Endlich wieder Alltag

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Von wegen! So sehr ich geregelte Dinge auch schätze, so schwer fällt es mir gerade, nach den vier Wochen wieder in den Alltag einzusteigen.

Ich habe mich gefragt, wie ich nach der Funkstille hier wieder starten könnte. Einfach weiter wie bisher? Noch eine Zusammenfassung des letzten Monats? Die richtige Antwort habe ich nicht gefunden, und deshalb dachte ich mir, dass ihr mir zum Aufwärmen Fragen stellen könnt. Sagen wir: heute und morgen. Gut? Gut.

Q&A

Q: Wie war’sn so?
A: Fantastisch.

Q: Was war für Dich die wichtigste Erkenntnis? Bzw. was hast Du gelernt?
A: Dass es sich lohnt, für eine Idee zu kämpfen und alles dran zu setzen, sie umzusetzen. Was ich gelernt habe? Das es machbar ist. Und dass sich das sehr gut anfühlt.

Q: Wie geht’s denn so?
A: Habe mir als Souvenir ne hübsche Erkältung mitgebracht und bin müde. Ansonsten gut, danke.

Q: Gut?
A: Sehr sogar.

Q: Wann haste denn endlich mal wieder Zeit für ‘ne Tasse Kaffee oder ein gepflegtes Pils?
A: Wenn du mich einlädst, beinahe jederzeit. Bitte nutzen Sie die nicht öffentlichen Kommunikationswege zwecks genauer Planung.

Q: Wie is eigentlich das isländische Essen?
A: Gute Frage. Also in Island gibt es viel Fisch und Lamm. Alles andere wird weitestgehend importiert . In Restaurants findet man meistens nur wenige speziell isländische Gerichte und deshalb kann ich leider nicht behaupten, dass ich davon gegessen habe. Noch schlimmer: das eigentliche Nationalgericht in Island sind Hot Dogs. Klingt jetzt witzig, die meinen das aber ernst. Den “Pylsur” bekommst du an jeder Ecke – aber ich war noch nie so der Hot Dog Fan.

Q: Und sonst so?
A: Siehe oben.

Q: Wie hast’n du die helle Nacht überstanden? Garnicht geschlafen?
A: Gutes Thema. Ich hätte niemals gedacht, dass die Nächte wirklich so hell sind. Was aber immer hilft: einfach so lange wach bleiben, bis die Augen von alleine zu fallen. Bei mir hat’s geholfen.

Q: ich weiß gar nicht, was du in island genau gemacht hast. daher würde ich mich über berichte freuen!
A: Damit kann ich nun wirklich nicht dienen.

Q: Gab es einen ‘großartigsten Moment’, eine ‘beste Band’, einen neuen Lieblingssong, einen ‘beeindruckendsten Ort’?
A: Nein. es gab sicher Höhepunkte wie das Konzert der Band Reykjavik! in Kaffibarinn (eigentlich der ganze Tag), aber im Moment würde ich mich da ungern festlegen.

Q: Wo gab es das ‘leckerste Essen’, schmeckt dir ‘Egils’, ‘Thule’ oder ‘Viking’ Bier am Besten?
A: Das leckerste war eine Fischsuppe beim Seabaron direkt am Hafen in Reykjavík. Die Biere sind noch keine Weltklasse, aber meistens tranken wir Viking und Polar Beer. Letzteres, weil es günstig war. Dann gab es noch ein stärkeres, dunkles Bier – aber mir fällt der Name gerade nicht ein.

Q: Hast du ein paar Schnipsel der isländischen Sprache behalten?
A: Außer “Hah?”, “Takk” und “Jau”? Nein, isländisch ist wirklich nicht gerade einfach.

Q: Island bietet besonders naturell ja unheimlich geniale Fotomotive. Wie schwer fällt es dir jetzt im gewohnten Umfeld wieder tolle Motive zu finden? Oder hat der Trip dein Auge für die ganz alltägliche Dinge wieder geschärft?

A: Die Natur in Island ist atemberaubend. Aber da ich mich nie auf Landschaftsfotografie eingeschossen habe, bin ich da nicht so verwurzelt. Siehe auch «Not being Ansel Adams». Zudem waren wir 90% der Zeit in Reykjavík – wo du von der Natur außer den Bergen/Vulkanen im Hintergrund und dem Meer nichts siehst.

Q: Und wann geht’s wieder rüber?
A: Hoffentlich im Herbst zum Airwaves Festival.

Q: Hast du das Gefühl, Du hättest hier irgendwas verpasst? Außer natürlich Zeit mit Freundin, Freunden, Familie aber sonst? So digital? Du hattest ja auf Twitter nach den wichtigsten Blogartikeln gefragt. Aber gab’s da überhaupt was?
A: Mit der Frage nimmst du mir etwas vorweg, wozu ich vielleicht später noch schreiben wollte. Es ist sehr ernüchternd zu sehen, wie belanglos 90% der “aufgelaufenen” Blog-Posts im Reader sind, wenn man sie vier Wochen später abruft. Wirklich gelesen habe ich nur eine Auswahl von Blogs, bei denen ich entweder die Leute dahinter persönlich kenne und den Blogs, die ich immer komplett lese. Gerade die Blogs, die in den letzten 30 Tagen eine dreistellige Zahl an “Beiträgen” (meist Links, Videos, etc) rausgehauen haben, konnte ich nichts abgewinnen. Um die Frage kurz zu beantworten: Nein, ich denke, dass ich nichts verpasst habe.

Q: Wird Dir die Umstellung auf Deine alte Kamera schwerfallen? Oder behältst Du die Leica? :-)
(So ein Kurzfazit M9 würde mich interessieren, was ging damit besser, was schlechter oder kann man das vielleicht gar nicht vergleichen)

A: OK, ein Kurzfazit (demnächst auch gerne ausführlich). Die Kameras kann man nicht vergleichen. Technisch gesehen (Details, Farben, Schärfe) haben mir beim Ansehen der Fotos auf dem Rechner wirklich die Ohren geschlackert. Ob ich mit der Kamera anders fotografiert habe, kann ich selbst (noch?) nicht sagen – weil ich darüber noch nicht nachgedacht habe.
Die M9 war jedenfalls oft genug ein Eisbrecher bei den Interviews. Nicht unbedingt, weil jeder wußte, was das für eine Kamera ist, vielmehr aber, weil die meisten natürlich mit einer riesigen Kamera mit noch riesigerem Objektiv gerechnet hatten. Mehr dazu später.

Q: Gibt es neben den Eindrücken, Erinnerungen und der Erkältung ein “Reisemitbringsel”?
A: Große Einkäufe waren dank meines Budgets nicht drin – deshalb “nur” ein paar CDs und ein Buch. Ziemlich unspektakulär, was? :)

Q: Was ist quasi die nächste Phase des Projektes?
A: Das hat Marcel bereits in diesem Beitrag zusammengefasst.

Q: Gibt es bereits ein nächstes Projekt?
A: Ideen schon, aber alles zu seiner Zeit :)

23 Kommentare (closed)

  1. Wann haste denn endlich mal wieder Zeit für ‘ne Tasse Kaffee oder ein gepflegtes Pils?

  2. ich weiß gar nicht, was du in island genau gemacht hast. daher würde ich mich über berichte freuen!

  3. Gab es einen ‘großartigsten Moment’, eine ‘beste Band’, einen neuen Lieblingssong, einen ‘beeindruckendsten Ort’? Wo gab es das ‘leckerste Essen’, schmeckt dir ‘Egils’, ‘Thule’ oder ‘Viking’ Bier am Besten? ;-)

  4. Ui, das ging ja fix mit den Antworten. Da fällt mir noch was ein: Hast du ein paar Schnipsel der isländischen Sprache behalten?

  5. Island bietet besonders naturell ja unheimlich geniale Fotomotive. Wie schwer fällt es dir jetzt im gewohnten Umfeld wieder tolle Motive zu finden? Oder hat der Trip dein Auge für die ganz alltägliche Dinge wieder geschärft?

    Ach ja. Und wann geht’s wieder rüber?! ;)

  6. Das dunkle Bier heisst Skjalfti, hat 5,5% und kommt aus der Ölvisholt Brugghús-Brauerei :-)

  7. Dann mal eine andere Frage:
    Hast du das Gefühl, Du hättest hier irgendwas verpasst? Außer natürlich Zeit mit Freundin, Freunden, Familie aber sonst? So digital?
    Du hattest ja auf Twitter nach den wichtigsten Blogartikeln gefragt. Aber gab’s da überhaupt was?

  8. Wird Dir die Umstellung auf Deine alte Kamera schwerfallen? Oder behältst Du die Leica? :-)
    (So ein Kurzfazit M9 würde mich interessieren, was ging damit besser, was schlechter oder kann man das vielleicht gar nicht vergleichen)

  9. Was ist quasi die nächste Phase des Projektes?

    Gibt es bereits ein nächstes Projekt?

  10. Hi,
    ich verfolge erst seit kurzem deinen Blog und bin sehr fasziniert von den Island Bildern gewesen. Island gehört auf jeden Fall auch ganz oben auf meine Reiseliste.

    Was mich allerdings sehr interessiert, wie hast du die Menschen da erlebt?

  11. Willkommen daheim Mann! Aus allen Fotos die Du in den letzten Wochen gemacht hast sollst Du eins auswählen und sagen: Das isses! Das war Island im Sommer 2010!!
    Zeigs mir!
    (das ist jetzt keine Frage geworden aber egal!)

  12. @der Stilpirat Vergiss es. Ich kann sowas nicht :) Ich bzw wir werden alles daran setzen, genau dieses eindimensionale Bild von Island (Krater, Elfen, Wasserfälle), das selbst die Tourileute dort verbreiten, nicht zu unterstützen. Es wird dem einfach nicht gerecht. Und könntest du ein Foto nennen, das Deutschland ist? Eben.

  13. Naja – so war es nicht gemeint. Ich wollte weder Krater, Elfen oder Wasserfälle sehen… Ich dachte an den Moment an dem Dir klar war: “Wow, das hier ist gerade alles was ich wollte!”

  14. Island stelle ich mir faszinierend vor, neben Kanada und Neuseeland einer der Orte die ich noch besuchen werde.

    Ein ausführlicher Bericht wäre ne tolle Sache, auch wenn das nach einem Monat wohl etwas mehr werden dürfte. Es reicht aber einmal zu schreiben das man immer erst zum Mittag aufgestanden ist.^^