MGMT + Florence and the Machine @ Luxor, Köln

nicht MGMT

Vorher

Konzertbeginn 19:30. Wer kommt auf so ‘ne Idee? Erstaunlicherweise war der ehemalige Prime Club um diese Zeit bereits ordentlich gefüllt. Doch davor spielte sich noch ein hübsches kleines Szenario ab, das meine Vorfreude quasi noch einmal um 100% nicht! steigerte:
Wir so am Eingang,
Security so: “Tasche bitte.”
Klar. Ich so: “Kamera – stehe auf der Gästeliste.”
Er so: “Das ist ne Profi Kamera.”
Ich so (gedacht) “Hä?”
Er so: “Wegbringen.”
Ich so: “Nee, stehe auf der Liste. Schreibe ‘nen Artikel drüber und so.”
Er so: “Es gibt Gäste, und Gäste”
Ich: “oho.”
Ich meinen Namen genannt.
Er: “Ja, steht drauf. Aber keine Kamera”
Dame an Kasse schaltet sich ein: “Es gibt abgezählte Foto-Päße. Heute nur einen. Kennst du XX (Name eines Fotografen)?”
Ich: “Nö.”
Sie: “Der steht drauf.”
Ich denke: “Wahnsinn”…

Das Ganze Spektakel ging noch weiter. Am Ende wurde ich von einem etwas freundlicheren Herrn mit Schwarzer Jacke zur Gaderobe gebracht, damit er sehen konnte, wie ich meine Kamera und Jacke dort hinterlege… Zahle natürlich für 2 mal Garderobe…

Florence and the Machine

Um 19:40 kommt Florence auf die Bühne und es dauert ungefähr 30 Sekunden, bis sie die Aufmerksamkeit des kompletten Clubs hat. Ihre Musik könnte man sich vereinfacht irgendwo zwischen Coco Rosie und Feist vorstellen – und ja, auch die Nennung von Kate Nash würde hier (im positiven Sinne) passen. Die Stimme von Florence ist gewaltig, kräftig, laut und leise. Nach exakt 27 (!) Minuten muss sie von der Bühne – nach 5 Sekunden dröhnt wieder Dosenmusik aus den Boxen: keine Chance eine Zugabe zu fordern. Ich bin mir recht sicher, dass sie bei ihrer nächsten Tour keinen Support-Slot mehr spielt, sondern in größeren Clubs ihr eigenes Publikum haben wird.

MGMT

Der Grund für den frühen Beginn des Konzertes und wohl auch des viel zu kurzen Sets von Florence and the Machine war der anschliessenden Disco-Veranstaltung geschuldet. Als MGMT kurz danach ihr Equipment selbst aufbauen bin ich positiv überrascht. Überhaupt ist es ein Abend der Überraschungen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass MGMT diesen Laden komplett füllen. Tun sie aber.

Um es kurz zu machen MGMT haben ein brilliantes Set gespielt. Ganz anders als ich erwartet habe, nämlich viel rockiger. Ich hätte alleine der Gitarrenarbeit stundenlang zuhören können. Und erst beim Konzert habe ich MGMT wirklich verstanden. Die Songs der Band stehen auf einem satten Fundament tradioneller Gitarren-Rock Bands wie Led Zeppelin, Supertramp, ELO und haben live fast Null Disco-Einschlag (Nimmt man die beiden Singles einfach mal aus der Wertung heraus). Dass ich keine Fotos machen durfte, hat mich natürlich gefuchst, nicht zuletzt, weil ich mit ansehen musste, wie die Leute, die keine “Profikamera” hatten, den Herren fleissig ins Gesicht geblitzt haben. Dafür hatte ich quasi permanent 2-3 Kameras mit ausgestreckten Armen im Blickfeld. Hrmpf… Trotzdem: Hammer-Konzert!

Nachher

Da ich keinen Bock hatte, nach dem Konzert ewig an der Garderobe anzustehen, sind wir nach dem regulären Set eben dort hin, um schonmal die Sachen zu holen. Denkste: Ich durfte meine Kamera nicht in die Hand bekommen, bis der letzte Ton ausgeklungen war. Das Luxor war und ist der Club in Köln, in den zu gehen, mich am meisten Überwindung kostet.

3 Kommentare (closed)

  1. Pingback: Friska Viljor & The Guns @ Werkstatt, Köln - StyleSpion

  2. Oh, was für eine Schande, sowas nervt natürlich tierisch. Mein Beileid hast du auf jeden Fall. Würde MGMT auch gerne mal live sehen, vielleicht verirren sie sich ja auch mal in die Schweiz.

    Gruss, Pascal