SEO Kommentarspam – Erkennung und Lösungsvorschläge

Viele Blogger werden das kennen: mit steigender Zahl der Kommentare im Blog wird man (zurecht) misstrauisch ob des Sinns einzelner Kommentare.

Wie kommen Platzierungen in Suchergebnissen zustande?

Für diejenigen, die sich gar nicht mit SEO beschäftigt haben, ein kleiner Exkurs: Einer der Hauptfaktoren für die Positionierung in Suchergebnissen ist die Anzahl eingehender Links zu einer Website. Dabei spielt es zusätzlich eine Rolle, mit welchem Text dieser Link erfolgt. Verlinken beispielsweise viele Websites mit dem Begriff “XYZ” auf eine Seite, ist davon auszugehen, dass die Seite bei der Suche nach “XYZ” eine gute Platzierung in den Suchergebnissen haben wird. Natürlich gibt es darüber hinaus zig Faktoren, die ebenfalls eine Rolle spielen, aber das ist ein anderes Thema…

NoFollow

Google hat das NoFollow Attribut eingeführt, um Webmastern die Möglichkeit zu geben, nicht jedem der ausgehenden Links auch Linkliebe zu geben. Das Attribut ist umstritten, wird aber beispielsweise im Kommentarbereich von WordPress standardmäßig eingesetzt.

Pro “No NoFollow”

Auf stylespion.de sind die Kommentare nicht mit einem nofollow versehen. Ich habe mich dagegen entschlossen dieses Attribut aktiviert zu lassen – denn warum nur nehmen und nichts geben? Leider führt dies aber auch zu Missbrauch.

Warum sind Blogs so attraktiv für SEO?

Blogs haben aufgrund ihrer ausgezeichneten Vernetzung/Verlinkung – wie wir nun wissen – gute Chancen in den Suchergebnissen mitzumischen.

Dies nutzen natürlich viele Leute aus, um ihr eigenes Angebot zu pushen. Sprich: wer bei mir in den Kommentaren einen Link zu seiner Seite hinterlässt, bekommt „Linkliebe“ und somit steigt seine Chance, bei Google besser gelistet zu sein.

Nun kommt aber der Haken: Nicht nur meine treuen und ehrlichen Leser kommentieren, nein es kommen tägliche neue Kommentare von Leuten, die gerne einen Link hinterlassen. Ein mögliches Ziel: sie kommentieren ausschließlich, um ihrer Website mehr eingehende Links zu schaffen.

Wie kann man nun fair und trotzdem effektiv etwaige Kommentare erkennen?

Folgende Regelmäßigkeiten lassen sich beim manuellen Kommentarspam erkennen

Der Kommentar wird in einem Beitrag hinterlassen, der schon älter ist

Dies ist die auffälligste Variante: Der Beitrag ist bereits ein halbes Jahr alt, steht aber mit einem beliebten Begriff recht weit vorne in den Suchergebnissen.
Kommentare sehen dann meist so aus: “Coole Sache, ich habe aber einen anderen Anbieter gefunden, nämlich XYZ(Link), bei dem sind die Sachen noch toller…”
Hat man die Möglichkeit, zurückzuverfolgen, wie dieser Besucher zur Seite kam, erkennt man, dass er nach dem Begriff bei Google gesucht hat, den Beitrag aufgerufen, und dort seinen Kommentar hinterlassen hat.

Keywordname

Der Kommentierende gibt statt seines Namens ein Keyword an. Cleverstes Beispiel bisher hier: Ein “Peter Schmuck” kommentiert und gibt als seine URL seine Schmuck-Website an. Somit hätte er einen schönen Keyword-Link zu seinem Angebot gehabt.

Link auf Unterseiten: Deeplinks

Eine weitere Auffälligkeit: Es wird nicht die Hauptdomain angegeben, sondern auf eine für Suchmaschinen optimierte Unterseite.

Wie kann man mit Kommentaren umgehen, bei denen man misstrauisch, aber nicht ganz sicher ist?

Zunächst einmal möchte ich betonen, dass ein Kommentar so lange „unschuldig“ ist, bis ich das Gegenteil herausgefunden habe

3 Möglichkeiten etwaige Kommentare die nur der SEO dienen zu handeln

Wenn der Kommentar halbwegs sinnvoll erscheint, lasse ich den Kommentar und den Namen des Kommentierenden stehen, lösche aber die URL

Wenn der Kommentar 08/15 ist, etwa “Coole Sache. Danke.” fliegt er raus, unter Umständen markiere ich ihn auch gleich noch als Spam. Bin ich nicht der einzige, bei dem er aufgeflogen ist, wird Akismet ihn in seinen Spam-Filter aufnehmen und er muss sich etwas neues einfallen lassen.

Ein weiterer Weg, sich Arbeit zu sparen ist das Sperren der Kommentarfunktion älterer Beiträge. Es gibt hierfür auch ein WordPress Plugin, das dies automatisch tut.

In der Regel bringt es nichts, Leute, die offensichtlich aus SEO-Gründen gehandelt haben, anzuschreiben. Das kostet nur Zeit.

Wie geht ihr mit dieser nervigen Problematik um?

27 Kommentare (closed)

  1. Mein neuer Blog ist zum Glück noch zu klein und privat. Also eher keine Probleme mit Kommentarspam.
    Wird sich wohl auch in nächster Zeit kaum ändern :)

  2. ich habe zwar nicht einen solchen traffic wie du auf meinen blog, doch die gelegentlichen unsinnigen kommentare werden größtenteils von akismet gekillt und die einigen wenige die wie oben beschrieben nur aus möglichen seo gründen aus dem nichts plötzlich mal was kommentieren, landen sowieso in der moderation :)

    aber ich denke auch, das man im laufe der zeit relativ gut einschätzen kann wer oder was ein vernünftiger kommentar ist oder einfach nur “schund”, da hilft keinerlei technik weiter ;P

  3. bei mir treten in letzter zeit vermehrt diese kommentare auf. zumeist in englisch geschrieben und in älteren beiträgen. was ich nicht vertsehe, wie man nachverfolgen kann, woher sie kommen. habe zwar auf meiner statistikseite angaben dazu, aber nur allgemein und nicht für jeden eingehenden besucher.

  4. Ich handhabe das ziemlich genau so. Im Zweifelsfall lösche ich da sogar lieber einen Kommentar zu viel, der inhaltlich nichts auf meinem Blog verloren hat.

  5. Coole Sache. Danke…. :)))

    Nein, Quatsch, im Ernst: Ich fackel da ehrlich gesagt nicht lange. Wenn ich den Eindruck habe, der Kommentar dient allein SEO-Zwecken oder Eigen-PR, lösche ich den oder ändere einfach manuell den Link. Dann zielt der ins Leere. In der Regel verstehen diese Werber die Botschaft. Und wer er ehrlich meinte, kann mich ja anmailen. Dann ändere ich das auch gerne wieder.

  6. Platte Eigenwerbung in den Kommentaren merze gnadenlos aus. Zweifelsfälle, grenzfälle oder wenn es eben offensichtlich aber gu´t gemacht ist, lasse ich Gnade walten. Meist hilft auch ein höfliches aber bestimmtes Mail.

    Ansonsten sitze hinter einer Akismet-Wand als gehosteter WordPress.com-Blogger und freu mich des Lebens, was das anbelangt.

    In den Artikeln verlinke ich aber sehr gerne thematisch auf Sachverhalte, die schon aktuell irgendwo gesagt sind. Ich verlinke auch in den Kommentaren, wenn es angebracht ist und meine eigenen Schreibe verkürzt.

  7. Also, ich denke deine Vorgehensweise ist genau richtig. Im Zweifel sollte man einfach auf sein Bauchgefühl hören (was dir als erfahrener Seo noch leichter fallen dürfte) und die Einträge löschen. Und erwischt es doch mal den Falschen, sollte sich das für alle Seiten verschmerzen lassen, da der Kommentar dann wohl sowieso nicht besonders Aussagekräftig war ;-)
    Gute Einstellung zum Thema “nofollow”. Sehe das genauso. Wo wären wir denn, wenn es dieses Geben und Nehmen im Internet nicht mehr geben würde bzw. nie gegeben hätte.

  8. ich mach es ganau so, keywords als namen werden direkt gelöscht. dumme kommentare evertuell noch die url. anderer müll direkt.
    wer aktiver blogger und kommentator ist, kann die effektivität der blog kommentare fürs ranking mal bei der suche nach seinem vornamen bei google überprüfen.
    ist sehr effektiv.

  9. Obwohl ich nur einen verhältnismäßig kleinen Traffic von vllt 50 Hits pro Tag habe und auch nicht so regelmäßig blogge sammeln sich bei mir echt erstaunlich viele Spamkommentare, die aber direkt gelöscht werden.
    Im Filter bleiben aber auch jede Menge hängen.

    Das angesprochene Plug-In funktioniert wahrscheinlich wieder nur wenn der Blog auf der eigenen URL liegt oder?
    (Hab die 0815-Wordpress URL)

    Gruß

    Rapha

  10. ich machs wie du: sinnlose Kommentare löschen und sonst die URL löschen.

  11. Also richtig Ahnung hab ich da jetzt zwar nicht. Aber is es nicht möglich sowas zu spoilen? Dann würde es doch für Spammer uninteressant werden. Oder?

  12. Na der link wird nicht direkt angezeigt. Man muss erst auf einen art Link drücken der denn den wahren Link frei gibt. So irgendwie.

  13. Hi ,
    danke für den Artikel, da ich erst mit dem Blogen anfangen möchte fand ich den Artikel sehr hilfreich, leider ist mir nicht ganz bewusst wie du den geposten Spambeitrag zurück verfolgst. Ich würde mich sehr freuen wenn du das mal etwas genauer Erklären könntest.

    MfG

    Michael Finger
    Holztechniker

  14. Pingback: Ich gebe auf - StyleSpion

  15. Das mit den älteren Artikeln würde ich so nicht unterschreiben. Immerhin ist es doch auch erfreulich, wenn jemand eine Meinung, Ergänzung oder Ähnliches zu einem alten Artikel hat und diesen dann mit seinem Kommentar bereichert, oder? (immer gesetzt dem Fall, der Kommentar hat auch wirklich Sinn)

  16. Oh doch. Du lieferst doch gerade den Beweis.
    Laut meinem Statistiktool bist du über die Suche nach “seo richtig kommentieren” bei Google gekommen. Siehste, hat alles seine Ordnung und der Link zu deinem “Computerportal” wurde von mir entfernt.

  17. Pingback: Änderung bei den Kommentarregeln - StyleSpion

  18. Wer hat mit dieser Problematik nicht in seinem Blog zu kämpen? Gerade in den letzten Monaten nimmt der Kommentar-Spam massiv zu. Je höher das Besucher- und Kommentaraufkommen, desto höher auch entsprechend der Kommentarspam seitens Seitenbetreiber, welche schnell einen Backlink abgreifen möchten und vor allen Dingen jedoch von den liebreizenden Möchtegern-SEO´s, für die ein Blog nichts anderes zu sein scheint, als ein Linkverzeichnis. Bei mir vergeht kein Tag, an dem ich nicht zig solcher Eintragungen löschen muss, bei denen als Name dann ein Keyword (z.B. Gutscheine, Gartenmöbel, etc.) angegeben wurde und als Link auf werbliche Portale oder Kategorien von Shops verlinkt wird.

    Allgemein verfahre ich seit längerem schon nach einem ganz einfachen System. Bei mir lasse ich nur noch Links zu, die aus der Blogsphäre stammen, sprich von Bloggern, die dort ihren Blog verlinken und auch einen solchen betreiben. Die Kommentarfunktion ist schließlich ein Instrument der Blogsphäre, um den eigenen Blog bekannter zu machen und sich gegenseitig zu verlinken. Nur wer mir also die Möglichkeit gibt, ebenfalls per Kommentar einen Link zu hinterlassen, dem gewähre ich bei mir diese Option.

    Zwar kann jeder bei mir erst einmal einen Link hinterlassen und da ich kein nofollow auf der Seite einsetze (ausser für Links innerhalb von Artikeln selbst), ist dies natürlich ein gefundenes Fressen für viele SEO´s und anderes Gesindel. Da ich jedoch jeden Kommentar direkt nach Eingang ansehe und ggfs. bearbeite, fliegen alle Links raus, welche nicht auf einen Blog verweisen.

    Es dämmt zwar nicht das Aufkommen von Kommentarspam ein, jedoch gehe ich dadurch sicher, das ein Spammer kein zweites mal bei mir posted, da seine Kommentare ja bestehen bleiben, er jedoch sieht, das Links umgehend heraus gelöscht werden.

    Auch habe ich diesbezüglich mitterweile eine Anmerkung oberhalb des Kommentar-Formulares hinterlegt, welche SEOs direkt darauf hinweisen soll, das Kommentar-Spam nicht erwünscht ist und Links umgehend entfernt werden. Sofern ein Kommentar noch halbwegs sinnvoll ist und eine Aussage macht, lasse ich es stehen, ansonsten fliegt dieses ebenso raus.

  19. Hallo Kai,

    ich finde es gut, das Frank auf diese Problematik aufmerksam macht und einen Stein ins Rollen bringen möchte, in dem er dazu anregt, über dieses Thema zu bloggen. Auch ich werde dazu noch einen Artikel verfassen und auf alle Blogs verlinken, die bereits dazu geschrieben haben. Weiterhin werde ich aber auch in den Blogs ein Kommentar hinterlassen, da ich denke, dass sich jeder über angeregte Diskussion zum Thema freut und nicht jeder soviele Besucher und Kommentare bekommt wie Frank.
    Nun kann ich meine Aussage nicht x-mal umschreiben, da im Kern nun einmal nur eine Aussage steckt. Ich formuliere etwas um, möchte jedoch so vielen wie möglich meine Meinung zu dem Thema in den Kommentaren hinterlassen.

    Hinzu kommt, das nachher die Artikel durch Trackbacks und Kommentarlinks wiederum untereinander verlinkt werden und vielleicht noch mehr Aufmerksamkeit dafür entsteht.

    Also keine Bange, ich nutze dies nicht für eigenen “Spam” oder einen Link abzugreifen, denn Links hab ich bei Gott genug auf meine Seite :-)

  20. Hat mich ja nur interessiert :)
    Ich bin übrigens gar nicht der Meinung, dass das Thema mehr Aufmerksamkeit benötigt. Letzten Endes muss jeder selbst seinen Weg finden, wie er damit umgeht. In meinem Falle heißt das, dass gut die Hälfte der Kommentare entweder nie online gehen, oder die Links entfernt werden.

  21. Na ja, viele Blogger sind Leien, die vielleicht gar nicht damit umzugehen wissen, oder denen gar nicht auffällt, das ihre Seite zum Linkbuilding von unseriösen SEOs genutzt wird. Die meisten freuen sich vielleicht erst einmal, dass jemand eine Kommentar in ihrem Blog hinterlässt, auch wenn dieser Jemand komischerweise “Rheumadecken” oder “kostenlose Gewinnspiele” heisst. Solange also die Anfänger nicht für dieses Thema sensibilisiert sind und beginnen darauf zu achten, dass ihre Kommentare sauber bleiben, wird dieser Trend zum Linkbuilding durch Kommentar-Spam weiterhin zunehmen, statt wieder abzuebben.

    Ich meine dank Akismet und Math-Comment-Spam-Protection hab ich mittlerweile meine Ruhe vor Spam- und Kommentar-Bots, aber gegen die manuelle Eingabe ist ausser persönlicher Kontrolle noch kein Kraut gewachsen. Solange es also für die SEOs noch lukrativ und erfolgsversprechend ist, Kommentare zu hinterlassen, solange wird dies auch noch geschehen. Erst wenn der Aufwand die unter dem Strich zurückbleibenden Links nicht mehr rechtfertigen, werden sie sich anderen Möglichkeiten zuwenden (müssen).

  22. Auch das sehe ich ander, sowohl Frank, als auch ich, haben bewusst noFollow durch ein Plugin deaktiviert – und wir wissen doch eigentlich alle warum.
    Der von der beschriebene ahnungslose Blogger, wird also weder manuell noFollow deaktivieren, und auch kein riesiges Standing in G haben.

    Dehslab trifft es selbstverständlich die etwas bekannteren Blogs (jeder der in den Blogcharts auftaucht, kann das bestätigen), die von dumpfen und ideenfreien SEOs besucht werden.

    Deshalb habe ich ja auch oben für Leute, die sich nicht mit dem Thema auseinander gesetzt haben, auch erklärt, wodurch diese Nasen meistens auffallen.

  23. Nun ja, das Follow-URL-Plugin ist in jeder WP Grundinstallation bereits enthalten, viele aktivieren es, ohne zu wissen, was genau noFollow bedeutet.

    Die Beschreibung suggeriert jedoch jedem, das es besser ist, es direkt zu aktivieren:

    Dieses Plugin entfernt das sogenannte nofollow Attribut, dass uns WordPress heimlich an die Links pappt, die in den Kommentaren stehen. Einmal aktiviert, arbeitet dieses Plugin unauffällig im Hintergrund und belastet auch Niemanden.

    Desgleichen hatte ja seo-united.de unlängst für Furore gesorgt, als sie eine umfangreiche Linkliste zu Blogs ohne noFollow-Attribut, gestaffelt nach PR, veröffentlichten. Nicht wenige dieser Blogs kann man mit Fug und recht als Blogs von Neulingen bezeichnen. Auch arbeiten nicht alles SEOs wirklich so plump, wie beschrieben, sondern versuchen ihr Linkbuilding geschickt zu kaschieren.

    Gerade die größeren Blogs sind also von vornherein für das Problem sensibilisiert und achten konsequent darauf, ihre Kommentare sauber zu halten. Wichtig sind die Artikel und die Aufmerksamkeit also für diejenigen, die bis Dato keinen Gedanken daran verschwendet haben. Und nichts anderes tut ihr ja eigentlich mit den Artikeln über dieses Thema und den Tipps und Hinweisen zum erkennen des Kommentar-Spams. Wenn zukünftig die Leute also genauer hinschauen, welche Kommentare bei Ihnen hinterlassen werden, dann ist schon viel geholfen und vielleicht gehört diese Art von Linkbuilding bald schon wieder der Vergangenheit an, da der Nutzen in keinem Verhältnis mehr zum betriebenen Aufwand steht.