Fotomarathon Berlin

Gestern habe ich am Fotomarathon in Berlin teilgenommen. Und das geht so:

  • auf der Website anmelden und 27 Euro zahlen. (+10 Euro für Abzüge – optional)
  • bis 10:30 am Startpunkt sein, Startnummer bekommen, bis 11:00 warten
  • Hauptthema erfahren
  • Zettel mit den ersten 8 Themen erhalten
  • 8 Themen innerhalb von 4 Stunden umsetzen und pünktlich zum nächsten Treffpunkt kommen
  • Stempel erhalten, die nächsten 8 Themen erfahren und wieder in 4 Stunden umsetzen und zum nächsten Treffpunkt kommen
  • Und das ganze nochmal, dann am Ziel Speicherkarte abgeben

Die Herausforderung

Der Zeitrahmen.
Alle Themen müssen in exakt der vorgegebenen Reihenfolge umgesetzt werden.
Keine Bildbearbeitung außerhalb der Kamera.
Auf der Speicherkarte dürfen bei Abgabe nur 24 Bilder sein.

Die Umsetzung

Boy, und das alles ist tatsächlich gar nicht so einfach. Theoretisch hat man pro Foto 30 Minuten. Aber in der Zeit muss man natürlich auch am passenden Ort sein, eine Bildidee entwickeln und dann das Foto passend umsetzen. Nach acht Stunden waren meine Füße dann doch etwas schwer, ich war ohne Fahrrad unterwegs, die Bahn habe ich nur genutzt, um den Stadtteilwechsel zum Treffpunkt zu schaffen. Dann arbeitet das Hirn ständig. Immer auf der Suche nach der passenden Idee, dem passenden Licht, der passenden Umgebung. Und dann möchtest du das Thema “Wochenend und Sonnenschein” umsetzen – aber es gießt genau zu diesem Zeitpunkt aus Eimern…

Weiterhin muss man Abstriche machen können. Verwendet man zwei Stunden auf das perfekte Foto, wird man kaum die restlichen 7 in den verbleibenden 2 Stunden schaffen, etc.

Ich hatte mich im Vorhinein nicht viel damit beschäftigt, wie ich den Marathon angehen werde. Ich wußte nur, dass ich in Schwarzweiss fotografieren würde (und dann bekommst du das Thema Schwarz zu Blau…), so wenig wie möglich inszenieren wollte, und allzu offensichtliche Motive vermeiden wollte. Und klar, ungerne wollte ich am Ende Fotos abgeben, die noch jemand anderes der rund 400 Teilnehmer so oder so ähnlich gemacht hat.

Fazit

Alles in allem war das eine sehr sehr sehr gute Erfahrung. Es trainiert einem vorgegebene Themen umzusetzen, zu planen und trotzdem auch dem Zufall eine Chance zu geben. Mit den Themen war ich nicht immer glücklich, gegen Ende hin wurden sie mir zu schwammig, aber ich möchte nicht meckern. Mit meinen Ergebnissen bin ich einfach mal zufrieden, auch wenn mir klar ist, dass ich einige Themen verfehlt habe, aber das muss man dann im Kontext sehen und schon ist alles gut.
Übrigens war es auch erlaubt, mit Helfern zu arbeiten. Da kann man natürlich mehr machen – gerade unter Zeitdruck.

Ausstellung

Am 23. und 24. Juli werden alle Fotos der Teilnehmer ausgestellt (jeweils als durchgehender Filmstreifen, deshalb auch alle Fotos im Querformat) und eine Jury bestimmt Gewinner. Ich rechne mir mit meinen Arbeiten keine Chance aus, aber ärgere mich ein wenig, dass ich zur Ausstellung nicht in Berlin sein werde. Ich würde mir liebend gerne ansehen, wie die anderen Teilnehmer die Themen umgesetzt haben.

Genug gelabert, hier meine Ergebnisse (so wie sie aus der Kamera gefallen sind, das ist ja der Deal). Kamera: Leica M9, Objektiv: Voigtländer 40mm, f1.4 (Schrott).

Hauptthema: Musik liegt in der Luft

1. Ich bin ich

Im ersten Foto musste die Startnummer zu sehen sein. Ich hatte die 388 und bin gespannt, ob das jemand versteht :)

2. Die Großstadtpflanze

3. Wochenend und Sonnenschein

4. Überall wird instandbesetzt

5. Keine Schönheit ohne Gefahr

6. Der Fernsehturm hat Ohren

7. Süßes Leben – Saures Leben

8. Wir trafen uns in einem Garten

9. Ich will Spaß

10. Chaos

11. Unsichtbar

12. Monotonie

13. Tapetenwechsel

14. Unbekanntes Wesen

15. Punkhochzeit

16. Immer da wo du bist bin ich nie

17. Ballade vom angenehmen Leben

18. Illusion

19. Ding

20. Schwarz zu Blau

21. Irgendwie, irgendwo, irgendwann

22. Sommernachtstraum

23. Zauberland

24. 25 Stunden am Tag