Hallo Welt

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Es ist gerade dunkel. So ziemlich zum ersten Mal seit ich in Island gelandet bin. Das ist so ungefähr genau 25 26 Tage her. Bei euch ist es kurz vor vier, hier kurz vor zwei. In vier Tagen werde ich Island wieder verlassen und zurück nach Deutschland fliegen. Hinter mir liegen 25 intensive Tage. An keinem Morgen bin ich freiwillig aus dem Bett gekrochen – nicht zuletzt, weil es meistens schon nicht mehr wirklich morgens war. Wie bei meinem letzten Besuch habe ich hier kein Gefühl für Zeit. Wer mich ein bisschen kennt, kann sich vorstellen, wie krass das für mich ist. Wenn es aber nunmal nie wirklich dunkel wird, sich selbst drei Uhr nachts anfühlt wie zehn Uhr abends, aber auch wie neun Uhr morgens – dann schafft das Probleme. Zumindest mir. Sich 25 Tage lang müde, aufgeregt, erfreut, glücklich und ausgepowert zu fühlen, kommt dem, was ich mir unter einem ordentlichen Drogenrausch vorstelle, schon ziemlich nahe.

Ich will hier und jetzt noch kein Résumé ziehen, dennoch kann ich sagen, dass ich hier Einiges und Einige wirklich vermissen werde. Marcel und ich sind uns einig, dass dieser Aufenthalt auf gar keinen Fall der letzte in Island war. Ich beginne ganz langsam zu verstehen, wie die Leute hier ticken, was sie antreibt, worauf sie nicht klar kommen und warum sie wohl für immer hier in der Isolation bleiben werden.

Ich muss schmunzeln, wenn ich an meine ursprünglichen Vorstellungen für SONIC ICELAND zurück denke. Ich dachte wirklich ernsthaft, dass ich eine Band “zufällig” vor nem Gletscher fotografieren kann. Oder, dass sie uns nach Hause einladen, um zusammen mit ihnen einen geräucherten Schafskopf zu essen. Wie naiv kann man sein? Es kam natürlich viel, viel besser.

Keine Sorge, SONIC ICELAND wird nicht nur in Schwärmerei enden. Island ist großartig, aber Isländer sind in vielen Dingen auch haarsträubend naiv. Doch dazu später mehr.

Es fühlt sich irre gut an, die Vermutung bestätigen zu können, dass hier etwas ganz besonderes passiert. Wie wir das in Worte fassen, müssen wir noch herausfinden.

Mit diesen 30 Tagen in Island habe ich mir einen Traum erfüllt. Und viele von euch haben mir dabei geholfen. Danke für eure Unterstützung!

10 Kommentare (closed)

  1. Hallo Kai – warum versteckst du deine Metadaten in deinen Bildern? Mich und andere fotobegeisterte würde ISO, Belichtungszeit, Brennweite und Blende interessieren. Freue mich auf deine Antwort.

  2. ganz ehrlich… du bist schon son kleines vorbild für mich mit dieser ganzen sonic island geschichte :)

    wirklich hut ab!

  3. Wow, Gänsehaut-Feeling. Bin gespannt, was es in Zukunft zu lesen gibt, freu mich schon richtig drauf! Wünsche dir noch 4 schöne Tage, genieß sie, trotz Helligkeit und Schlafmangel.

  4. Hey Kai, ich hoffe du hast dir 2-3 Tage Durchschlafen nach deiner Ankunft eingeplant plus entsprechende Zeiten zum Reden. :-)

  5. gespannt auf das ergebnis… gespannt auf die island-stories.
    beste gruesse!