Support (Update)

Ich habe es bisher immer so gehalten, dass ich die Reißleine ziehe, wenn ich das Gefühl habe, der Spaß an meiner Arbeit hat nachgelassen. Hier ist sie also wieder, die kleine für mich notwendige Pause. Ganz so wortlos möchte ich aber nicht in die Stille verschwinden, ich versuche mal kurz den aktuellen Stand zu skizzieren, und dann kommt ihr ins Spiel.

StyleSpion.de hat derzeit etwa 12000 RSS-Feed Abonennten, in den letzten 30 Tagen haben 190000 Menschen 494000 Seitenaufrufe verursacht. StyleSpion.de steht in allen möglichen Charts ganz gut da, und es könnte wohl kaum besser laufen. Nerdcore, Spreeblick und auch StyleSpion haben Besucherzahlen, die so einigen bekannten Magazinen das ein oder andere Fragezeichen auf die Stirn werfen könnten.

Dieser “Erfolg” öffnet mir viele Türen. PR Agenturen, Brands und Labels klopfen täglich an. Die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit scheinen endlos, und vor allem scheinen sie in ihrer Quantität unbegrenzt. Selbst an einem durchschnittlichen Tag warten jederzeit ungelesene Mails auf meine Aufmerksamkeit. Immer.

Der Paketbote klingelt täglich. Bücher, CDs und andere Sachen stapeln sich in meinem kleinen Büro und warten darauf, Aufmerksamkeit in Form eines Beitrages hier zu bekommen.

Anfragen von Werbetreibenden gehen schlicht und einfach unter, weil für mich der Content immer vor dem “Business” kommt. Wenige Stunden später ist die Anfrage im Posteingang nach unten gerutscht und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ich sie nie beantworten werde.
Selbiges gilt für Mails von Lesern, die entweder Vorschläge für Beiträge, Links, oder Fragen enthalten.

In der letzten Woche haben mir die Gewinnspiele den Rest gegeben. Zunächst mussten meine Anfragen an die Sponsoren raus, danach folgte in einigen Mails die Abstimmung. Die Gewinnspiele schlugen ordentlich ein, an fünf Tagen kamen 1104 Kommentare zustande. Ich moderiere übrigens alle Kommentare… Nach Ablauf der Gewinnspiele mussten die Gewinner gezogen werden, die Kooperationspartner und die Gewinner benachrichtigt werden.

Um es kurz zu machen: letzte Woche blieb dadurch fast alles liegen, was mich sonst schon so auf Trab hält.

Nicht gerade wenig Zeit verschlingt auch das Filtern der Beiträge anderer Blogs. Ich verfolge ca 700 Blogs im Reader. Täglich.

Das Feedback zu der Idee, ein Buch über die Fotografie für Einsteiger aus meiner eigenen Sicht zu schreiben, war grandios. Mir wurde viel Hilfe angeboten, ich muss eigentlich nur zuschlagen. Was mir fehlt, ist die Zeit, aus dem Feedback ein Konzept zu basteln. Ohne sinnvolles Konzept kann an der Idee nicht weitergearbeitet werden.

Meine liebste Frage, die ich oft zu hören bekomme ist: “Was machst du eigentlich so den ganzen Tag?” – Und um ganz ehrlich zu sein, meistens kann ich das nicht beantworten.

So, um auf den Punkt zu kommen: Da muss viel mehr Struktur rein. Wer es bis hier her geschafft hat, dem dürfte aufgefallen sein, dass in der Auflistung der Punkt “Beiträge schreiben” noch nicht einmal vorkam. Bekloppt, oder?

Die nächsten, unbedingt notwendigen, Schritte muss ich in Ruhe überlegen. Das geht nur, wenn ich nicht ständig im Hinterkopf habe, dass ich heute noch keinen Beitrag veröffentlicht habe. Deshalb mache ich ein paar Tage Pause. Den Spaß an der Sache wieder finden, wieder nen klaren Blick bekommen, mich mit Menschen austauschen usw.

Ihr könnt mich gerne unterstützen

Beim Tippen der Absätze weiter oben ist mir wieder bewusst geworden, dass ich schon längst die Arbeit einer ganzen Redaktion mache. Hinzu kommt, dass ich mich auch um Marketing und Technik selbst kümmere. Teile davon werde ich abgeben müssen. Welche das genau sind, weiß ich noch nicht.

Gastautoren

Denkt nicht, dass ich die Idee der Leserbeiträge vergessen habe. Ganz im Gegenteil. Es fehlen nach wie vor die technischen Voraussetzungen dafür. Bis dahin möchte ich gerne allen Interessierten anbieten, hier Beiträge veröffentliche zu können. Ganz besonders im Bereich Inneneinrichtung/Möbel/DIY wünsche ich mir jemanden, der mich unterstützt. Auch interessant sind die Themen Design und Grafikdesign, Kulturelles und Nachhaltigkeit.

Solltest du dich angesprochen fühlen, freue ich mich auf eine Mail mit ein paar Sätzen und Ideen von dir.

Vermarktung

Ich suche noch immer nach einer Agentur, die in der Lage ist, für mich die Abwicklung der Werbeanfragen und Buchung der Banner zu übernehmen. Ich habe schon einige Gespräche geführt, hatte bisher aber immer Zweifel, ob der Partner wirklich versteht, welche Anforderungen bei Blogs auf ihn warten. Sachdienliche Hinweise nehme ich gerne an. :)

Organisation

Der am meisten Zeit fressende Punkt ist der Kram, den niemand außer mir sieht. Das Filtern und Beantworten der Mails. Vorbereitungen für kommenden Beiträge (Bestes Beispiel: 15 + 1 Fragen. Ich habe unzählige ausstehende Kandidaten für die Serie, auch hier muss immer und immer wieder nachgehakt werden.), Freiraum für ganz neue Projekte.

In diesem Punkt kann mir wahrscheinlich niemand helfen, außer er hat einen guten Vorschlag, wie ich den Aufwand systematisch reduzieren kann.

Und jetzt ihr so

Ich freue mich über eure Kommentare, gerne aber auch per Mail (info ät). Bitte bitte nutzt die Betreffzeile, um das Thema anzureißen.

P.S. Danke und ja, mir geht es gut. Und das soll auch so bleiben :)

UPDATE

Soooo. Danke für die vielen Mails und auch danke für die Kommentare (auch die kritischen). Ich lag die letzten beiden Tage flach, das hatte ich zwar kommen sehen, aber egal.

Ich habe mir inzwischen meinen Beitrag selbst noch ein paar mal durchgelesen, und muss zugeben, dass er verdammt naiv war. Die Idee, allen die es interessiert, einen Einlick hinter die Kulissen zu geben, ging teilweise nach hinten los. Ich habe verstanden, dass diese Transparenz als Arroganz oder Egopinseln verstanden werden kann. Wer mich ein wenig kennt, weiß wie sehr mich genau dieser Vorwurf trifft.

Ich habe auch verstanden, dass ich manches nicht mehr so handhaben kann, wie ich das bisher gemacht habe. Ich muss, auch um mich selbst ein wenig zu schützen, künftig ein bisschen mehr darauf achten, was und wie ich es kommuniziere.

Ebenfalls habe ich die bittere Gewissheit, dass es viele schlicht und einfach nicht interessiert, welche Probleme auftauchen können. Sie wollen sich bedienen, erwarten ein Angebot. Erhalten sie dies nicht so, wie es nach ihren eigenen Vorstellungen sein müsste, wird mit “dann lese ich dich nicht mehr” gedroht. Sei’s drum.

Dem kritischen Feedback gegenüber stehen viele positive Kommentare. Und viele Mails von Leuten, die mir ihre Unterstützung anbieten. In den nächsten Wochen wird sich herausstellen, was davon umgesetzt werden kann, und was (noch) nicht.

Wahrscheinlich werde ich dann Leser verlieren, aber genau wie bei den Beiträgen hier, ging es mir noch nie um Quantität. Die im Beitrag gelisteten Zahlen sollten zur Verdeutlichung dienen, nicht zum Schwanzvergleich. Einige Kommentare erwähnten etwas von wegen “nicht aufhören” – daran hatte ich beim Tippen keine Sekunde gedacht.

Was ich zu verdeutlichen versucht habe, ist, dass es neben all dem Spaß den man hat, wenn man ein Blog betreibt, auch Probleme gibt, denen man sich stellen muss.
Da ich kein Profi bin, vor der Registrierung dieser Domain noch nie etwas online publiziert habe, noch nie in der Vermarktung gearbeitet habe, oder Erfahrung in einer Redaktion gesammelt habe, ist es wohl klar, dass ich immer wieder stolpere. Für mich macht das den Reiz aus. Es zuzugeben, ist eine andere Sache.

Ich beobachte mit ein wenig Sorge, dass im letzten Jahr viele Blogs aufgetaucht sind, die im Auftrag größerer Verlage geschrieben werden, oder von Agenturen betrieben werden, deren primäres Ziel es ist, eine weitere Fläche im Internet zu schaffen, auf denen sie die Werbebanner ihrer Kunden platzieren können. Auch da gibt es positive Ausnahmen, sicher.

Insgeheim hoffe ich aber, dass Blogs wie Amy & Pink, I Heart Pluto, Feingut, White Tapes, Kwerfeldein, Stilpir.at, iGNANT, handmade 2.0 oder kopfbunt (und all die anderen) weiterhin Gas geben und dadurch wachsen werden, um auch in Zukunft unabhängige Blogs/Websites zu haben, hinter denen echte Personen mit unabhängigen Meinungen stehen. Wenn hinter diesen Blogs auch Leser stehen, die die Betreiber dabei unterstützen, entsteht ein unschlagbares Team.

Wie das aussehen könnte, wird sich herausstellen. Ich bleibe jedenfalls dran.

Amen.

79 Kommentare (closed)

  1. Schon mal an nen Praktikanten gedacht? Also nur fürs erste…

  2. ich vote für Sekretär/in. Die haben mit Papierkram Erfahrung.

    Du könntest ihn/sie mit einer weiteren Werbeanzeige finanzieren. Sie verwaltet “ihre” Werbeanzeige selber und entscheidet damit auch über ihr Gehalt. ;)

  3. “Generation Praktikum” ist einfach asozial.

    Schlimm genug, dass sich hier sofort wieder Leute unter Wert verkaufen wollen. Der Ich-Mache-Was-Mit-Medien-Wanderzirkus setzt sich in Bewegung…

  4. Krass, was hier so abgeht! Mit Scham lese ich hier so den ein oder anderen Kommentar.
    Wikipedia-Zitat:
    “Der Herausgeber oder Blogger steht, anders als etwa bei Netzzeitungen, als wesentlicher Autor über dem Inhalt, und häufig sind die Beiträge in der Ich-Perspektive geschrieben. Das Blog bildet ein für Autor und Leser einfach zu handhabendes Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Lebens und von Meinungen zu spezifischen Themen.”
    Was erwartet ihr? Es ist ein Blog und das soll es auch bleiben. Es geht um den Inhalt, den man als Autor selbst für wichtig empfindet. Wenn hier nur noch eine DIY-Sache nach der nächsten gepostet wird und mehr willkürlicher Content und weniger Persönliches geschrieben wird, wird es eine Linkschleuder, die es zu Tausenden im Netz gibt.
    Dieses Blog lebt vom PERSÖNLICHEN Austausch zwischen dem Stylespionen und den Lesern. Wer das nicht begriffen hat, sollte seinen eigenes Blog aufmachen und sich seine Artikel selber zusammenstellen. Echt traurig!

  5. @roitsch: kann ich mich nur anschließen. wollte nur keine Grundsatzdiskussion vom Zaun brechen, denke aber das Gleiche.

  6. Was für ein Zufall, auch für mich ist @roitschs Kommentar der erste unter diesem Artikel, dem ich mich voll und ganz anschließen kann :)

  7. Um die Qualität zu halten – mach einfach eine Pause. Das ist auf jeden Fall besser als halbherzigen Inhalt zu bieten. Vielleicht findest du dann auch ganz neue Sichtweisen für die Zukunft des Blogs – wo du doch schonmal die Stylespion-Community angesprochen hast, aber dazu nichts mehr gesagt hast ;)

    Alles Gute weiterhin!

    Achja – die Idee des Praktikanten ist super. Ich bin sicher, da würden einige Menschen viel lernen und dich vllt sogar bereichern…

  8. Hallo Kai, also, ganz im Sinne der “Blogs sind dann Blogs, wenn der Blogger etwas Ich durchblicken lässt”-Angelegenheit würde ich sagen, lagere doch einfach das aus, wozu du nicht dringend vonnöten bist. Marketing und Technik sind da doch naheliegend. Und wie schon jemand weiter oben meinte, bieten sich Gastbeiträge im festgelegten Rahmen (wie die 15+1 Fragen) doch auch sehr an. Ansonsten zwingt dich ja auch niemand, alles sofort umzustellen auf Die Optimierte Version (TM). Delegiere vielleicht erstmal das, was dir am lästigsten ist, und guck dann mal ein paar Wochen, wie das so läuft? Kein Streß und so.

    Frohe Auszeit und frohes Entscheiden!

  9. so jetz muss ich doch auch mal meinen senf dazugeben:

    ich sehe diese ganze diskussion zwiegespalten. zum einen ist es sicherlich so, dass stylespion ein blog ist der von seinem autor lebt. und von den inhalten die er publiziert. also soweit alles in ordnung.

    zum anderen finde ich aber auch, dass diese fast monatlichen wasserstandsmeldungen irgendwie nicht angebracht sind. es entsteht schnell der eindruck dass die nur dazu dienen sollen, dich (kai) in besonders hellem licht stehen zu lassen und zu zeigen wie toll der blog doch ist.

    pause hin oder her, obs was bringt musst du für dich selbst entscheiden. ich mag den blog und werde ihn auch weiterhin lesen, ich könnte mir aber vorstellen dass alle daten, zahlen, fakten, wenn sie dir schon so wichtig sind irgendwo einen eigenen platz finden könnten. dann kann jeder selbst entscheiden ob er das ganze lesen will oder nicht!

  10. @FABIAN: GENAU deiner Meinung bin ich schon ne ganze Weile. Was hier früher echt cool war hat seinen Style schon lang verloren. Daher spioniere ich lieber auf den Interessanten Blogs hier draußen im Web.
    Grüße Manuel

  11. Ich rate dir auf jeden Fall dazu, dich zu vergrößern. Wenn du kein Personal anstellen willst, dann brauchst du ‘nen Partner. Aber die Gefahr, dass dich Partner verarschen, ist immer da. Ich würde lieber am Anfang weniger Geld für mich haben und Personal einstellen, als das Risiko eines gleichberechtigten Partners einzugehen, der dich dann verarscht.

  12. Hey Kai,

    geniesse die Zeit. Eine Auszeit kann wirklich Wunder wirken.

    Ich gebe aber auch den kritischen Stimmen hier recht. Ich glaube dir zu 100% was du schreibst, dass du viel, viel machst und zu tun hast. Wir aber sitzen am anderen Ende der Leitung uns sehen lediglich den Output. Wenn ich mir ansehe was da beispielsweise in den letzen 8 Tagen gekommen ist, sieht das nicht nach Vollzeitjob aus.

    Was ich damit sagen möchte ist, dass du ein Mittel finden solltest wie du schneller zwischen relevanten und nicht relevanten Dingen unterscheiden kannst, dich nicht zu sehr mit “administrativen” oder “brotlosen” Dingen beschäftigst.

    Du bist als Mensch, Marektinginstrument und Institution durch Stylespion “populär” geworden und musst nun selbst wissen wie du in Zukunft diesen Status nutzt.

    Bedenke aber dass du mit Stylespion für die meisten einzelnen deiner Leser (nur) ein kleines Mosaik im WWW und ihres Tages bist, wenn Stylespion für sie nicht mehr lesenswert ist bleiben sie weg. Man sollte nie davon ausgehen dass irgendetwas ein Selbstläufer und man selbst unentbehrlich ist, auch wenn man es schon weit gebracht hat (heisst nicht dass ich dir Letzteres unterstelle, aber die Gefahr wäre bei jedem von uns gegeben).

    Ich wünsche alles Gute, ob mit oder ohne Stylespion.

  13. Mit all die Anderen ist natürlich, sicherlich auch die Pirgofabrik gemeint, oder? ;-)

    Was ich noch zum Thema “stolpern” schreiben Wollte. Ohne das “Stolpern” hätte ich wahrscheinlich niemals “laufen” gelernt! Also, stolper ruhig weiter! ;-)

  14. Ich glaube, ich unterstütze Dich seelisch und moralisch und gehe öfters Mal ein Bier mit Dir trinken. Das sorgt dafür, dass Du so bodenständig bleibst wie Du bist!

    PS: Ich kann auch “gastartikeln”, aber die Fotothemen schreibst Du ja lieber selbst. Und ob Deine Leser was über Golf lesen wollen….?

    :)

  15. Ich verstehe das Problem nicht wirklich. Man ist diese Art von Beiträgen von Dir gewohnt, Kai. Für mich machen sie zu einem nicht unerheblichen Teil das speziell stylespioneske Lesevergnügen aus. Wie man einigen obigen Kommentaren entnehmen kann, stehe ich mit dieser Meinung nicht allein da.

    Sei’s drum. Es scheint auch die andere Sorte zu geben, die schlicht bedient werden will, die Stylespion als reines Newsangebot sehen. Sie gestehen Dir einen gewissen Geschmack (bei der Auswahl der Beiträge) zu und wären froh, wenn Du ansonsten die Klappe halten würdest. Ich will gar nicht kritisieren, daß sie den – für mich höchst interessanten – “Blick hinter die Kulissen” als reine Selbstbeweihräucherung verstehen. Es interessiert sie einfach nicht. Punkt.

    Ich frage mich allerdings, warum sie diese Artikel dann trotzdem lesen. Aus der Überschrift oder spätestens nach den ersten drei Zeilen wird die Intention des Posts ersichtlich. Aber um ihnen entgegen zu kommen, ein Vorschlag: Vielleicht kennzeichnest Du diese Artikel in Zukunft noch etwas deutlicher. Oder denkst darüber nach, sie für Leute, die offenbar glauben, wenn sie ihren Feedreader nicht brav auflesen, gibt es morgen schlechtes Wetter, aus dem RSS in eine eigene Unterrubrik auszugliedern.
    Dafür hättest Du mit mir jedenfalls den ersten Abonnenten sicher. (Bisher komme ich immer via getwitterten Link auf Deine Seite.)

  16. Kai, ich mache mir bei dir keinerlei Sorgen, dass du deine Pläne auf die Reihe bringst, Wichtiges von Unwichtigem trennen kannst und nach und nach eine gewisse Routine und Souveränität in diesen Blog und alles was drumherum passiert gelangt.

    Vielleicht sind die Grenzen einer einzelnen Person bei so großen Blogs auch irgendwann erreicht, da sind Angebote mit mehreren Autoren womöglich etwas im Vorteil, da der Betrieb dennoch weitergeht, auch wenn einer der Schreiber temporär mal einfach keinen Bock mehr hat.

    Aber du hast es allein (deine Leser und Unterstützer jetzt einfach mal ausgenommen) bis hierher geschafft und wirst dein Ding ohne jede Frage auch weiterhin durchziehen, nicht zuletzt, weil du ein sympathisches Kerlchen bist, das sich auch einfach mal hinsetzt und nachdenkt. Und das kalte Bier hier in Berlin wartet immer noch auf seinen Erlöser ;)

    In diesem Sinne: Fortfahren.

  17. Besinn dich wie auf die alten Tage, mehr DIY Sachen, Innendesign etc. Nicht mehr so viele Fotos/Musik Sachen. Du magst ja ein guter Fotograf sein und über Musikgeschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, aber das sind nicht die Themen weswegen ich damals angefangen hab den Blog regelmäßig zu lesen und um ehrlich zu sein hast du gerade auf dem Gebiet Fotografie eine zu große Konkurenz als das sich dein Blog da großartig heraushebt.

    Mein Vorschlag. Verfrachte diesen ganzen Fotokram auf Photospion.de sowie du es damals auch angedacht hattest.

  18. Wie schon wieder ne Auszeit? Du warst doch gerade erst im Urlaub! ;-)

    Ich glaube, du machst dir da selbst zu viel Druck. An deiner Stelle wuerde ich mir 1-2 feste Helfer suchen, die woechentlich 3-5 Artikel posten und nach Aussen hin Teil von Stylespion werden. Du kannst ja weiterhin die redaktionelle Vollmacht behalten.

    Es gibt sicherlich ne Menge kleine Tools, die dir die Arbeit etwas erleichtern. Z.B. wuerde ich mal damit anfangen, dir hier ein ordentliches Kontaktform zu basteln, das dir erlaubt allgemeine Anfragen, Themenvorschlaege, kommerzielle Anfragen etc. zu kanalisieren. Auch Dinge wie die 15+1 Interviews kann man alle ueber Formulare (Google Docs) vereinfachen und in DB speichern – wesentlich einfacher zu verwalten.

    Ich weiss nicht, wie du das mit der Bannervermarktung machst oder wieviel Zeit man sparen koennte, wenn man sowas an Seiten wie buysellads.com auslagert. Auch eine Seite mit Mediadaten wuerde wohl einen Schwung Emailanfragen wegnehmen.

    Das Problem, dass du nicht zu privaten Projekten oder der Umsetzung von Ideen kommst, hat doch glaube ich jeder kreative Selbstaendige. Mir geht’s da nicht anders. Nur ‘beschwere’ ich mich darueber nicht offiziell. (Abgesehen von meinem Gejammere auf Twitter) Da gibt es eigentlich nur 2 Loesungen: 1-2 Mal im Jahr eine laengere Auszeit nehmen und sich darauf konzentrieren oder eben Arbeit permanent auslagern und sich x Tage die Woche freimachen, fuer neue Dinge, die einem dieses gewisse Gefuehl der Selbstverwirklichung bieten.

    Das groesste Problem ist aber Kopfsache. Man macht sich oft mehr Stress als notwendig. Ich glaube sogar, dass Stylespion davon profitieren wuerde, wenn du von den 700 Blogs in deinem Reader die Haelfte rauskickst und dich mehr auf hochwertigere und individuellere Beitraege konzentrieren wuerdest.

    Fabian und ein paar der Jungs haben meiner Meinung nach insofern recht, als dass du deinen Erfolg als Last kommunizierst und das regelmaessig. Dasnichsonett. Denn im Grunde sagst du uns dadruch ja “Leute, ihr ueberfordert mich”.

    Also, durchatmen und vielleicht mit ein paar Leuten reden, die Ahnung von Mediaplanung, Redationsarbeit und Contentvermarktung haben. Auch wenn du eher als Indie-Blog rueberkommen willst – ein wenig professionellere Vermarktung und Organisation kann nie schaden. :) Alles Gute…

  19. 1.) Auszeiten sind überbewertet. Spätestens 2 Tage nach der Auszeit is alles wie vorher, das muss man anders regeln: Ob Du’s glaubst oder nicht, ich habe in den vergangenen zwei Monaten meine Rechnerzeit halbiert und mir ne Auszeit genommen (klingt schizo, ich weiß, lies weiter).

    Mails und Feedreader nur morgens und abends. Abends nur Beiträge tippen, die man für den nächsten Tag timed und am folgenden Morgen die passenden per Autobot über den Tag verteilen. Max 2 Stunden.

    2.) Mails und Anfragen
    Ich weiß nicht, wieviele Anfragen Du bekommst, scheinen mehr zu sein, auch aufgrund der Nische (Design), aber aus meiner Erfahrung kann ich sagen: 95% sind Schrott. Hier gilt: Über Schrott nicht nachdenken, sondern löschen. Klingt sehr harsch, ist es auch, kann man aber ab einer gewissen Anzahl nicht mehr anders handeln. Ich hab’ bei mir da die Regel eingeführt: Sobald ich darüber nachdenken muss, ob die Anfrage passt, passt sie nicht. Und weg damit.

    Ansonsten siehe oben: Mails auch nur morgens und abends. Alles, was Du beantworten willst, beantworte es sofort. Lösche den Rest.

    3.) Entscheide Dich für nen Blogvermarkter und denk’ nicht tausend Jahre nach, welcher der Stylespionigste ist. Unterschreibe keine Exklusiv-Verträge (<– never, ever!) Bei Anfragen, bei denen Du bei 2.) sofort überzeugt bist, kannst Du so individuelle Deals aushandeln.

    4.) Deine Aktionen und Serien hast Du Dir selbst aufgehalst, gut so, aber werde auch mit der Arbeit fertig. Wenn das länger dauert, dann dauert es länger, no one cares.

    5.) Nochmal nochmal nochmal: Mail und Feedreader nur morgens und abends. Ich befolge meine Regeln auch nicht stringent, aber immerhin einigermaßen stringent und es hilft.

    6.) Wenn Du im Feedreader über etwas so fantastisch superes stolperst, zu dem Dir nix einfällt, dann denk nicht lange rum und schreibe: „Ich liebe diese Poster von Dings… [Zitat] [Link]“. Oder so ähnlich. Ein superfantastisches Item zählt im Zweifel mehr als ein origineller Text.

    7.) Wenn Du im Feedreader über etwas nur okayes stolperst, zu dem Dir sofort eine Mörderstory einfällt, schreib sie auf, das geht innerhalb von Minuten. Eine schöne Story zählt im Zweifel mehr als ein superfantastisches Item.

    8.) Meiner Meinung nach ist Deine „alle Kommentare moderieren“-Policy zu zeitaufwändig. Ich weiß nicht, was die Ursache dafür ist, aber ich vermute hier nicht viel mehr Trolle als bei mir oder Johnny. Also was solls.

    Und: „Keine Nicknames!“ Warum? Zuviele Regeln kosten zuviel Zeit.

    9.) In der Zeit, in der Du diesen Kommentar gelesen und freigeschaltet hast, hätte ich zwei Blogbeiträge veröffentlicht. Denk mal drüber nach ;)

    10.) Du stellst Qualität über Quantität. Okay. Mir begegnen täglich mindestens 20 Design-Beiträge, die ich mir auch hier vorstellen könnte. Warum stehen die hier nicht? Hier, glaube ich, unterliegst Du dem Fehler, dem auch ich oft unterliege: Wenn’s schon auf BoingBoing steht, kennt’s eh jeder.

    Das ist Bullshit. Kümmer Dich um Deine eigene Website und mach sie zum besten Designblog in Deutschland. Das schließt Quantität mit ein. Get over it.

    Mail mir mal ;)

  20. Wow…
    Nach so einem Post fällt mir mal wieder auf dass es doch eigentlich nur Nullen und Einsen sind. Ich bin 21, bin mit dem Internet groß geworden, nutze es jeden Tag (den ganzen Tag) und trotzdem muss ich sagen dass manche Leute, und du scheinst mir dazuzugehören :) das ganze ein bisschen zu wichtig nehmen. Ok, du lebst vllt. mittlerweile davon. Aber was genau tust du? Du sitzt den ganzen Tag vor dem Rechner, forstest andere Blogs durch und schreibst dann über Sachen die morgen schon wieder alle vergessen haben. Soll das ein Lebensinhalt sein?? Gut, klingt jetzt zu hart, dein Blog ist einer der wenigen mit gutem Content. Aber bei den meisten Blogs ist es einfach nur weiterverwertung von Zeugs das andere geschaffen haben. Und deswegen hab ich meinen Blog auch gekillt. Ich will lieber selber etwas erschaffen. Und das geht einfach nicht 20mal am Tag. Wozu also ein Blog? Und wozu müssen es 200.000 Leute wissen wenn ich auf nem Konzert war oder mir ne neue Kamera gekauft hab? Das ist doch eigentlich sowas von unwichtig. Haben wir es nötig von ner Viertelmillionen Menschen bestätigung zu bekommen? Reichen dafür nicht zwei gute Kumpels und die Freundin? Warum teilen wir so wenig wirklich Weltbewegendes mit? Und wenn ich schon die ganze Zeit am Rechner sitzte, lieber arbeite ich stundenland an einem Plakat für die Band von nem Kumpel. Das sehen vllt. nur 50 Leute, aber ich weiß zumindest dass ich meinen Kumpel und seine Band verdammt glücklich gemacht habe.
    Manchmal bedauere ich es dass das Internet scheinbar so wichtig geworden ist. Denn es ist es einfach nicht. Scheiß auf twitter, myspace, wenn du jemandem was wichtiges sagen willst ruf ihn an. Oder geh mit ihm/ihr ein Eis essen. Es ist nur Elektro-Müll. Wenn das Internet morgen ausfällt bleibt nichts zurück. Und die Zeit die man damit verbracht hat bekommt man auch nicht wieder. Also lasst euch davon nicht kaputtmachen sondern tut lieber etwas wovon ihr auch wirklich was habt.

  21. ironischerweiße schreib ich das nachts um 1e…ich sollt bei meiner freundin sein und nicht vor dem fucking rechner sitzten!!! :)

  22. @ René Eintrag / Kommentar des Tages!! Du hast es auf den Punkt gebracht. Danke für diese Worte – werde ich mir mal auf die Fahnen schreiben. Schönen Sonntag noch auch jetzt ab nach draussen – Frühstücken mit Freunden

  23. So, besonders mit dem Kommentar von René ist doch wohl mehr als alles gesagt. Tipps und Hinweise gabs genug, von Leuten die Ahnung haben und von welchen die keine haben. Das ganze wurde gewürzt mit Kritik und Euphorie. Also Arschlecken: umstrukturieren und einfach weitermachen. Es kann nun mal nicht jede Arbeit wunderbar laufen, guck dir die Ottonormalmenschen an, die alle 8 Stunden am Tag irgendwelchen Kram machen, um über die Runden zu kommen. Die heulen ja auch nicht rum, außerdem hast du es doch gar nicht so schlecht, so als Blogger.

    Aufen Hosenboden gesetzt und los gelegt.

  24. Es macht mich nachdenklich zu sehen, wo es “hinführen” kann… Hoffentlich bleibt da der Spaß nicht irgendwann auf der Strecke… Für mich ist es mittlerweile ein lieb gewordenes Ritual, morgens einen Artikel zu schreiben… allein die Recherchen hierfür zwingt mich jeden Tag Neues zu entdecken…
    Ich hoffe, Du bleibst dran und wir lesen noch lange von und mit Dir!

  25. Hey Kai. Ehrlich und transparent finde ich immer gut. Das weisst du. Du musst dir auch nicht alles annehmen was manche Leude so von sich geben. Vor allem nicht von denen, die nicht wissen was hinter einem solchen Projekt steht.

    Das der Zeitpunkt kommen würde an dem alles zu viel wird für dich war dir sicherlich klar. Entweder one man show bleiben und Hardcore filtern oder das Ding zu nem großen Projekt machen. Ein Team gründen…das Potenzial ist da…natürlich ist das viel Arbeit und es kann einem ein bisl Angst machen aber ich bin mir sicher du wirst die richtigen Entscheidungen treffen.

  26. Hallo,

    ich kann roitsch nur zustimmmen. blogs leben von persönlichkeit. und ich finde das kein unnötiges gejammer sondern offene ehrlichkeit. und einige können eben damit noch nicht umgehen, werden es sicher aber noch lernen ;-)
    großen respekt dafür, dass hier so zu kommunizieren und dich somit auch den ganzen kommentaren auzusetzen.