Informationsmaterial KINZO

UPDATE

Eine unscheinbare Betreffzeile, gefolgt von einem perfekten Beispiel, wie man ganz bestimmt niemanden dazu bewegt, über ein Thema zu schreiben (ok, nun habt ihr es ja doch geschafft).
Diesen Text habe ich eben per Mail bekommen. Dass in der Mail kein Link zu KINZO zu finden ist, dafür aber eine 2,4 MB großer Anhang, kann ich nicht fassen. Denkt man bei PR Agenturen wirklich, dass die Empfänger solcher Mails sich 10 Minuten Zeit nehmen, um einen Text ohne Zwischenüberschriften vollgepackt mit Lobpreisungen zu lesen, um danach voller Vorfreude den Anhang zu entpacken und zu sehen, welch tolle Sachen sich darin verbergen? Fragt euch doch einfach selbst mal, wann ihr das letzte mal so eine Mail wirklich gelesen habt? Ihr könnt euch nicht erinnern, stimmt’s? Eben.

Hier die Mail in voller Länge.

Sehr geehrter Herr Müller,

ich würde Ihnen gerne das junge Berliner Architekten-Trio KINZO vorstellen, das mit Interiors, Marken-, Messe- und Eventdesign für Unternehmen wie Adidas, L’Oréal, Audi, Yahoo! und Premiere als eine der kommenden Kreativadressen Berlins gehandelt wird und soeben für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2009 nominiert wurde!

Erst vor kurzem feierte KINZO im Rahmen des DMY INTERNATIONAL DESIGN FESTIVAL 2008 in Berlin den Produktstart seiner futuristisch-reduzierten, sportlich-rasanten Büromöbelserie “KINZO AIR”, für die die KINZO mit dem red dot design award 2008 ausgezeichnet und für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland nominiert wurde. Ausgangspunkt der spektakulären Design-Entwicklung ist ein Auftrag von Axel Springer:

Axel Springer-CEO Mathias Döpfner wurde auf einer Party mit dem Designstil des jungen Berliner Architekten-Trios KINZO konfrontiert und war so begeistert, dass er den KINZO-Kreativdirektor Karim El-Ishmawi noch am selben Abend mit einem “Total Design Konzept” für die neue BILD-Redaktion in Berlin beauftragte. KINZO analysierte erst mal die Produktionsabläufe in Hamburg und entwickelte dann ein ganz neues Interior-Konzept im “Star Wars”-Stil.

Axel Springer ist übrigens von KINZO richtig “angefixt” – aktuell arbeiten Karim & Co. an einer Vorstandsetage (wobei zu erwarten ist, dass Axel Springer auch hier sein konservatives Image gründlich umkrempeln wird) und einer “Chill-Out-Terasse” für die derzeit spezielle Versionen von KINZO AIR entworfen werden – in Beton! Hier dreht KINZO das schwebend-leichte Konzept von KINZO AIR also ins Gegenteil…

Nach der Auszeichnung mit dem red dot award 2008 ist die Nominierung für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland eine ganz spezielle Ehre für das Architekten-Trio:

Der Designpreis der Bundesrepublik Deutschland ist die höchste offizielle Auszeichnung im Bereich Design und gilt somit als der “Preis der Preise”. Kein anderer Designpreis stellt derart hohe Anforderungen an seine Teilnehmer: Für diesen Preis kann sich kein Unternehmen bewerben. Der einzige Weg zur Teilnahme an diesen Wettbewerb führt über die Nominierung durch die Wirtschaftsministerien und -senatoren der Länder bzw. des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Gleichzeitig muss das Unternehmen bereits eine nationale oder internationale Auszeichnung für sein Produkt erhalten haben.

Im September werden die Gewinner dieses bedeutenden Preises ermittelt. Wir sind begeistert über KINZOs Nominierung und schon gespannt, welche “Galaxie” die drei smarten Architekten mit ihrer futuristisch-reduzierten, sportlich-rasanten Büromöbelserie KINZO AIR erreichen werden…

Die jungen Design-Newcomer überzeugen vor allem durch ihre Berliner Szenekompetenz, die sich nicht nur in ihren Design-Jobs zeigt, sondern auch in ihrem besonderen Style. In jedem Fall sind die Shootingstars auf dem direkten Weg in die TOP-Design-Riege Deutschlands.

Die Kreativköpfe von KINZO stehen Ihnen gerne für ein Interview oder eine Personality Story zur Verfügung.

Wir würden uns freuen, Sie für eine Berichterstattung gewinnen zu können und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

Update

Die PR Agentur hat sich noch einmal bei mir gemeldet. Ich sage es mal so, das Publizieren der Mail wäre meinerseits nicht notwendig gewesen, andererseits findet nun ein kleiner Abgleich mit der Kölner PR Agentur statt, der vielleicht beiden Seiten etwas Einsicht gewährt. Ich habe die Dame auch zum Treffen eingeladen, das das Thema “Blogs und PR Agenturen” sicher nicht nur für mich interessant ist.

Also, die Freidenspfeife kreist, und das Produkt von KINZO sieht so aus:

KINZO AIR

Weitere Infos unter kinzo-air.com

6 Kommentare (closed)

  1. Also bei mir hat die PR-Agentur zuerst angerufen und mir erst nach meinem Okay Material zugeschickt. Nur geschrieben habe ich noch nichts…Kinzo finde ich eigentlich gut, nur zieht deren Kunde Axel Springer in der Blogosphäre nicht unbedingt.

  2. Ich habe nach der Hälfte das Lesen abgebrochen. Das Zeug trieft vor Schleim. Und wie BerlinDesignBlog schon sagte: seit wann ist Axel Springer eine tolle Referenz, wenn man nicht gerade selbst von denen bezahlt wird! Springer ist der Inbegriff des Konservativen – Design, Modernität, Innovation, Springer? Das geht mir nicht in einer Reihe über die sinnlichen Lippen.

  3. es heisst, Das “pitchen” eines Bloggers sei wie eine Bewerbung. Nun gut, dann füllen wir den Text doch spaßeshalber einfach mal in ein Standard-Bewerbungschreiben. Siehe da: Der Text füllt den Briefbogen nicht mal ganz aus, echte Bewerbungen sind da noch länger.

    Für das Lesen einer A4-Seite allgemeinsprachlichen Textes veranschlagt man für gewöhnlich 2 bis 3 Minuten, wie kommst Du auf 10?

    Kai, irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, Du bist gerade in schlechter Stimmung!

  4. Karsten, keine Sorge mir geht es bestens. Im übrigen sind auch 3 Minuten viel zu lang, um bei einer (unangeforderten) Information durchzusteigen. Würde ich diese Mails wirklich ganz lesen, könnte ich täglich zwischen 30 und 60 Minuten (nach deiner Zeitrechnung) investieren. Zum Bloggen würde ich dann wohl nicht mehr kommen.

  5. Beim lesen der E-Mail bekomme ich Fremdschämen. Ernsthaft: würde ich KINZO eine auswischen wollen, würde ich so eine Mail verfassen und verteilen. Was haben die geraucht?