Leica M9 – Erfahrungsbericht

leica m9 erfahrungsbericht

Heute ist ein guter Tag um ein Zwischenfazit zur M9 von Leica zu ziehen. Keine Sorge, über technische Details werde ich nicht viel schreiben, weil mich die wenigsten davon interessieren und ich zu wenig Vergleiche zu anderen Kameras ziehen kann. Trotzdem ist dieser Beitrag natürlich ein wenig nerdig, also erspart ihn euch besser, wenn ihr nicht am Thema interessiert seid.
Warum ist heute ein guter Tag? Weil ich die mir zur Verfügung gestellten Objektive morgen wieder an Leica zurückgebe – somit bin ich zwar Besitzer einer M9, aber erstmal eine Weile ohne Objektiv, bis ich dafür eine Lösung finde.

Ein persönlicher M9 Erfahrungsbericht

Bitte bedenkt, dass dies mein Erfahrungsbericht ist. Er bezieht sich nur darauf, wie und was ich fotografiere. Technische Tests zur Leica M9 gibt es ja schon mehr als genug.

Womit fange ich also an? Die M9 entspricht so ziemlich allen Vorstellungen, die ich von einer Leica M hatte: sie ist handlich, über der Schulter getragen sehr unauffällig, und sie sorgt dafür, dass man sich vollkommen auf das Motiv konzentrieren kann. Ganz extrem runtergebrochen mal die größten Unterschiede zu meiner vorherigen Kamera, einer Nikon D90:

  • Keine Spiegelreflex, sondern eine Messsucherkamera/Rangefinderkamera
  • Fullframe-Sensor (entspricht 35mm Kleinbild)
  • Kein Autofokus, Fokussieren erfolgt immer manuell
  • Kleineres Display
  • Langsamer
  • Keine Videofunktion
  • Preis: ziemlich genau das achtfache

Messsucher / Rangefinder

Beim Fotografieren mit der M9 schaut ihr durch ein sehr helles Fenster. Innerhalb dieses Fensters wird ein Leuchtrahmen eingeblendet, dessen Größe abhängig von der Brennweite des Objektives ist. Beispiel: Setzt ihr ein 28mm Objektiv drauf, ist der Leuchtrahmen fast Deckungsgleich mit der Fläche dieses “Fensters”. Setzt ihr ein 90mm Objektiv drauf, grenzt der Leuchtrahmen eine sehr kleine Fläche im Zentrum des Fensters ein. Diese Fläche ist die, die bei einer Aufnahme auf dem Foto abgebildet sein wird.
Zum Vergleich: bei einer Spiegelreflexkamera seht ihr durch den Sucher immer nur den Bildausschnitt, den ihr einfangen werdet. Der Zoomeffekt.

Diese Messsuchergeschichte war für mich am Anfang die größte Umstellung. Ich habe schlichtweg manchmal vergessen, dass auf dem Foto nur der Bereich im eingeblendeten Rahmen auf dem Foto sein wird, nicht die gesamte Fläche, die durch den Sucher zu sehen ist. Es hat nicht allzu lange gedauert, um dies erstens nicht mehr zu vergessen, und noch viel wichtiger: zu schätzen. Der Vorteil: ich sehe beim Fotografieren nicht nur exakt das, worauf ich aus bin, sondern auch das, was außerhalb des Fotos passiert und kann bei Bedarf entweder neu komponieren oder die halbe Sekunde warten, bis die Katze im Bild ist.

Das Messuchersystem wird auf der Seite von Leica anschaulich erklärt.

Das Fokussieren

Ich habe vor der M9 nie manuell fokussiert, sondern mich immer auf den Autofokus der Kamera verlassen. Bei der M9 gibt es diese Funktion nicht, das heißt, ich muss bei jedem Foto erstmal am Fokussiering drehen, bis ich das gewünschte Element scharf gestellt habe. Dieses Fokussierfeld liegt in der Mitte des Bildes. Da ich sehr dazu neige, mein Hauptmotiv nicht in der Bildmitte zu platzieren, erneut eine große Umstellung. In der Praxis bedeutet das, dass ich erst mein gewünschtes Objekt in der Mitte scharf stelle, und danach die Kamera wieder schwenken muss, um das Foto wie gewünscht zu komponieren. Das Bedarf wieder einer Umgewöhnung, hat mir aber zwei Vorteile gebracht: es ist durchaus von Vorteil, wenn man zuerst dafür sorgt, dass die Kamera für das Motiv vorbereitet ist, und danach, von der gesamten Technik befreit, das Bild gestaltet. Der zweite Vorteil: Ich habe bemerkt, dass es durchaus gut aussehen kann, etwas oder jemanden auch in der Bildmitte zu platzieren.
Diese Vorgehensweise mag umständlich klingen, tatsächlich ist sie aber einfach nur anders als wahrscheinlich gewöhnt. Inzwischen liebe ich sie, und hoffe, dass man das auch an der Qualität der Fotos sehen kann.

Ich werde recht oft gefragt, wie treffsicher ich im Vergleich zum automatischen Fokus bin. Das manuelle Fokussieren benötigt ohne Frage etwas Übung, vor allem, wenn es mal schnell gehen muss und man mit offener Blende fotografiert. Noch vor zwei Wochen hätte ich gesagt, dass sobald man in schwierigen Situationen (Beispiel: Konzert mit miserablem Licht und sich schnell bewegenden Musikern) mit dem Autofokus besser fährt. Heute sehe ich das anders. Sowohl das Konzert von Dendemann als auch das Jamaica Konzert habe ich mit der M9 fotografiert und es waren nicht mehr falsch fokussierte Fotos dabei, als sonst. Denn: gerade im Dunkeln hat der Autofokus seine Schwierigkeiten und verennt sich gerne mal. In Standardsituationen hingegen bin ich mit dem manuellen Fokussieren inzwischen schneller und vor allem treffsicherer als der Autofokus.

Die Belichtungsmessung

Bei meiner D90 habe ich mich immer auf die Belichtunsgmessung der Kamera verlassen. Es stehen dabei drei Methoden zur Verfügung: Matrix (versucht das “Gesamtbild” zu beurteilen), Mittenbetont (versucht die Belichtung anhand der Informationenen in der Mitte des Bildes zu berechnen) und Spotmessung (versucht, die Belichtung anhand eines relativen kleinen ausgewählten Spots im Bild zu berechnen).

Die Leica hat genau eine mögliche Messmethode: Mittenbetont. Keine Kompromisse. Passt diese Messmethode für alle Situationen? Nein, nicht im geringsten. Leica wird sich etwas dabei denken, an dieser Methode festzuhalten, aber sie hat ihre Tücken. Ich habe es geschafft, Portraits zu schießen, die aussahen wie ein Scherenschnitt. Aber, die M9 ist ja eine digitale Kamera, das heißt, ich kann mir das Foto im Anschluß auf dem Display ansehen. Und siehe da, nach kurzer Eingewöhungszeit lernte ich das, wofür mich die alten Hasen auslachen werden: vor dem Klick schon in etwa einschätzen zu können, welche die korrekte Belichtungszeit sein könnte und entsprechend manuell einzugreifen.

Die Bildqualität

Die Bildqualität ist überragend. Kein Wenn, kein Aber.

Objektive für die Leica M9

Ohne Objektive funktionieren nur Lochkameras, was ich ja gerade selbst schmerzlich erfahre (s. Einleitung). Die Objektive von Leica haben den Ruf, die besten am Markt zu sein. Welchen Einfluss ein gutes Objektiv auf die Qualität eines Fotos hat, können selbst Anfänger beurteilen, wenn sie zähneknirschend zugeben müssen, dass sie meinen Ratschlag, die Kamera ohne Kit-Objektiv zu kaufen, ignoriert haben und nach ein paar Monaten mal eine weitaus günstigere 50mm Festbrennweite kaufen.

Die meisten meiner Fotos habe ich mit einem 50mm SUMMARIT f2.5 gemacht. Dieses Objektiv ist quasi eine Billiglinse aus dem Hause Leica, die mit ca 1100 Euro zu buche schlägt. Will man den echten “Leica-Look” sind 2500-4000 Euro fällig.

Selbstverständlich bin ich mit der Bildqualität dieses Objektives schon mehr als zufrieden, einziges Manko: f2.5 ist tatsächlich nicht sehr lichtstark, wenn man bedenkt, dass es sogar eine f0.95 Linse gibt.

Auch wenn ich die 50mm Brennweite mag, meine nächste Linse wird eine 35er.

Der Monitor

Der Monitor ist ok, wird aber zurecht in jedem Review zur Kamera kritisiert. Meine Kritikpunkte: extrem anfällig für Kratzer, ab ISO 800 kann ich kein Foto mehr auf dem Display beurteilen. Das komt daher, dass für die Preview auf dem Monitor das Sensorrauschen nicht unterdrückt wird. Es ist ein einziges Pixelrauschfest. Ich habe irgendwo mal etwas darüber gelesen, wieso das bei der Kamera so ist, aber mich interessiert da nur das Ergebnis, und das ist nicht schön.
Dieses Bildrauschen ist übrigens auf dem Rechner nachher nicht zu erkennen, man kann sich damit also arrangieren. Trotzdem komisch, wenn man ein Portrait schiesst, und der Person beim Blick aufs Display erstmal versichern muss, dass das nachher absolut ok aussieht…

Sensorrauschen

Oben beschriebenes Problem mit dem Monitor führte dazu, dass ich davon ausging, keine brauchbaren Fotos über ISO 800 machen zu können. Stimmt aber nicht, ISO 1600 ist ok – vor allem in Kombination mit der Noise-Engine von Lightroom 3 (gehört zum Lieferumfang der Kamera), die kleine Wunder beim Entrauschen der Fotos vollbringt.

Allgemeines Handling der M9

Kommen wir zum für mich wichtigsten Faktor bei einer Kamera. Wie fühlt es sich an, damit zu fotografieren? Es fühlt sich großartig an. Der Body ist kein bisschen ergonomisch geformt, es gibt einen Schalter oben, und ein einziges Einstellrad für die Belichtunsgzeit. Das wars.
Die Leica ist keine Wunderkiste, bei der man sich fragt, was da drin vor sich geht. Die wenigen Einstellmöglichkeiten sind die einzigen, die man wirklich braucht. Auch durch das gesamte Menu der Kamera klickt man sich in Sekunden. Keine Suche (wie bei der Nikon) in X verschachtelten Menupunkten. Klingt abgedroschen, aber die Kamera ist idiotensicher zu bedienen und fühlt sich einfach ehrlich an.

Unterwegs mit der M9

Ich möchte ein wenig ausholen, der Text ist ja noch nicht so umfangreich :) Als ich mich letzte Woche bei einem Konzert an der Kasse wegen meines Fotopasses gemeldet habe, sollte ich mich kurz an die Kollegin von der Security wenden. Ich bin zu ihr hin, und zeigte meinen Ausweis. Sie begann mir zu erklären, dass ich… und plötzlich stoppte sie.
Sie: “Wo hast du denn die Kamera?”
Ich: “Na, hier.” Sie hing über meine Schulter.
Sie lachte: “Mit der möchtest du hier fotografieren?”
Ich: “Klar.”

Solche Situationen sind keine Seltenheit. Die Kamera wird im schlimmsten Falle belächelt, im besten Falle erst gar nicht wahrgenommen. Perfekt für mich. Fotografiere ich Menschen, fühlen sie sich nicht so bedrängt, wie mit den großen Kameras. Das ist sehr angenehm, und wirkt sich natürlich auch ein wenig auf den Ausdruck aus. Wer sich also gerne über sein Equipment profiliert, sollte weiterhin zu enormen Zoomobjektiven und dicken SLRs greifen.

Fotografiere ich mit der Kamera anders? Da bin ich mir nicht sicher, das müssen andere beurteilen. Ich fotografiere aber definitiv weniger. Nicht im Sinne von weniger Motive, sondern im Sinne von Auslösungen. Vorher habe ich gerne mal drei oder mehr Fotos vom selben Motiv gemacht, heute mache ich eins, notfalls ein zweites, wenn es in die Hose ging. Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich mich mit der Kamera besser auf die Motive konzentrieren kann und vorher schon genau weiß, welches Foto die Speicherkarte später ausspucken wird.

Fazit

Nach dem langen Text da oben ist wohl klar, dass ich diese Kamera liebe. Die Leica M9 ist die beste Kamera, mit der ich bisher gearbeitet habe – aber das waren ja auch noch nicht wirklich viele. Ich bin bisher bewusst nicht auf den Preis eingegangen: 5500 Euro ist für eine Kamera eine Stange Geld. Ob jemand so viel Geld für eine Kamera ausgeben sollte, kann und will ich nicht beurteilen. Die M9 ist eine sehr spezielle Kamera und keineswegs ein Allrounder. Wer viel im Studio arbeitet, sich am liebsten an Makrofotografie oder Sportfotografie austobt oder nebenbei auch mal ein Video aufzeichnen möchte, der wird mit dieser Kamera nicht weit kommen. Aber für meine Art zu fotografieren muss ich keine großen Kompromisse eingehen und mein Rücken dankt es mir auch.

Platzhalter für Fragen

Auch wenn das jetzt wirklich viel Text war, einige werden noch Fragen haben. Soweit ich diese beantworten kann, werde ich den Beitrag nach und nach ergänzen.

Disclaimer: Ich bin nicht verpflichtet, diesen Artikel zu schreiben. Ich habe ihn geschrieben, weil ich viele Rückfragen zur Kamera bekomme und nun auf diesen Beitrag verweisen kann.

Microsite zur M9 von Leica.

64 Kommentare (closed)

  1. Klingt schon sehr interessant die Kamera aber das Geld wäre sie mir dann doch nicht wert. Die Geschichte mit der Security Kollegin ist schon lustig :)

  2. Die Kamera würde für 90% aller Fälle ausreichen. So gar einen Produktions- und Reportageeinsatz würde ich ihr voll zutrauen. Das einzige was gegen sie spricht ist der Preis. Für das Geld bekomme ich eine vielseitigere Ausrüstung. Leider kauft man mit dem Geld auch etwas ein Image. Exklusivität und Kleinserien können einem Produkt durchaus gut tun. Leider wiegt die Fertigungsqualität das alles nicht auf. Schade!

  3. SO muss man ein Review schreiben!
    Man lernt übrigens an keiner Kamera besser, als an einer an der man nicht mehr einstellen kann als Blende, Belichtungszeit, Empfindlichkeit und die Schärfe manuell.

    Wünsche dir baldmöglichst ein Objektiv.

  4. Klingt irgendwie so, wie bei Leuten, die aus dem deutschen “Land” kommen und New York oder Paris total toll finden, aber Köln oder Berlin nicht mal kennen.

  5. Mal ein kleiner Tip für dich, bezüglich Objektivsuche:
    Voigtländer baut auch Objektive mit M-Bajonett und die haben dann doch eine etwas andere Preisklasse.
    http://www.voigtlaender.de/cms/voigtlaender/voigtlaender_cms.nsf/id/pa_fdih7bhcm4.html
    Ansonsten vielen Dank für den guten Artikel. Wahre Erfahrungsberichte liest man ja meist selten und auch wenn ich mir derzeit keine Leica leisten könnte, dein Artikel wäre für eine Kaufentscheidung schon sehr hilfreich.

  6. Vor einiger Zeit schriebst du “Und bevor ihr mich hasst: Leica hat mir die Kamera nur geliehen” und jetzt bist du “Besitzer einer M9″?

  7. Cooler Erfahrungsbericht! Ich kannte Leica nur als “Retromarke” bevor du hier zum ersten Mal darüber geschrieben hast. Gibt es eine Übersicht bekannter Fotografen, die mit Leica Kameras heute fotografieren? Ich bin immer nur auf alte Fotografen gestoßen.
    Ngai: ich finde es total gerechtfertigt, dass Kai mit der Kamera weiterhin arbeitet. Eher komisch, dass er die Objektive zurückgeben muss, wenn man sich vor Augen führt wie oft in den KOmmentaren beim Spion nach der Kamera gefragt wird. Das ist nicht gerade schlechte Werbung für Leica .

  8. Hab mal versucht drauf zu achten wer mit den Digital Ms arbeitet, aber die M8 war anscheinend wirklich viel zu unausgereift, um zu arbeiten und viel zu unwirtschaftlich. Die M9 gibt es ja auch erst sehr kurz. Leica traut sich ja erst seit ein paar Jahren wieder zu einen wichtigeren Markt zu besetzen als die Liebhabernische.
    Und die, die die immer mit M6 gearbeitet haben, arbeiten anscheindend wohl immernoch damit, weil sie auch nicht vom analogen weg wollen.
    Der Preisverfall bei gebrauchten Objektiven ist übrigens geringer als bei den dazugehörigen Digitalkameras. Zumindest würde man die Objektive mit weniger Risiko gebraucht kaufen als die Kamera.

  9. Wenn man Film als Medium nutzen möchte und eine günstige Alternative zur Leica sucht, bietet Konica mit den Hexar RF Modellen auf dem Gebrauchtmarkt etwas zum halben Preis der Leica an. Sie hat auch Leica M Mount. Die Voigtländer Optiken sind auch über jeden Zweifel erhaben! Viele nutzen sie auch gern an Fullframe DSLRs.

  10. Sehr schöner Bericht, damit kann ich was anfangen. Gerade eben weil ich ja auch mit der D90 arbeite und du genau die Punkte ansprichst, die für mich interessant sind.

    Ich hatte die M9 letztens mal in der Hand und war überrascht, wie klein sie ist. Gewöhnungsbedürftig, aber angenehm. Eigentlich eine Kamera zum immer-dabei-haben, wäre sie nicht so teuer. Das Rauschverhalten auf dem Display fand ich übrigens erschreckend schlecht… daher gut, dass du den Punkt aufklärst.

    Ich habe mich übrigens noch nie mit den gefühlten 3000 Menüpunkten der D90 beschäftigt, die Kamera funktioniert zum Glück für 99% der Fälle auch ohne den ganzen Quatsch. Wäre sie jetzt nur noch etwas kleiner… ;)

  11. Erwische mich, wenn ich Fotos sehe wie die von Chris Weeks, dabei, dass ich mich frage, ob es da nicht auch eine andere halbwegs professionelle Profikamera getan hätte…
    Bis auf die Reportagen, die sind tatsächlich ganz gut und haben auch dieses gewisse Leica-Dings.

  12. SO, muß man bestimmt keine Review schreiben, vor allem, wenn soviel falsches darin steht. Da kann ich mir ja gleich einen Werbeprospekt von Leica durchlesen. Wer so einen Blödsinn schreibt, den kann man wirklich nicht mehr ernst nehmen: “In Standardsituationen hingegen bin ich mit dem manuellen Fokussieren inzwischen schneller und vor allem treffsicherer als der Autofokus.”

    Der AF im “allgemeinen” ist langsamer als manuelles Fokussieren, was für ein Schwachsinn

  13. Erst mal Lob dafür, dass man eine review über die M9 schreibt ohne auch nur Zahlen wie Megapixel und sowas zu nennen. Ich habe mir erst vor 2 Tagen die M7 gekauft und ich kann nur sagen, der beste Verschluss den eine Kamera nur haben kann. Jetzt muss ich nur noch an ein 35 summicron rankommen und ich bin glücklich.
    Ich habe mir erst vor paar Monaten die Canonet gekauft um zu gucken ob Messsucher was für mich ist und seitdem blieb die slr nur noch zu Hause und hat sich gelangweilt. Mit solchen Kameras ist man wirklich viel unauffälliger und beim auslösen dachte ich nur “Wie? Das wars? Ist die Kamera kaputt oder hab ich da gerade was gehört?”. Wenn ich diese Erfahrung nicht gemacht hätte würde ich wohl selbst nicht glauben, dass das einen so beeinflusst.
    Zu Chris Weeks: Ja, seine Videos sind ja irgendwie extrem auf Leica konzentriert, aber irgendwie hat der Kerl auch recht. “There’s nothing like shooting with a rangefinder”. Wenn man auf der Strasse fotografiert, was ich tue, würde ich ihm zustimmen!

  14. @Manong, danke für deinen sachlichen Kommentar. Du musst natürlich nicht begründen, warum ich deiner Meinung nach “Schwachsinn” schreibe. Das wäre ja total albern, stimmt’s?

  15. Fokussiere sogar bei meiner Canon 40D lieber manuell. Was besser funktioniert, ist wohl jedem selbst überlassen und die Dendemann-Livebilder sind schon ein recht deutliches Zeichen, dass Kai ohne Autofokus ziemlich gut klar kommt. Vielleicht schraubt man nicht unbedingt schneller als der Ultraschallmotor, aber man fokussiert und fotografiert ja dann sowieso grundsätzlich anders.

  16. Ach wenn ich doch diese Dokumentation finden würde, die mal auf Arte lief, in der man Henri Cartier-Bresson und seine M6 durch Paris begleiten dürfte und er, teilweise ohne durch den Sucher zu gucken, im Vorbeigehen so schöne Bilder machte, dass es mich vor Ehrfurcht leicht zittern lässt…

  17. Schöner Bericht und Glückwunsch zur Kamera :-)
    Aber sie wäre auf keinen Fall was für mich, bei meinen Augen verlasse ich mich lieber auf den AF.

    @Bene Man kann nicht alles haben und je nach Art und Anzahl der Objektive reden wir hier vom Gegenwert eines Kleinwagens.

  18. @Marc Ich meine, genau sowas in einer Reportage über René Burri gesehen zu haben – möglicherweise auch auf Arte.
    Der hat Blende und Zeit eingestellt und sich dann drauf verlassen, dass alles in die Hyperfokaldistanz passt.

  19. @rauti Bin mir unheimlich sicher, dass das HCB war. Allein schon weil sie durch Paris spazierten und ich über René Burri noch keine Dokumentation gesehen hab.
    BTW René über Henri: “Als Lehrer nimmt Henri Cartier-Bresson allerdings eine besondere Position ein. Er war besessen von der formatfüllenden Komposition. Zeigte man ihm ein Foto, hat er es zuerst verkehrt herum angeschaut. Er wollte sich nicht vom Inhalt ablenken lassen, zuerst Format und Komposition beurteilen. Manchmal hat er mich mit seinen Ansprüchen fast Wahnsinnig gemacht.” :-)
    Vielleicht hat er sich ja auch den No-Lood-Stunt abgeguckt.

  20. D nicht mal ansatzweise in der Nähe zum K.
    Gehe jetzt ins Bett und höre dann auch auf hier zu spammen…

  21. Das mit dem Sensorrauschen verstehe ich nicht. Gehts um LiveView (sofern sie das überhaupt hat), dass unbrauchbar ist? Ist die Qualität des Displays so schlecht, dass das Rauschen des frisch gemachten Photos damit sogar noch verstärkt wird? Ich mein… das Photo ist doch gemacht, da kann das Rauschen ja nicht mehr “unterdrückt” werden. Oder?

  22. Super Artikel. Danke dir für diesen Erfahrungsbericht.
    Ich hatte das Vergnügen, vorletztes Wochenende mit der M8 zu fotografieren und sie einfach mal in der Hand halten zu dürfen. Ist schon komplett anders. Und man ist wirklich unauffälliger damit, weil die Allgemeinheit komplett auf DSLR und dick getrimmt ist.
    Außerdem verleitet sie definitiv mehr zu bewussterem Fotografieren. Und wenn ich das hier so lese, wächst mein Wunsch nach so einer Kamera ungemein.

  23. LIebe Solmser, bitte packt dem Kai doch ein kleines Paket mit einem 35er ein. Bitte bitte. Das ist gut für uns und besser für euch. :)

  24. Gibt’s bei Leica nen Ansprechpartner, der einem dazu verhelfen kann auch für sie zu arbeiten? =)

    Ich wäre ja echt bereit viel Geld für ne Kamera auszugeben, aber das ist einfach zu krass. Sehr schade, dass die hier nicht auch eine andere Preispolitik angehen. Zwischen ihren billigen Kompaktkameras und den Ms gibt’s ja nicht wirklich was.

  25. Haben mal vor vielen Jahren eine Leica-Broschüre gemacht, “M die “Quintessenz” der Fotografie”. Ich war einfach nur sprachlos wie viele weltbekannte Bilder mit einer M gemacht wurden. Kennedy, Monroe, *das* Che Guevara Bild.

    Und es überrascht mich nicht, das der “Canon Rumors Guy” zu ganz ähnlichen Ergebnissen kam.

    Bausparvertrag jetzt.

  26. Mir ist doch noch ein junger Fotograf eingefallen, der eine M benutzt. Paul Ripke – macht weder Street-Photography noch Reportage, sondern Werbung – nutzt die M als Scouting Kamera.

    Vincent Laforet hat die M8 auf seiner »Gear-List«. Er ist ja von Haus aus Photojournalist aber was er genau damit macht weiß ich nicht.

  27. bis ich mir ne m9 leisten kann, gibts die m100 und dann ärger ich mich wieder, weil wieder 4711 euro fehlen, falls man dann noch mit euro bezahlt…

    der bericht, auch wenn man ihn bei leica im produktpass nachlesen könnte, zeigt mir, dass mein eigener wunsch nach einer solchen kamera durchaus vernünftig zu sein scheint. ausserdem les ich das lieber von einem anwender als von einem produkt-manager…

    kein bedienwirrwar, konzentration aufs wesentliche, freiheit. was will man mehr?

    mahalo
    roman

  28. Netter Erfahrungsbericht. Habe ich gerne gelesen. Auch eine Kamera bei der es “nur” um das Fotografieren geht. Finde gut das Leica sich treu bleibt. Persönlich träum ich noch von einer Leica S2.

  29. Sehr schöner Bericht! Ich hatte Sie auf der Photokina und kurz bei IPS in den Händen und mich hat auch der M9 Virus befallen!

  30. Seit ich deinen Bericht hier gelesen les ich mir alles zu dem Thema durch. Aber es bleibt der Preis. Dabei ist mir die erst kürzlich angekündigte Fujifilm X100 ins Auge gefallen: http://drp.ly/CWDY.

    Kennt sonst jemand eine “ähnlich” Kamera? Leica is einfach zu krass und analog möchte ich aus Bequemlichkeit einfach nicht mehr fotografieren. Mit meiner Powershot G9 bin ich zufrieden, aber der kleine Sensor ist doch sehr eingeschränkt toll.

  31. Digitale Messucherkameras gibts glaube ich nur von Leica und Epson.
    Die Fuji interessiert mich auch wirklich sehr. Schade finde ich nur das man das Objektiv nicht auswechseln kann. Wäre schon mal mit 50mm zu fotografieren. Hoffentlich bringen die auch ne schwarze version raus!

  32. ” Dieses Objektiv ist quasi eine Billiglinse aus dem Hause Leica, die mit ca 1100 Euro zu buche schlägt. Will man den echten “Leica-Look” sind 2500-4000 Euro fällig. ”

    1100 Euro? Sind die Leica Objektive wirklich so teurr oder hab ich da jetzt irgendwas falsch verstanden?
    Ich meine gut, ich bin seit einem Jahr am Fotografieren, hab eine EOS 1000D für 450€, ein Sigma 18-200mm gebraucht für 200€ und ein Canon 50mm f/1.8 2 für 100€ oder so – aber 1100€ für ein Objektiv? So viel ist mir viel Glück mein ganzes Equipment Wert ._. – harte Sache!

    Meine nächste Frage wäre dann:
    Es gibt wirklich f/0.95 Objektive??? Das kleinste was ich bisher jemals gesehen habe war f/1.4

    Liebe Grüße,
    -Kevin

  33. Du kannst noch ganz andere Objektive haben, wenn du willst. Stanley Kubrick hat im Film “Barry Lyndon” mal ein, eigentlich für die NASA entwickeltes f/0.7er benutzt! ; )

  34. f/0.7 o_O

    Ich hab ein f/1.8 und das is schon recht Lichtstark, wie ich finde aber wann nutzt man denn mal f/0.7 ?

  35. In dem Film dreht er damit zum Beispiel ne Szene bei Kerzenlicht, ohne zusätzliche Ausleuchtung.

  36. It is false that Leica is reliable.
    My M9 is broken (sensor) and after 8 weeks of waiting has not yet been repaired.

    The quality of the M9 is good.
    The repair service is terrible.
    The M9 breaks easily, already repaired two times in 10 months :-(
    Think before you buy Leica.
    If you decide to M9, bought 2 cameras. At least you’ll have a M9 to use when the other is out of service. ;-)

  37. je öfter ich auf Deinen Seiten von der M9 lese, bzw. je mehr Bilder ich von der M9 äh ich meine natürlich von Dir sehe um so neugieriger werde ich, das Teil muss echt klasse sein … wenn es nur nicht so verflucht teuer wäre … ich müsste schon fast meine gesamte Ausrüstung gegen die M9 inkl. dieser 50mm “Billig-Linse” aufwiegen…

  38. Schöner Bericht! Ich träume schon lange von einer Leica, aber der Preis…