Rheinkultur 2008

Rheinkultur Publikum

Die Rheinaue ist ein perfektes Festival Gelände – eigentlich sogar das coolste, das ich bisher gesehen habe. Die Weitläufigkeit in Kombination mit dem abschüssigen Gelände sorgt dafür, dass man trotz weit über 100 000 Besucher immer ein Plätzchen findet. Dass das Festival noch immer keinen Eintritt kostet, und trotzdem jedes Mal ein paar dicke Fische auf die Bühne schickt, ist eine große Leistung. Die Preise für Essen und Getränke sind hoch, aber nicht ungewöhnlich hoch – und durchaus mit denen anderer Veranstaltungen vergleichbar. Außer dem irrsinnigen Preis für 0,3 l Wasser: 2,80 + 1,00 Pfand! Gibt es nicht ein Gesetz, das vorgibt, dass mindestens ein nichtalkoholisches Getränk billiger sein muss, als Bier?

Wir haben uns folgende Bands angesehen:

The Trashmonkeys

The Trashmonkeys

Die Trahsmonkeys machen eigentlich die ideale Musik für solche Festival-Nachmittage: Rock’n Roll mit catchy Hooklines. Nichts neues, aber solide gespielt und nett dargeboten. Passend zum ersten Bierchen.

The Bloodlights

The Bloodlights

Wer die Bloodlights sind, habe ich erst in der Festivalzeitschrift gelesen. Es ist die neue Band von Captain Poon, der Mann, der eine der beiden Gitarren bei den legendären Gluecifer gespielt hat. Schon bei Gluecifer war er die Rampensau, jetzt darf er bei Bloodlights auch ans Mikro und steht voll im Rampenlicht. Ehrlich gesagt, hat mich die Band dann aber ziemlich enttäuscht. Mir war der Sound zu angepasst, zu glatt – und das beschimpfen des zweiten Gitarristen war nach dem 2. Mal auch nicht mehr sooo witzig.

Martin Jondo

Martin Jondo

Gentleman soll ihn irgendwann auf die Bühne gezerrt haben, und seitdem ist Martin Jondo einer der deutschen “Jamaikaner”. Martin saß ohne Band, nur mit seiner Akustikgitarre auf der kleinsten Bühne des Festivals, und spielte seine Songs. War sehr schön anzuhören und für ein paar Minuten hatten wir das Summer Jam in Bonn. Leider mussten wir nach dem halben Set schon wieder los, um Tomte zu sehen.

Tomte

Tomte

Thees. Tomte. Thees. Ich mag ihn, ich mag die Platten, die Texte, die Musik. Dieses niemals Perfekte – aber immer Gute. Die Band hatte einen sehr guten Tag, der Sound war gut (nur viel zu leise) das Publikum sang, Thees scherzte wie immer, und die Leute haben gelacht. Bis auf den Fotografen, der hinter uns stand, und über den Nebel auf der Bühne meckerte. Seine Freundin so: “Zuerst dachte ich die sind gut, aber nach 2-3 Liedern… beliebig. Wer ist das?” Wir haben den Platz gewechselt. Tomte sehen sehen wir auf dem Fest van Cleef in 3 Wochen wieder. Und weil es geared passt: Tomtes Blog

Tomte Thees Uhlmann

Ben Folds

Ben Folds Rheinkultur

Jeder weiß, dass der Man am Flügel ein geniales Köpfchen mit Humor und Songschreibertalent hoch 10 ist – dachte ich zumindest. Bei näherem Betrachten waren viele Besucher aber eher neugierig, warum da ein Flügel auf der Bühne aufgebaut wurde. Ben war unser Hauptact im Geiste. Und es war das erste Konzert, das wir von ihm sehen durften. Und, naja, es war eher enttäuschend. Einmal ist er auf den Flügel gesprungen, um das Publikum zum mitsingen zu bekommen. Und kurz waren auch die leisen Sitmmen des Publikums zu hören, was eigentlich wirklich nicht schwierig war, denn das Konzert war viel zu leise. Anonsten klemmte Ben Folds hinter seinem Flügel, und das knappe “Thanks” ging in Richtung seines Bassisten. Ich hatte viel mehr erwartet.

Ben Folds Live

Vor Ben Folds Auftritt hat sich für uns eine Rückfahrtsmöglichkeit ergeben, sonst wären wir direkt nach dem Auftritt in Richting Bahn gegangen, um das Allerschlimmste zu vermeiden (Bahnfahren bei der Rheinkultur ist in etwa so, als würde man sich freiwillig in einen Käfig mit besoffenen Affen einsperren lassen.)
Und so kam es, dass wir uns die Sportfreunde Stiller ansahen.

Sportfreunde Stiller

Sportfreunde Stiller

Ich war noch nie ein Fan der Band. Einfach nicht mein Ding, auch wenn ich niemals behaupten würde, dass sie schlecht sind oder so. Um es vorweg zu nehmen: Die Sportfreunde waren irgendwie das Highlight der Rheinkultur (ich weiß, dass das 70% der Besucher vorher schon so sahen).

Die Sportfreunde waren die einzge Band, bei der die Lautstärke halbwegs ok war, die Band ist routiniert auf großen Bühnen, mag derzeit Grün unglaublich gerne und ich kannte, woher auch immer, jeden Song. Dass das Publikum zwischendurch immer wieder Seven Nation Army anstimmte war zu erwarten – und hat mich mächtig grinsen lassen. Bonuspunkt dafür, dass Sie ihren WM-Hit nicht gespielt haben.

Rheinkultur 1. Reihe

Blackmail und die Futureheads konnten wir uns leider nicht ansehen, weil sich die Auftritte mit denen oben überschnitten haben.

Rheinkultur: nächstes Jahr gerne wieder. Aber nur mit Auto.

Noch mehr meiner Fotos von der Rheinkultur 2008 bei flickr

19 Kommentare (closed)

  1. Wow, danke für den Bericht und die tollen Fotos!

    Nachdem ich Ben Folds mal in Köln begeistert gesehen und letzte Woche in Bochum verpasst hab, freu ich mich ja fast, dass ich mich nicht über einen fulminanten Auftritt bei der Rheinkultur ärgern muss.

    Tomte mag ich auch ein bisschen. Also ein bisschen was von denen hören, sympathisch sind sie allemal.

    Und die Sportfreunde mochte ich auch noch nie so recht. Blackmail hab ich in Köln mal gesehen, die mag ich nahezu gar nicht.

    Als ob das irgendwen interessiert … Nu ja, mein Wort zum Sonntag, sozusagen. :-)

  2. Auto…? Haha, du bist lustig. Wenn Rheinkultur ist, ist meistens das ganze Gebiet rund um die Rheinauen dicht. Parkplatzsuche ist in Bonn so schon schwierig, aber bei Rheinkultur praktisch unmöglich. – Ich weiß, wovon ich spreche… ich wohne hier. ;-)

    Habe es leider dieses Jahr – mal wieder – nicht geschafft, aber irgendwie war auch keiner von meinen Bekannten dort. Ich hoffe, nächstes Jahr schaffe ich es mal und es ist irgendeine Band da, die mich wirklich interessiert (zugegebenermaßen interessiert mich der Indie-Rock/Pop-Kram eher weniger).

    Danke aber für den Bericht und die Fotos. Weiß ich wenigstens was ich verpasst … oder nicht verpasst habe. ;-)

  3. Schöner Bericht!
    Ist leider zu weit weg von mir sonst wär ich mal vorbeigefahren.

  4. ich fands auch sehr cool. bin ja noch nicht soo lange in bonn, und es war mein erstes rheinkultur.. hatte echt spaß..

    sind auch super fotos geworden, schön dass du so nah ran konntest! bei den sportis haste aber nen ganzschönes rauschen im bild, was für iso wert hatteste da? 1250?

  5. Christopher, glaub mir, lieber eine halbe Stunde zum Auto laufen, als vier Stunden am Bahnhof zu warten, um sich dann zerquetschen, mit Bier vollspritzen und anschwitzen zu lassen.. Wäh!

  6. Ich habe mich kurz vor der Abfahrt in eine allergische Masse verwandelt (Heuschnupfen) und habe dann auf den Tag an der Rheinaue verzichtet. Das war nicht so schlimm für mich, denn als ich einen Tag vorher erfahren habe, dass sie die (Drum’n'Bass) Breakzone dieses Jahr nicht haben, ging für mich ein wichtiger Grund verloren, zur Rheinkultur zu fahren. Außerdem waren bis auf 2-3 Freunden keine der Leute da, mit denen ich sonst hinfahre. Nächstes Jahr dann wieder. :)

  7. Ich wäre auch super super gerne gekommen, wenn ich nicht in der Uni-Endzeit wäre … :-( Ich habe keine Ahnung, wie oft ich schon Tomte gesehen habe, aber das ist in meinen Augen auch eine echt große Liveband. Ich erinnere mich vor allem gerne an die Lesung von deren Buch im Gleis 22 in Münster, wo Thees über Nagel von Muff Potter gescherzt hat. Sehr witzig …

  8. Coole Bilder! Konzertfotografie ist gar nicht so einfach, vor allem dann, wenn schlechte Lichtverhältnisse vorherrschen.

  9. @andre Danke, das Rauschen in dem Foto kommt auch dadurch, dass ich es recht extrem hochgezogen habe. Die D80 kommt mit Werten über ISO 800 nicht klar. Und auch ISO 800 ist ein echter Kompromiss…

    @Matthias Auch wenn ich sonst gerne schreibe, dass Technik also Hardware nicht das wichtigste ist – für Konzertfotos muss schon gutes Equipment her. Ich habe schon sehr neidisch links und rechts auf die D3s von Nikon gepaart mit den Mega-Objektiven, gestarrt.

  10. Ich weiß nicht ob die Frage von dir retorisch war, aber ja eigentlich gibt es da ein Gesetzt, das vorschreibt, dass mindestens ein Antialkoholisches Getränk billiger sein muss als Bier. Zudem ist jede Gaststätte, Veranstalter etc. sogar eigentlich gesetzlich gezwungen dir kostenlos ein Glas Leitungswasser zu geben.

  11. Hast du zufällig ein Foto von dem Sportfreunde Stiller Logo gemacht, dass vor dem Auftritt von der Bühne hing?
    Ich suche es nämlich verzweifelt, aber ausser auf einem Shirt im Sportfreunde Stiller Shop (dessen Bild man nicht vergrössern kann), finde ich es nicht.

  12. Pingback: browserFruits : Foto News, Links und ein Video für den 07.07.2008 | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel

  13. Ich war auch dort, das erste Mal. Hauptsächlich an der grünen Bühne, war ein sehr schöner Tag :) Super Wetter, schöne Musik, und die Leute haben sich auf dem Gelände ja gut verteilt.

    Es gab übrigens auf dem Feld an den beiden großen Bühnen eine blaue Box unter einem Sonnenschirm, wo man sich seinen TetraPak gratis mit Trinkwasser füllen konnte (für das man aber laut Gesetz auch Geld verlangen könnte). War auch eine lange Schlange davor ;)

    Ein antialkoholisches Getränk muss übrigens nicht günstiger sein als das günstigste alkoholische, es darf nur nicht teurer sein ( http://bundesrecht.juris.de/gastg/__6.html )

  14. Das ist natürlich ärgerlich, dass das Ben Folds Konzert eher enttäuschend war. Ich durfte ihn bereits vier mal sehen – einmal sogar noch mit seiner damaligen Band „Ben Folds Five“ – und wurde bisher nie enttäuscht. Ganz im Gegenteil; ich war jedes Mal auf’s neue begeistert. Vielleicht solltest Du ihm noch mal eine Chance im kleineren Rahmen geben.