Nervt es, Dinge selber zu machen?

Bauanleitung

Ich habe gerade in Johannes Bookmarks einen Beitrag von Hannegret entdeckt. Sie ist Designerin und beschreibt, dass und warum sie von Do It Yourself Geschichten genervt ist.

“Ich bin gelangweilt von den hundertsten “so schön wohnen Designer” Serie, gelangweilt von der zweihundertsten Idee, wie man ein altes Regal aufpimpen kann, gelangweilt von wunderschönen anbetungswürdigen Kleidungsstücken (die ab Größe 38 scheiße aussehen), perfekt dazu passenden Accessoires, und dem viel zu oft zitierten Credo “indie ist ecofriendly” (was in den meisten Fällen wahrscheinlich nicht mal stimmt). Ehrlich gesagt bin ich nicht nur gelangweilt, sondern auch etwas genervt.”

Da fühle ich mich ja mal sowas von direkt angesprochen :) Hannegret ist der Meinung, dass Bauanleitungen (wie sie ja auch hier gepostet werden) die Kreativität hemmen, da Anleitungen abgearbeitet werden. Ich widerspreche einfach mal und möchte einen Vergleich ziehen: Kochen!

Ich besitze so einige Kochbücher. Die Rezepte darin koche ich, so ist es schliesslich gedacht, nach. Manchmal. Was aber viel wichtiger ist, ist der Lerneffekt. Durch das Nachkochen habe ich nach und nach gelernt, welche Zutaten immer gut zusammen passen, wie man Gewürze gezielt einsetzt etc. Und das ist die Basis, auf der ich, und das ist eher die Regel beim Kochen, “freestyle”: Ich schaue nach, was im Vorratsregal ist, und beginne mit den gegebenen Zutaten etwas eigenes daraus zu machen. Und darum geht es doch, oder? Lernen durch Adaption.

Wie seht ihr das? Dienen euch die Vorschläge, die hier gepostet werden, als Schablone, oder eher als Grundlage, auf der eine Variation entsteht?

Übrigens gibt es auf Hannegrets Hannafakturblog eine Menge sehr cooler Anleitungen(!) naja, zum nachbasteln.

Fotocredit

10 Kommentare (closed)

  1. vielleicht ist sie genervt, dass sie ständig kreativ sein muss, während andere sie quasi kopieren?! das geht zB mir auf die nerven, dass die umgebung meint, ich wäre kreativ und soll doch bitte schön nun endlich was machen…
    ansonsten seh ich das auch als kochbuch-konzept, also learning more by doing :)
    LG und viel spass heute!

  2. Naja es zwingt Sie ja keiner Kreativ zu sein. Ich finde Anleitungen immer schön. Man hat einen Denkanstoß und eine Hilfestellung bei der Arbeit und kann selber kreativ werden.
    Oft ist es ja auch so, dass man nie alle Sachen zuhause hat und muss dann selber sich noch Ideen entwickeln, das gewollte umzusetzten.

  3. kreativität ist nicht gleich verteilt – wer anleitungen braucht, soll sie nehmen und glücklich damit werden. wer anleitungen als kreativitätszünder braucht, soll sie nehmen und glücklich damit werden. wer aus sich und seiner umwelt heraus inspiration zieht, soll anleitungen links liegen lassen und glücklich damit werden.

    nervig kann es eher werden, wenn individualität zum kollektiven zwang wird, und man ein regal nicht mehr an die wand hängen kann, ohne es vorher total flippig aufgemotzt zu haben. das hat meiner meinung nach aber nichts mit anleitungen an sich zu tun.

    überdies bietet sowas die möglichkeit einer gegenbewegung, und das ist sowieso am coolsten :)

  4. Ich sehe es auch eher als Inspiration. Ich transformiere meißtens sowieso die Vorschläge und Anleitungen so das sie auf mich passe. Mal davon abgesehen, das ich leider bisher noch nichts umgesetzt habe… aber kommt sicher noch!

  5. ja nin gewisser weise hemmen anleitungen die kreativität, wie eigentlich alles was wir grade als cool oder sonstwie toll empfinden. man denkt ja automatisch in den vorgegebenen schienen und das betrifft ja eigentlich alle lebensbereiche. ich mache mir daher auch keine allzu großen sorgen, dass mit der verbreitung solcher plattformen wie instructables.com die kreativität der menschheit im jetztzustand eingefroren wird. dafür sind auch die probleme zu individuell. man kann das ganze jedoch auch von einer ganz anderen seite betrachten, wenn man davon ausgeht, das grade vorhandene problemlösungen zu eigenständigem denken anregen. da fällt einem vlt. eine deutlich knackigere lösung wie schuppen von den augen. es ist ja keine schande vorhandenes zu verbessern, das rad muss nicht jeden tag neu erfunden werden. nicht vergessen sollte man auch den drang zumindest einiger menschen auf biegen und brechen eine eigene lösung zu finden, um ebend nicht in der reihe blökender schafe zu stehen. wer lieber schaf ist, weil ihm zeit nerven oder schlicht die kreativität fehlt der soll damit glücklich werden, die macher und denker wird das doch von nichts abhalten.

  6. Ich finde diese DIY Sachen super. Und nein, ich denke nicht, dass es nur Anleitungen sind. Erstmal guckt man sich das vollendete Werk an. Ich hab so ein Wandbild gesehen und dachte “wow, so was muss ich auch haben”. Danach sah ich erst wie es geamacht wurde und wie einfach das war und habs abgeändert damit auf mich passt.
    Genau nach Anleitung nachbauen ist nicht so Spaßig. Aber wenn man wirklich nicht weiß wie man das umsetzen soll sind sie sehr wichtig.

  7. So hab ich nähen gelernt… erst sklavisch an an Anleitungen gehalten, dann Kleinigkeiten geändert und nu entwerfe ich selber Klamotten. ;-)
    Ich nehme Anleitungen gleich welcher Art immer als Inspiration. Das geht aber nur, weil ich mittlerweile die Grundlagen kenne, die ich durch Anleitungen gelernt habe.

  8. ich mag anleitungen, kochbücher, den ganzen diy-kram, inspiration und alles. für mich scheint das nur grade in der gesamtheit etwas aus der balance zu kommen, ich beobachte oft konsum und vermisse authentizität und leidenschaft. (wobei ich das dir, kai, nicht mal unterstellen würde =). jedenfalls find ich das schade und würde gerne was daran ändern.

  9. Nervt schon!!! Lieber kaufen da ich kaum nerven und geduld besitze

  10. Ich finde auch das Kreativität, Inspiration, und Leidenschaft bei der Erstellung eines Gegenstandes oder eines Möbelstückes mit im Spiel sein müssen. Wäre es da nicht wunderbar wenn es eine Werkzeug-Komposition gäbe die es mir ermöglicht Möbel herzustellen nach meinen Vorstellungen, sodass ich daran spaß habe und gleichzeitig Geld spare.