OK GOs offener Brief

Vielleicht habt ihr es mitbekommen. OK GO, eine Band die auf ein Video mit über 40 Millionen Views bei Youtube blicken können, haben ein kleines Problem. Ihr aktuelles Video lässt sich vielerorts weder in Websites einbinden, noch überhaupt ansehen.

(Dass das Video hier eingebunden ist, liegt daran, dass die Band es selbst bei Vimeo und anderen Services einstellt, um es trotzdem zu verbreiten.)

Die Band kassierte dafür ordentlich Prügel von allen Seiten – kann aber natürlich nichts dafür. In einem offenen Brief hat sich Damian stellvertretend für die Band zu dem Thema geäußert. Der Text ist lang, und er zeigt ganz wunderbar, wie und warum sich das Musik-Business im Kreis dreht. Ein Auszug:

With or without this embedding problem, we’ll never get 50 zillion views on a YouTube video again. That moment – the dawn of internet video – is gone. The internet isn’t as anarchic as it was then. Now there are Madison Avenue firms that specialize in “viral marketing” and the success of our videos is now taught in business school. But here’s a secret: zillions of hits was never the point. We’re a rock band, and it’s a great gig. Not just because we get to snort drugs off the Queen of England (we do), but because the only thing we are expected to do is make cool stuff. We chase our craziest ideas for a living, and if sharing those ideas takes 40 websites instead of one, it doesn’t make too big a difference to us.

So, for now, here’s the bottom line: EMI won’t let us let you embed our YouTube videos. It’s a decision that bums us out. We’ve argued with them a lot about it, but we also understand why they’re doing it. They’re aware that their rules make it harder for people to watch and share our videos, but, while our duty is to our music and our fans, theirs is to their shareholders, and they believe they’re doing the right thing.

Open Letter From OK Go, regarding non-embeddable YouTube videos via

ok go - of the blue colour of the sky

So sieht übrigens das neue Album „Of the Blue Colour of the Sky“ aus. Es kann durch Klick auf das Bildchen gekauft werden (Partner-Link) und wird am 22.01.10 veröffentlicht. Die Rezension dazu folgt in den nächsten Tagen.

14 Kommentare (closed)

  1. Na ja, also wenn EMI n bisschen was von Marketing verstehen würde, dann wären sie sau froh über jedes Mittel dass eine Band bekannter macht. Außerdem würden sie wahrscheinlich mit keiner normalen eine solche Reichweite erzielen. Blöd sowas! Zum Glück lern ich das grad für meine Prüfungen ;-)

  2. Ohne irgendwen verteidigen zu wollen, aber glaub mir: auch da arbeiten Leute, die das genau so wie wir verstehen. Nur treffen eben die anderen die gewichtigen Entscheidungen.

  3. Jo klar. Aber ist halt traurig, dass so ein mächtiges Mittel einfach missverstanden und dann nicht angewandt wird.

  4. ich hab jetzt nicht den ganzen brief gelesen sondern nur den auszug. aber ich verstehe nicht ganz das problem an der sache: ich denke ok go sind freiwillig bei emi unter vertrag, klar dass es über die verbreitung von videos wahrscheinlich keine klausel im vertrag gibt, aber ich denke das müssen sie dann wohl so hinnehmen. es ist nunmal so: unendliche freiheiten und indie label oder einschränkungen, etwas mehr einkommen und major.

  5. Das die Labels immer noch nicht kappiert haben, wie der Hase läuft?! Die wehren sich, genau wie die Zeitungsverlage, mit Händen und Füßen gegen das Netz und dessen Verbreitungsmöglichkeiten. Aufmerksamkeit ist eine der Währungen dieses Jahrzehnts. Aber das müssen die Herren Manager schon selber rausfinden.

  6. meine kritik soll nicht heißen, dass ich voll hinter den labels stehe mit meiner meinung. aber wie auch ok go das handeln von emi versteht, versteh ich es genauso. wieso nutzen diese chance der unbegrenzten verbreitungsmöglichkeiten dann nicht kleinere labels, wenn die großen es verschlafen?

  7. Naja, meiner Meinung nach haben die wohl sehr gut verstanden wie der Hase läuft. Bin mir eigentlich relativ sicher das die ganze Sache wieder konstruiert wurde und diese Story um Video und offener Brief Produkt eben dieser Marketingabteilung ist. Würde zur Band passen und erklären warum wieder so ein Hype um die Sache gemacht wird.

  8. @nicolai: möglich. ähnliches gibt es aber auch bei andern Interpreten. Zuletzt gesehen auf dem Myspace Profil von Lady Sovereign. Auf IHRER eigenen Seite ist ein Video eingebunden, wenn man es anklickt heisst “This is Content from EMI…”

    Logisch gibt es einen Sinn hinter den Sperren, aber die Verbreitung via Internet zu unterbinden ist lächerlich und zeigt imho, dass die Musikindustrie nach der Ära der Schallplatten mit Einführung der Kompaktkassette genau nichts an ihrer Grundeinstellung geändert hat.

    Vieleicht ist es konstruiert, vieleicht nicht. Die Gewissheit darüber wird wohl irgendwo in einem #geheimprojekt schlummern.

  9. Buchtip:

    Ökonoie der Aufmerksamkeit von Georg Franck.

    LG!

    Gerald

  10. Ah und weiter gehen wirds wohl mit der Sperrung des VIMEO Accounts binnen 24-48 Stunden nachdem das Major Label mit dem Rechtsdienst kurz mal schnell bei Vimeo Anklopft und darauf aumerksam macht, dass die Band nicht über das Recht verfügt das Video über diesen Kanal zu verbreiten.

    Wenns dann weg ist – war der Brief ernst (und auch das Label scheinbar not amused).

    Wenns online bleibt… wars konstruiert. Denn nichts was 61 Tausend Plays generiert bleibt verborgen ;)

    Just my two cents…

  11. also ich glaube auch stark, dass das alles konstruiert ist. das video ist zwar gut, allerdings nicht bahnbrechend oder so genial wie “here it goes again”, auf jeden fall hätte es nie solche große aufmerksamkeit bekommen, die es jetzt durch die sperraktion bekommt.

  12. jepp, das video ist echt gut. Naja, und die Plattenfirmen werden irgendwann wieder von der Realität eingeholt werden…