RSS Feeds

rss-feed-icon

Nachdem ich letzte Woche dreimal in meinem privaten Umfeld erklären sollte, was denn so toll an diesen RSS Feeds ist, und warum das denn so praktisch sei, will ich das hier auch nochmal zusammenfassen. Die technische Seite von RSS lasse ich weitestgehend außen vor – sie spielt für den User kaum eine Rolle. Am Ende des Beitrages finden sich noch ein paar Grudlagen, aber zunächst ein Beispiel aus der Praxis.

Nutzen von RSS-Feed Abonnements

Angenommen, du hast 30, 50 oder 500 Webseiten, die du regelmäßig besuchst. Weil du nicht von gestern bist, hat du dir diese Seiten nicht etwa auf einem Stück Papier notiert, sondern als Lesezeichen/Bookmarks in deinem Browser gespeichert. In deiner Mittagspause geht der Spaß los: Du fängst an, die einzelnen Webseiten aufzurufen, und siehst nach, ob denn etwas neues erschienen ist. Hast du neue Artikel gefunden, überfliegst du diese, und liest vielleicht den ein oder anderen. Hast du keine neuen Artikel gefunden, rufst du die nächste Seite auf, und so weiter. Ziemlich zeitaufwändig, oder?

Viel schneller geht das, wenn du neue Beiträge per RSS vefolgst. Dazu benötigst du nicht zwangsläufig einen RSS-Reader (Feed-Reader), das geht auch mit allen aktuellen Browsern.

Vorteile von RSS-Abonnements

Der entscheidende Unterschied zum “normalen” Surfen ist, dass dein Browser/Feed-Reader dir anzeigt, ob (und wieviele) ungelesene Artikel auf einer von dir abonnierten Seite erschienen sind.
Weiterhin kannst du die Artikel in deinem Browser/Feed-Reader lesen. Feed-Reader verwenden eine Standarddarstellung, d.h. Überschriften und Fliesstext aller Webseiten werden gleich dargestellt, ganz unabhängig davon, welches Design eine Webseite hat. In vielen Feed-Readern kannst du außerdem wählen, ob du nur die Überschriften der neuen Beiträge, oder den ganzen Beitrag angezeigt bekommen möchtest.

Bedenken

Ein gängiges Argument gegen den Einsatz eines Feed-Readers ist, dass man die Texte lieber im “echten” Design lesen möchte. Außerdem stellt der RSS-Feed nicht automatisch die Kommentare zu Artikeln dar. Letzteres stimmt, und ersteres ist verständlich.

Dafür gibt es für mich eine ganz einfache Lösung: Ich scanne alle Artikel in meinem Feed-Reader (das dauert pro Artikel wahrscheinlich weniger als eine Sekunde). Glaube ich, etwas interessantes entdeckt zu haben, rufe ich den Beitrag direkt auf der Webseite auf (in einem neuen Tab). In der Regel gehe ich dann erstmal weiter die neuen/ungelesenen Beiträge im Feed-Reader durch, wiederhole den Schritt gegebenenfalls, und erst wenn ich keine neuen Beiträge mehr angezeigt bekomme, gehe ich die Artikel durch, die nun in den einzelnen Tabs geöffnet sind.

Auf diese Art schaffe ich es, derzeit rund 700 Webseiten täglich zu beobachten, ohne damit 24 Stunden beschäftigt zu sein.

Grundlagen

Woher weiß ich, dass für eine Website ein RSS-Feed bereitgestellt wird?

rss-feed-browser

In der Regel wird in der Adresszeile des Browsers das Symbol für RSS angezeigt. Das bedeutet, dass die Website einen RSS-Feed zur Verfügung stellt.

Womit kann ich RSS Feeds lesen?

Es bietet sich an, dafür einen “RSS-Reader” zu verwenden.
RSS-Reader sind entweder eigene Programme, die auf dem Rechner installiert werden, z.B. FeedDemon (PC) oder NetNewsWire (Mac), oder integrierte Reader, die es etwa in Outlook 2007, Thunderbird oder wie bereits erwähnt in allen aktuellen Browsern zu finden sind.
Die dritte Möglichkeit und gleichzeitig mein Favorit sind Online-Feedreader, wie Google Reader oder Netvibes.

Online-Feedreader bieten sich an, wenn ihr nicht permanent an einem Rechner arbeitet. Online-Feedreader könnt ihr auf jedem Rechner mit Internetzugang aufrufen, und nach dem Login seid ihr wieder auf dem aktuellen Stand, sprich bereits beim Frühstück gelesene Artikel sind im Büro auch als solche markiert.

Ich habe einen Feed abonniert, aber es werden mit immer nur zwei Sätze angezeigt…

Das liegt leider nicht unbedingt an dem Feed-Reader, sondern vielmehr an dem Irrglauben einiger Seitenbetreiber, die befürchten, dass sonst niemand mehr ihre Seite besucht…

und weiter?

Begriffserklärung RSS bei wikipedia lesen.

Das RSS-Icon oben stammt aus einer Sammlung bei Smashing Magazine.

Nachtrag

Alex hat in den Kommentaren auf dieses Video hingewiesen. RSS schön erklärt, allerdings auf englisch.

25 Kommentare (closed)

  1. Pingback: Am Rande notiert: Was ist eigentlich RSS? » Der Korsti bloggt

  2. Pingback: Micmox » Warum RSS «

  3. und fuer jeden der englisch versteht, gibt es hier das ganze noch in bildform. die jungs von commoncraft kriegen es jedesmal gebacken, mit ihren videos komplexe sachverhalte leicht verdaulich fuer laien zu erklaeren. sozusagen “die sendung mit der maus” fuer web 2.0.

    http://www.commoncraft.com/rss_plain_english

  4. Es gibt noch einen Nachteil, eine Aktualisierung des Beitrags bekommt der reine Feed-Leser in der Regel nicht mehr mit.

  5. zur aktualisierung: und in einigen feedreadern kann eingestellt werden, dass aktualisierungen angezeigt werden. so mache ich das beispielsweise mit netnewswire, und es ist ein super feature, außer bei stylespion. da landen nämlich alle einträge ca. 4 mal wieder in meinem reader, weil sich ständig bei “ähnliche beiträge” was ändert. es ist kein großer aufwand da mal schnell draufzuklicken, um es als gelesen zu markieren. aber bei dieser gelegenheit wollte ich das mal loswerden (wo ich ja neulich schon so prominent hier auf dem blog vertreten war mit meinem tweet).

  6. Vielen Dank für die Erklärung! Mich würde ja mal interessieren, in wie weit Google Reader mit NNW synchronisiert. Stellt sich die Frage, ob ich dann in NNW oder Google Reader abonniere, oder bleibt das dann egal, weil eh alles synchronisiert wird?

  7. Hi Kai & all,

    ich verwende den GoogleReader (bin von Thunderbird zu GR umgestiegen). Mit dem kann man wirklich sehr schnell auch mal 100+ Nachrichten durchscannen.

    Und ich klicke dann auch immer auf den Link zum Ursprungsartikel, wenn mich ein Thema interessiert – so wie jetzt hier gerade! ;)

    Mein Tipp für alle GoogleReader-Ein-und-Umsteiger: Einfach mal ? auf der Tastatur drücken. Da bekommt man eine Liste alle Tastaturkürzel angezeigt, mit denen man die Geschwindigkeit, in der man sich durch Feeds wühlt, diese mit einem Label versieht etc. um ein Vielfaches erhhöhen kann.

    Hier findet man auch noch ein paar Infos:

    http://www.google.com/help/reader/faq.html#shortcuts

    Happy Scanning,
    Jochen

  8. Guter Artikel, auch ich habe manchmal Schwierigkeiten, die Vorteile der RSS-Feeds zu erklären – das nächste Mal sende ich einfach diesen Artikel weiter :)
    Lange habe ich den Google Reader verwendet, seit wenigen Tagen arbeite ich mit http://www.feedly.com. Vielleicht ist es noch zu früh, feedly zu beurteilen, aber für den Anfang macht es einen tollen Eindruck. Genau das Problem der “Darstellung” der Feeds ist damit behoben, feedly löst es mit Bravour. Ob als Magazin, ganzer Artikel, nur Titel, egal, die Oberfläche lässt sich individuell einstellen. Und: feedly lässt sich einfach mit Google Reader synchronisieren. Nur das Tagging ist noch schwierig (oder gar nicht möglich?), zumindest bin ich noch nicht dahinter gekommen, wie man das macht. Ich bleibe dran und gebe gerne nach einer etwas längeren “Studie” mein Fee-Feedback zurück :)

  9. Vielen Dank für diesen Beitrag! Er erspart mir ne Menge Erklären, will nicht wissen, wie oft ich das schon Freunden erklären musste und zwar doppelt und dreifach haha.

    Aber ich geh genauso vor mit dem RSS-Feeds, von wegen alle erst anklicken, dann lesen. Nutze auch NetNewsWire <3

  10. äh…. 700 websites? ui. die liste würde ich ja gerne mal sehen. ich hab vielleicht 20, 25.

  11. offtopic, aber ich guckte heute Morgen ziemlich dumm, als ich diese Seite als Surftipp in der ‘Living at home’ entdeckte. Und das Tollste: ich war schneller ;-)

  12. Auch wenn es Anti-Zukunft ist: bei manchen Blogs/Themen funzt der gute alte E-Mail-Newsletter wesentlich besser als RSS. Bei meinem Blog habe ich in den letzten 3 Monaten 208 neue Newsletterabonnenten und nur 43 RSS Subscriber verzeichnen koennen.

  13. Pingback: Legistyles - flashfonic.de

  14. Pingback: Designworks Twitterschau KW5 | Designworks VideoPodcast

  15. Pingback: Probleme mit dem RSS-Feed - StyleSpion

  16. Pingback: Kommentare verfolgen // Thomas Aull // Grafik und Webdesign // Grafikdesign, Webdesign, Screendesign, Flash, ActionScript, (X)HTML, CSS

  17. Pingback: Read It! per RSS und Twitter abonnieren » Read It! Rezensionen und Literaturblog

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