Künstler in Deutschland haben keinen Bock mehr

„Sicher ist auch, dass wir als Künstler/innen in Deutschland – bis auf ganz wenige Ausnahmen – uns mit unserer Kunst beerdigen lassen können.“

Dies sind die Worte, mit denen eine aufgebrachte Künstlerin – nämlich Eva Horstick-Schmitt – einen “Offenen Brief an die Politik” beendet. Sie prangert an, dass Kunst in Deutschland weder wertgeschätzt noch machbar ist:

„Ich finde, wir müssen wie in den Niederlanden den Künstlern, die nachweislich davon leben und auch Ausstellungen machen, ein Grundgehalt sichern, welches sie überleben lässt und nicht abhängig macht von Harz IV oder anderen Zuwendungen. Wir sind gezwungen zig Jobs zu machen, um zu überleben.“

Weiter gibt sie sich als Sprecherin aller Künstler Deutschlands:

„Wir haben keinen Bock mehr, unsere Energie kostenlos bereit zu stellen und wünschen Abhilfe!“

Eine Debatte, die es wohl schon von Anbeginn der Kunst gibt, doch Frage ich mich, wollen das wirklich alle Künstler? Und würden sie auch wieder etwas (Geld!) zurückgeben, wenn ihre Kunst wirtschaftlich tragbar geworden ist?

Wie seht ihr das?

Den ganzen Brief findet ihr im Blog von Galerien Virtuell.

26 Kommentare (closed)

  1. Hallo an den , der die Nachricht auf meinen offenen Brief an die Politik verfasst hat als Diskussionsgrundlage.
    Ich spreche nicht für alle Künstler in Deustchland, sondern für die, die ich kenne, und das sind viele.
    Wir haben aus vielen Gesprächen erfahren , dass es so ist, wie ich schreibe und meine Aufregung ist nicht die einer unerfahrenen und eventuell sinnentleerten Künstlerin, sondern einer Frau ,die sich einmischt. Das ist immer noch besser als die Klappe zu halten und garnichts zu tun.

  2. Kunst sollte ohne subventionen auskommen… sag ich jetzt einfach mal.

    Ausserdem sind Künstler heut doch überall von “Zweitarbeit” abhängig, wundert mich grad nur das dieser Beitrag in die Runde geworfen wird, als in der NEON auch ein Bericht über die Generation “Option” berichtet wird.

  3. Hallo Thilo, leider habe ich den Bericht nicht gelesen in der Neon. Ic h lese die FAZ ,wenn ich es überhaupt schaffe.
    Aber ich finde Subventionen eher wichtiger in der Kunst als in der Steinkohle. Denn in der Kunst gibt es Zukunft , i n der Steinkohle nicht.
    Gruss Eva

  4. PS

    ich habe übrigens meinen Artikel dem Neon Magazin zugemailt vor einigen Tagen!
    Vielleicht haben die so e i n Thema gerade angedacht?
    Gruss

  5. @Thilo Kayser
    Na wenns in der NEON gestanden hat, dann ist ja schon alles gesagt. ;)

    Den Brief finde ich jedenfalls richtig und wichtig. Die Asozialisierung der Gesellschaft ist überall spürbar, der Brief befasst sich mit dieser am Beispiel der Kunst.
    Nicht wahr, Deutschland ist das Land der Dichter und Denker – Weltmeister in Fußball und Kultur, nicht wahr. Schon lange nicht wahr. Wir mutieren zum Land der Heuschrecken und “Amerikaner”.

    Aber nicht doch, wenn das Zentralorgan der deutschen Jugend, NEON, sagt, wir haben gefälligst eine Generation “Option” zu sein, dann sollten wir das doch sein, was uns gesagt wird.

    Sich jemand schon Mal gefragt, wer Interesse an einer Gesellschaft hat, wo sich jeder selbst der Nächste ist? – Der, der Macht und Kapital hat. Denn eine Gesellschaft, in der jeder macht, was er will, eröffnet denen die Möglichkeit, die Macht haben, zu machen, was sie wollen.

  6. Estlandia, es is tdas erste Mal , dass ich überhaupt in so einem Blogg schreibe und mir die Zeit nehmen kann.
    Danke Dir für Deine unterstützenden Worte. Genau das was Du schreibst auf meinen Brief als Antwort empfinden viele, die noch eine Seele haben und diese nicht zum Fenster raus geschmissen haben , wie soviele Warmduscher es taten. Die Heuschrecken sitzen überall und das sind für mich echte Zecken, denn sie machen auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung, die brav Steuern zahlt , ihre Gewinne, die zweifelsohen gegönnt sind , nur nicht mit diesen Methoden des Aussaugens.

  7. Naja, ob Subventionen von Kunst wichtiger sind als die von Steinkohle solltest du mit den Kumpel vom Bergbau diskutieren. Die sind da bestimmt anderer Meinung.
    Aber warum sollte ausgerechnet Kunst finaziell bezuschusst werden? Und wo fängt Kunst an? Wer macht da die Regeln? Braucht man in der Kunst Regeln?
    Und wie sieht es mit dem Autobauer aus, der auf sein Urlaubs-, Weihnachtsgeld und die Schichtzulage verzichten muss, weil “Geiz ist geil!” auch beim Autokauf gerade in ist?
    Wo soll denn das Geld her kommen um jeder Brache der es schlecht geht unter die Arme zu greifen? Künstler sind nicht die Einzigen in diesem Land, die nicht wissen, wieviel oder ob der nächste Monat noch was bringt und die stecken wahrscheinlich auch viel Energie in ihr Schaffen. Und ob sich jetzt jeder “Fotograf” nennen darf, macht den Bock auch nicht fett. Es kann sich ja auch jeder “Musiker” nennen. Nimmt der eine dem anderen deswegen etwas weg? Ich denke nicht! Am Ende zählt doch noch die Qualität. Ich kenne zumindest niemand, der sich Bilder aufhängt oder Musik hört nur weil sie billig oder gar umsonst ist. Und wenn es solche Menschen gibt, würdest du denen sowieso nichts verkaufen können, weil ihnen zu 99% das Kunsvertändnis fehlt. Wie du siehst kann ich mit deiner Meinung noch nicht soviel anfangen. Aber vielleicht kannst du mir ja ein paar meiner Fragen beantworten. So sind mir deine Aussagen leider etwas zu platt und hinterlassen bei mir den faden Beigeschmack “Ich will machen was mir Spass macht und dafür auch noch finanziell abgesichert sein”. Das würde wohl jeder gerne.

  8. Pingback: Künstler in Deutschland wollen Grundgehalt » BIGOD:NET

  9. An Bigog,

    als kurze Antwort, weil wenig Zeit.

    Hast Du schon mal überlegt was Du da wirklich schreibst?
    Denk einfach nach, beschäftige Dich mit den Künsten und frage dich hinterher, z.B. beim Thema “Zwangsprostitution” und Menschenhandel, welches ich beispielsweise bearbeitet habe, ob das wirklich nur Spass macht oder etwa zur Aufklärung einer Gesellschaft gehört. Ich jedenfalls habe aus dieser Serie niemals ein Bild verkauft, weil ich mit dem Elend der anderen kein Geld machen will.
    Aber ich habe zig Euro investiert , um im Kosovo diese Serie zu erstellen, weil es mir in der Künstlereele lag anderen Frauen ,denen es nicht so gut geht, zu helfen mit der Aktion.
    Manchen Künstlern und Künstlerinnen geht es , wenn sie denn ernsthaft arbeiten , nicht nur um spass, sondern um auf Themen und Krisen aufmerksam zu machen ,die andere längst vergessen haben , die aber sicher äusserst wichtig sind in dieser ach so schönen Gesellschaft…
    Weisst Du , gehe mal jahrelang in den Schuhen der anderen und erlaube Dir dann ein Urteil.

    Gruss eva

  10. Na, jetzt mal bitte nicht zu persönlich werden. Du kennst mich nicht und kannst dir demzufolge auch kein Urteil über die Schuhe bilden in denen ich jahrelang unterwegs war. Und nur weil ich deinen Standpunkt nicht vertreten kann, heisst das nicht, dass ich nicht nachdenken würde.

  11. @Bigod
    Mit Deinen Fragen “was ist mit den Autobauern und den Kumpels und all den Berufsständen und Menschen, denen es schlecht geht” etc. hast Du vollkommen recht.
    Und genau darum geht es in diesem Brief: es geht um uns alle, und damit auch um Kunst.
    Es geht in Evas Brief nicht um Subventionen, es geht um die Frage: in welcher Gesellschaft wollen wir künftig leben?
    Es geht um eine Gesellschaft, die wohnlich ist, in der es allen besser geht, in der der wert der Arbeit angemessen bezahlt wird, egal, ob es der Kampsbecker ist, der als Frenchisenehmer von Kamps ausgenutzt wird, oder ob es Kunst ist. – Es geht in dem Brief im Grunde darum, dass letztendlich alle OHNE Subventionen leben dürfen.
    Ich weiß nicht, ob Du ein warmes Plätzchen zur Verfügung hast, und es einfach nicht spürst. Aber ich habe das Gefühl, es zieht in Deutschland, und viele sind erkältet.
    Bitte nicht wieder einen tollen Beitrag mit Details zerhacken nach dem Motto: “Die Kinder, wer denkt denn an die Kinder!” Ja doch, Eva hat an alle gedacht, auch an die Kinder und die Kumpels und die Autobauer – am Beispiel der Kunst, weil sie sich dort am besten auskennt, weil es ihr Revier ist.

    Öfter mal das Herz aufmachen, nicht immer nur den Kopf.

  12. Danke an den Blogger, der mich verstanden hat!

    Genauso ist es. Schönen Tag auch.

    Gruss

  13. Das die Politik der Kunst keine Steine in den Weg legen darf, ist selbstverständlich.

    Für Menschen, die sich als Berufsziel “Künstler” wählen, habe ich aber wenig Verständnis. Allerdings unterscheide ich zwischen den Produkten kreativer Berufe (Designer, …) und “Kunst”, die für mich aus einer inneren Motivation heraus geschaffen wird.

    Abhängigkeit von “anderen Zuwendungen”? Die Dame hat keine Lust ihre Brötchen zu verdienen.

    Auf welcher Grundlage sollte der Staat denn für den Unterhalt eines Künstlers sorgen, wenn sich augenscheinlich niemand für dessen Kunst interessiert. Eine Investition ohne Gegenleistung macht keinen Sinn. Oder soll jemand beauftragt werden, die verkannten Genies in der Kunstszene herauszupicken?

  14. Habe gerade gemerkt, dass der Auszug oben nicht unbedingt den Tenor des ursprünglichen Textes wiedergibt. Der mildert den Eindruck der Künstlerin etwas.

    Trotzdem denke, dass die Rolle “Künstler” – im Sinne von

    “PS: Mit Künstler meine ich keine Damen, die Herzchenbilder malen und diese in Frisörgeschäften verkaufen …”

    besser im Ehrenamt untergebracht ist. Die kommerziellen Interessen sollte da am Besten gar keine Rolle spielen. Wenn eine KünstlerIn durch einen Förderer die Möglichkeit hat, sich sogar hauptberuflich um ihre Werke zu kümmern, ist das natürlich wunderbar.

    Aber sollte das wirklich die Regel sein? Ich denke nicht.

  15. 1. Die generation “Option” finde ich sehr interessant.
    2. Kunst sollte erstmal nicht bezahlt werden, Kunst ist einfach ein zu schwammiger Begriff.

    SöL an einer Hauswand ist auch Kunst, bekommen Grafiti Sprüher in irgendeinem Maße Geld dafür?! Nein trotzdem haben sie die Ausgaben für die Dosen und alles. Das einzige ist vlt. ne Anzeige und ne Klage. Wieso sollten dann andere “Künstler” bezahlt werden.

    Andy Warhol hats gesagt “Everyone will be famous for 15 minutes in future.”
    Deswegen sind wir doch alle Photographen und Webdesigner sowieso.
    Gruß Aeon

  16. Kai, ist dir eigentlich der geile Titel für diesen Artikel aufgefallen, der oben im Browser-Titel steht? Ach, wahrscheinlich hast du’s eh mit Absicht gemacht ;-)

  17. Da lese ich den Artikel, die Kommentare, und blicke erst ganz unten, warum die Künstler keinen Bock mehr auf den StyleSpion haben ;)

  18. Hallo an die Interessenten!

    Habe zumindst erreicht, dass diskutiert wird und nun auch andere auf den Plan gerufen hat, Dank meine Iniatitive . Es bewegt sich etwas in diesem Lande.
    MFG
    Eva HS

  19. Schlägt man die z. B. Fernsehzeitschrift auf oder erwischt mal einen Auschnitt aus einer der vielen Daily-Soaps, kann einen schon das Grausen überkommen, wenn man z. B. die schauspielerische oder musikalische Leistungen mancher Darsteller erlebt. Die verdienen oft nicht schlecht, während viele, die eine lange Ausbildung hinter sich haben, keine Chance bekommen. Wie sollen junge Menschen ein Gespür für Kunst bekommen, wenn es ihnen niemand nahebringt. Es fängt mit Vorlesen, gemeinsamem Singen an.

  20. Mit meinen 23 Jahren bin ich noch in den Kinderschuhen der Kunst und sehe mich dennoch selbst als Künstler, ich mache Bildhauer arbeiten und fotografiere und hauptsächlich bin ich Kunstmaler.
    Was mir sehr wichtig ist ist hier zu sagen ich möchte auch für keinen preis der Welt etwas anderes sein, ich weiß ja nicht ob jemand der begriff “Beruf” noch im eigentlichen sinne etwas sagt aber ich finde Kunst ist meine Berufung.
    Kunst beginnt für mich mit der Wahrnehmung und dem Talent meine wahrgenommenen Gefühle anderen mitteilen zu können.

    Ob nun Künstler oder ein anderer Beruf ich finde es ist die Pflicht von uns allen, mit einander dafür zu sorgen das jeder Mensch von seiner Arbeit leben kann. es macht mich manchmal schon traurig zu sehen das leben und Lebenswege inzwischen relativiert wird.
    leben ist nicht verhältnismäßig.

    “jedes Ding ob groß ob klein hat das recht zu sein!”

  21. Sorry, dass ich kein ganz richtige Deutsch schreibe.
es ist so.
Die Künstler, die keine Grundabsicherung haben, sind Heute in Sklaverei geraten.
Problema besteht darin, dass in Deutschland die Arbeit sehr oft wird einfach nicht bezahlt, bemerken sie bitte, ich habe gesagt nicht sehr schlecht bezahlt sondern WIRD GAR NICH BEZAHLT. Ich befinde mich beruflich auf sehr höhen Niveau und habe am Höchste Zeugnis in Deutschland.
Es ist so, Jedes Haus, (Theater oder Orchester auch andere Institutionen) machen mit jedem Künstler individuelle Vertrag und das ist freie wilde Markt. Sie bekommen Höchst ausgebildete Künsteler sehr oft für den Preis, billige als Reinigungs Personal im diesem Haus (Wenn auf Stundenlohn umrechnen, weil Künstler muss sich Material erarbeiten und lernen) Und die Künstler, die keine Grundabsicherung haben , gezwungen sind dass mitmachen, weil wenn sie ein mal das nicht gemacht haben, sind sie raus aus Geschäft. Sehr oft am Ball in bereich Kunst stehen die Wolfe mit scharfen Zähnen, die auch nicht so viel Ahnung haben vom zumbeispiel Musik und nicht richtig einschätzen können diese Aufwand.
Ich verstehe auch, dass Grundgeld kann nicht jeder bekommen, soll auch nicht, weil hier ist Gefahr besteht, dass jeder, der einbisschen irgend was machen kann, kann sich als Künstler bezeichnen, aber Problem besteht darin, dass sehr oft die Arbeit wird unterbezahlt oder gar nicht bezahlt, obwohl sehr oft dafür keine Gründe bestehen.
Es ist einfach nicht`s anders, als Weltbekannte Deutsche Sparsamkeiteit, oder auf Umgangssprache Weltbakannte Geiz.(Wird oft in Ausländische Presse ausgelacht) Wir haben Resultat vom Geiz schon erlebt auf Letzen Love Parade, wann die Organisatoren
haben auf Sicherkeitskosten gesparrt.( Der Resultat bezeichne ich als Mord. Die Veranstalter haben die Leute ERMORDET!!! )
 Am bestene Künstler werden ihren Platz immer finden, auch in Anderen Länden, und sie machen das immer öfter, ich weiss das. Das ist schade, weil das führt dazu, dass wird immer schlecher unterrichtet und in baldigen Zukunft Niveua fällt stark nach unten. Ich weiss das Heute schon, Manche Orchester haben Problem, Musiker zu finden die Zweite Bratsche oder Geige spielen, kommen einfach schlechte Leute. und das ist nicht im Dorf, das ist in sehr grossen Stadt, die Weltbekannt gilt. Viele sind schon weg.
Man kann natürlich sagen, kein Problem, kommen andere. Aber sie kommen mehr nicht so oft, vorbei es gibt eventuell ein Letze Schans – Nord Korea.
Ich denke in diese Situation soll sich die Stadt einmischen und gesetzlich regeln, wiviel

  22. die Häuse und Veranstalter und Agenturen bei sich lassen dürfen, und wiviele sie auszahlen sollen. Ich sehr keine andere Alternative, weil hier Am Ball immer öfter stehen Hungrige Wolfe mit scharfen Zähnen, und sie werden immer weiter Leute versklaven.
Für mich ich sehr keine normale Zukunft, ( Nicht Grosse Zukunft, einfach normale Zukunft) so wie normale gesicherte Arbeitsplatz, dadurch natürlich keine Familie, weil ich kein Armut produzieren will.
Aber ich bin hier Ausländer, ich habe mein Beruf, und finde irgendwas.
Es ist schade dass, die Deutsch haben nicht so viel Möglichkeiten und sollen hier das ganze Leben bleiben (betrifft nicht gute Spezialisten) .
Ich entschuldige mich für sehr falsche Grammatik, und wünsche euch alles gute.