles annehmen, alles gut finden, ihr wisst schon. Es ist und bleibt ein schmaler Grad, mit dem ich wohl leben muss. Doch spätestens seit gestern weiß ich auch, dass man mit einer vielleicht kleinen Entscheidung seine Glaubwürdigkeit verlieren kann – oder eben nicht.

Ein letzter Verweis zu einem Artikel, den Johannes gestern veröffentlicht hat: “Wie die Vodafone Pressekonferenz zur neuen Kampagne auch hätte laufen können“. Amen.

40 Kommentare (closed)

  1. Der Spot ist ziemlich abgedroschen, aber gut. Ich hab mich nur etwas über diesen “Generation Upload” Unsinn aufgeregt. Man muss nicht alles gleich mit einem Label versehen, vor allem kann kein Unternehmen der Welt mir sagen, zu welcher Sozialgruppe oder Generation ich gehöre. Dafür kennen sie mich nicht, und sprechen nicht für mich. Einfach fragwürdig, das ganze. Und peinlich.

  2. Ach doch kein Spitzenkandidat der Piratenpartei – hatte nur dieses Gesicht vor Augen und das durch den Beitrag mit der Piratenpartei verbunden.

  3. Es ist meine Zeit… mich durch Eure Tariftabellen zu wuehlen.

    Ich frag mich schon seit Jahren warum es Telekommunikationsfirmen nicht gebacken bekommen, mal eine ganz einfache Tarifstruktur zu schaffen.

    Die PK gestern war Werbergaga vom feinsten. Als der Vodafone-Markenchefcommander die Powerpointseite mit dem grossen Wort “Power” anknipste, hab ich glaube ich einen kalten Schauer im Nacken gespuert.

  4. Ich teste besagtes Gerät auch – und auch ich habe die Anfrage im Nachhinein abgelehnt. Die Kampagne als solches ist mir auch relativ egal. Interessant ist in meinem Falle / Blog der technische Aspekt des HTC und der steht nicht zwingend mit Vodafone in Kontakt. Und wenn etwas nicht toll ist, dann schreibt man eben drüber. Das Gerät finde ich klasse – muss aber sagen, dass ich im Gegensatz zu dir leider kein iPhone testen konnte.

    Liebe Grüße aus Bremerhaven
    Caschy

  5. “Doch spätestens seit gestern weiß ich auch, dass man mit einer vielleicht kleinen Entscheidung seine Glaubwürdigkeit verlieren kann – oder eben nicht.”

    Word. Ich kann dem Beitrag wirklich nichts hinzufügen.
    Schön, dass sich nicht jeder vor den Karren spannen lässt.

  6. drikkes, sensationell dein link zum vodafone uk(?!) spot.

    ansonsten, finde die kampagne auch einfach nur peinlich. geht einfach in die richtung: große klappe, nix dahinter – die tarife sind eben nicht für die so genannte generation online zu gebrauchen.

  7. Ich finde dieses ganze Vodafone-Gebashe (vor allem von iPhone-Besitzer-Seite) ziemlich daneben.
    Klar, Vodafone hat einen neuen Weg eingeschlagen und der muss erst mal bereitet werden. Dass Bagger, Planierraupe und Co. aber erst mal das unwegsame Gelände mühsam räumen müssen, genauso wie andere Firmen es übrigens auch taten (bevor sie mittlerweile ALLES unter einem Markenhype verkaufen können) und dabei auf kleine und große Hindernisse stoßen, sollte hier auch jedem klar sein. Mag sein, dass Vodafone relativ spät mit der Sache anfängt und sie noch unerfahren sind, aber sie fangen wenigstens damit an und loten neue Wege aus. Andere machen das nicht. Die sonnen sich in ihrem wohligen Ruhm mal was gutes gemacht zu haben (damit meine ich jetzt nicht Apple).
    Der Start war ziemlich holprig aber ich meine es ist m.E. ein immer größerer Makel der Internetcommunity alles von Anfang an zu verdammen, was nicht genau nach ihrem Geschmack ist. Ein bisschen mehr Toleranz gegenüber neuen (“beta”-) Ideen und Wegen von irgendwelchen Firmen, sollte es auch hier geben. Sonst prallt irgendwann jede Innovation gegen die große Wall of Internet.

    Ich bin weder Apple-Fanboy (habe aber ein MacBook) noch einer von Vodafone (habe aber ein aktuelles Vodafone-Ding inklusive Vertrag) und kann daher die Problematik unvoreingenommen von beiden Seiten sehen. Manch einer mag seine Kommentare gegen “Gegner”-Firmen aus purer Eitelkeit heraus posaunen, andere analysieren und argumentieren da sachlicher. Man sollte aber dabei bedenken, dass Kritik (fast) immer gehört und beachtet wird, sonst verliert man Kunden – wir reden hier schließlich von Firmen die Geld erwirtschaften müssen und nicht von der Politik die nur alle vier Jahre beliebt sein muss.

    Kritik kann aber auch nicht innerhalb von Sekundenbruchteilen nach Kundgabe umgesetzt werden. Es macht deshalb nun mal keinen Sinn jetzt wochenlang weiter zu bashen, man muss vielmehr abwarten, was jetzt von vodafone-seite kommt. Ich find’s gut, dass sie sich jetzt mehr in unsere Richtung orientieren. Diese Richtung mag heißen wie sie will – “Generation Upload”, “Generation iPhone” oder “Generation X” – ist doch vollkommen egal. Ich fühle mich davon weder angegriffen noch “gezwungen kategorisiert”. Ich weiß, dass sie über mein Verhalten im Internet reden und sich darauf ausrichten, mehr brauch es nicht um mich neugierig zu machen.

  8. es ist mir nach wie vor suspekt, wenn eine werbekampagne auf plumper schleimerei basiert. da reagiere ich etwas allergisch drauf.

  9. @Pesudo… Ist nicht dein Ernst, dass du einen Blogbeitrag von dir bei mir in die Kommentare stellst, oder? Egal, ich gehe mal auf eien Satz von dir ein:

    “Ein bisschen mehr Toleranz gegenüber neuen (”beta”-) Ideen und Wegen von irgendwelchen Firmen, sollte es auch hier geben. Sonst prallt irgendwann jede Innovation gegen die große Wall of Internet.”

    Das tut mir beim lesen wirklich weh. Seit wann brauchen Innovationen ein Budget von 200 Mio? Und seit wann ist Werbung Innovation?

    Im übrigen habe ich nicht gebasht, sondern schlicht meine Meinung (sachlich) geschrieben. Und ich mag die Kampagne nicht. Also?

  10. @Kai: Hab mich erst im Nachhinein entschieden das Ding als Beitrag bei mir zu stellen weil ich doch mehr im Kommentar geschrieben habe, als zunächst gewollt.

    Ein solches Budget braucht Innovation an sich natürlich nicht. Wenn diese aber von so einem großen Klotz wie Vodafone kommt, dann ist der Geldaufwand nicht mehr ganz unwesentlich, denn dieser Klotz muss ja auch erst mal in Bewegung gebracht werden. Wenn ein einzelner selbstständiger Designer sich neu ausrichten und dies nach außen kommunizieren will, so muss er nur das nur an eigener Stelle tun. Seine Webseite selbst ändern, vielleicht sein Büro neu einrichten und neue Geschäftsausstattung anlegen … wenn Vodafone das für sich komplett machen will, brauchen die natürlich ein größeres Budget um die neue Richtung nach außen zu kommunizieren.

    “Werbung” ist keine Innovation, aber sie kann Innovation öffentlich und darauf aufmerksam machen.

  11. @Pseudo:
    Mag sein, dass Vodafone relativ spät mit der Sache anfängt und sie noch unerfahren sind, aber sie fangen wenigstens damit an und loten neue Wege aus. Andere machen das nicht. Die sonnen sich in ihrem wohligen Ruhm mal was gutes gemacht zu haben [...]

    Verstehe gerade leider nicht, worauf du hinaus willst. Sollten wir jetzt dafür dankbar sein, oder wie? Die wollen doch mein Geld haben… warum soll ich ihnen dafür Anerkennung schenken, dass ihre Marketingabteilung “uns” so ein bisschen lala verstanden haben will? Sorry, aber nein.

  12. Dein Beitrag ging 2 Stunden vor dem Kommentar bei mir online. Aber darum geht’s nicht. Ich habe in der gesamtem PK nichts gehört, was es nicht vorher auch gegeben hat. Hier geht es darum, einen Lifestyle zu promoten. Werbung. So oberflächlich, wie es kaum nachvollziehbar ist, mit einem Budget, wie es kaum nachvollziehbar ist.

  13. Hm dann stimmt irgendwas mit meiner Zeiteinstellung bei Joomla nicht. Muss ich mal ändern wenn ich bald zwischen meinen beiden Jobs und Studium mal wieder Zeit für umfassenderen Onlinekram habe.

  14. @Jerry: “Der Spot ist ziemlich abgedroschen, aber gut.”
    Find ihn weder abgedroschen noch gut. Sondern einfach nur platt, nichtssagend, schlecht. Keine relevante Botschaft und trotz emotionalem Singsang keine Wirkung. Ich denke, ohne die ganze Geschichte drumherum wäre er zurecht und krachend untergegangen.

    Auf zweifelhafte Ruhm und Ehr verzichtet, an Glaubwürdigkeit definitiv gewonnen – Daumen hoch Kai, alles richtig gemacht. Für Resonanz und ne Viertelstunde Ruhm muss man echt nicht alles tun.

  15. tzzzzz was ein Niveau muss man sich denn hier geben? …

    Sicher hätte ich meinen Beitrag von Anfang an besser recherchiert, mit Bildern ausgeschmückt und formatiert wenn er speziell für meine Seite gewesen wäre.
    Ich hab den Kommentar geschrieben und fand ihn am ende lang genug um bei mir als Beitrag zu landen.
    Warum Joomla da bei der Postingzeit -2 Stunden gerechnet hat, weiß ich nicht. Hab am Backend der Seite lange nicht mehr rumgewerkelt.
    Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Attentat.

  16. @Anja:

    ARGH, ich muss mir den Ausdruck im Internet echt abgewöhnen. :) Mit “aber gut” meinte ich eher “aber naja, was auch immer”. Dabei hatte ich erst letzte Woche genau das selbe Missverständnis an anderer Stelle. Jetzt lern ich’s aber, ganz bestimmt. ;)

  17. @pseudomage “Mag sein, dass Vodafone relativ spät mit der Sache anfängt und sie noch unerfahren sind, aber sie fangen wenigstens damit an und loten neue Wege aus.”

    Und genau das bezweifle ich nach der PK gestern. Von neuen Wegen kann ich rein gar nichts wahrnehmen. Stattdessen sehe ich völliges Standardvorgehen. Man stellt eine Agentur für den neuen Markenauftritt an. Die identifiziert/erfindet die eine Zielgruppe und gibt ihr einen “griffigen” Namen. Der Kunde ist begeistert und macht dickes Budget locker, das die Agentur wiederum lustig in die gewohnten Kanäle lenkt. Na gut, zu Recherchezwecken zweigt man dann noch 4-5% in den neuen Social-Media-Kanal ab. Der Rest geht in Print, TV und POS. Gelauncht wird mit der guten, alten Pressekonferenz für die man sich sogar noch nen kleinen Kniff überlegt hat. Das Web darf zusehen. Aber da endet’s schon, denn bereits bei der Auswahl der Fragen ist man wieder im alten Schema.
    Nein, ich kann beim besten Willen keine neuen Wege, geschweige denn ein Verständnis für oder ein Denken in Social Media erkennen.

  18. @Jerry: Stimmt, so hätte man das auch verstehen können. War blöd von mir, aber gut;-)

  19. der lobo musste doch bestimmt nur wieder irgendwelche vergessenen rechnungen bezahlen …

  20. Eine Sache haben sie ja nun aber wirklich erreicht: In der “Generation Upload” (würg) wird über sie geredet.
    Nebenbei ich finde die Kampagne auch schlecht! Wirklich schlecht.

  21. Hmm..ich verstehe nicht, wen Vodafone mit der Kampagne erreichen will? Ausser uns Nerds kennt doch eh keiner diese “Netz-Promis” (auch wenn ich nur 1/3 kannte). Und wie man sieht, sind “wir” eher abgeschreckt. Denn wie Johannes richtig in seinem Artikel bemerkt, hätten man viel lieber einen sinnvollen Vertrag (oder wenigstens irgendein Produkt) bewerben sollen.
    Und ich fühle mich nicht wirklich repräsentiert von einem Sascha Lobo oder einem Robert Basic, weder in dem Spot noch sonst irgendwie.
    Ein neues Lebensgefühl oder wie auch immer, kommt dabei doch gar nicht auf! Dieser Spot, den Drikkes oben nennt, erreicht doch viel mehr!
    Interessant finde ich auch die Diskussion bei Freshzweinull parallel dazu: http://freshzweinull.de/2009/07/social-media-in-deutschlands-funf-jahre-hinter-den-usa/

  22. war vodafon nicht auch einer der ersten telkos die den zensursulavertrag unterschrieben haben ? wobei das deutlich stärker auf den lobo und seine “glaubwürdigkeit” abfärbt als auf den konzern. in letztere hab ich im allgemeinen kein großes vertrauen wenn es um solche dinge geht.

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