Update zum Buch über Fotografie

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Wo fange ich an? Vielleicht entschuldige ich mich erstmal für die Länge dieses Beitrages. Wer sich für das Thema nicht interessiert, sollte schnellstens wegklicken :)

Der Beitrag über die Idee meinerseits, ein Buch zu produzieren, in dem ich meine eigene Variante an die Fotografie ran zu gehen aufschreibe, ging ja ordentlich ab. Ich habe mir immer und immer wieder die Kommentare durchgelesen, habe Feedback per Mail und Telefon von unterschiedlichsten Leuten (Autoren, Verlage, Druck und Interessierte) bekommen, und kann als Fazit schonmal sagen, dass mich ein derartiges Projekt nun noch mehr reizt.

Für und Wider, und warum eben doch!

Neben den vielen netten Stimmen, gab es auch gesunden Gegenwind, nach dem Motto “Wie soll einer, der das nie “ordentlich” gelernt hat, jemand anderem etwas erklären können?”.
Da kann ich ganz selbstbewusst rangehen, denn ich habe die letzten zehn Jahre nicht anderes gemacht, als quereinzusteigen. Vielleicht ist es auch gerade die Ursache dafür, dass mich so viele Titel eben nicht überzeugen konnten, weil sie inhaltlich zu nüchtern, kleinkariert oder sachlich waren.
Ich bin ein eher ungeduldiger Mensch, der bei allem, was er anfängt, schnell ein Ergebnis sehen will. Und so wird es den meisten gehen, die sich zum ersten Mal wirklich mit einer Kamera beschäftigen. Ich kann mich sehr gut erinnern, dass ich damals Zeit und Geld verloren habe, weil ich mich an zu vielen Büchern entlanggehangelt habe. Ich hatte dabei aber auch falsche Erwartungen, klar. Fotografieren ist eine aktive Sache, darüber zu lesen eher passiv. Ich hätte gleich von Anfang an noch viel mehr ausprobieren müssen. Ich muss mir nichts vormachen: ich bin ganz sicher kein Einzelfall – vielen Anfängern wird es so ergangen sein.

Aber einen Unterschied wird es geben: viele legen die Kamera nach einer Weile enttäuscht zur Seite, oder kramen sie bei Familienfesten wieder aus, und dort wird die Kamera dann auf den “Auto-Modus” geschaltet und draufgehalten. Ich habe mich aber weiter durchgebissen und nicht aufgehört.

Was könnte das Buch können?

Was ich also machen kann, ist ein meine bisherige Erfahrung beschreiben, dazu Tipps geben, die mir bisher geholfen haben: Eselsbrücken, kleine Rituale, mit welchem Blick ich mir Fotos ansehe, wie ich mich auf einen Kauf vorbereite, wie ich mich auf Konzerte vorbereite, wie ich mich auf einen Städtebesuch vorbereite, warum ich fast nie ein Foto aus der normalen Augenhöhe mache, usw.
Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr kleine Themen fallen mir ein. Dass sich ein solches Buch nicht an Jedermann richtet, und schon gar nicht an Profis, liegt nahe.

Und inzwischen glaube ich, dass es, sollte niemand es haben wollen, zumindest mich selbst weiterbringen würde. Weil ich mich selbst hinterfragen müsste, und zudem ein Projekt hätte, das einen klaren Anfang und einen Abschluss hat.

Die Machbarkeit

Eigentlich Schade, dass man sich vor allem mit der Umsetzung in Form der Publikation beschäftigen muss. Ich hatte ein E-Book vorgeschlagen, was dem Feedback nach nicht gerade jedem schmeckt. Ich kaufe eigentlich oft E-Books, noch öfter kaufe ich allerdings gedruckte Bücher.

Zwischen der Publikation als E-Book und der in Form eines gedruckten Buches liegen Welten. Der Vertriebsweg für ein E-Book ist denkbar einfach, wohingegen bei einem Buch eine Unmenge an Faktoren berücksichtigt werden müssen: Druckkosten, Vertrieb, Verlag, ISBN Nummer und und und.

Hinzu kommt, dass ich schon jetzt eine Vorstellung habe, welche Layout das gute Stück haben könnte. Diese Vorstellung ist meilenweit von dem entfernt, wie die bekannten Verlage ihre Bücher gestalten. Ein Verlage, sollte er sich dafür interessieren, würde auch bei den Inhalten mitsprechen wollen. Die Gefahr dass die Inhalte am Ende doch denen der bereits erhältlichen Titel ähneln, wäre groß.

Ich hatte selbst im ersten Beitrag über die Möglichkeit, einen Print-On-Demand Service zu nutzen geschrieben. Einige haben es wohl überlesen, und den Vorschlag in den Kommentaren erneut gemacht. Nachdem ich mir einige Services nochmals angesehen habe, gibt’s ein Fazit: Geht nicht. Es sei denn, ihr seid bereit, um die 80-100 Euro für ein Buch zu zahlen – das wären in etwa die Kosten.

Ein weiterer guter Vorschlag war, die Inhalte gemeinsam zu erarbeiten. Das klingt verlockend, und könnte zu einem tollen Ergebnis führen. Aber ich kann aus meiner bisherigen Erfahrung sagen, dass ich das niemals schaffen kann. Die 77 Kommentare auf den letzten Beitrag sind ein gutes Beispiel dafür. Es ist zeitlich für eine Einzelperson nicht zu meistern, sich allen Vorschlägen zu widmen. Würde man dies bei einem Buch, oder vielmehr bei jedem Thema eines Buches machen, müsste man wohl eine kleine Redaktion beschäftigen.

Fazit

Das ist mein Zwischenstand bisher. Im Moment tendiere ich eindeutig zu meinem ursprünglichen Plan, dem E-Book. Ich könnte es zu einem vernünftigen Preis anbieten, müsste mir keine Sorgen um den Vertrieb machen, und es würde bei ordentlicher Vorbereitung nichts dagegen sprechen, es auch später noch als “echtes Buch” zu veröffentlichen.

P.S. P.S. funktioniert immer, cool oder? Auch wenn du den Text nicht ganz gelesen hast, das hier liest du. Also, ich würde mich freuen, wenn noch mehr Input zustanden kommen würde. Auch weitere Kontakte zu Fachleuten sind interessant. Mich würde beispielsweise auch interessieren, welchen Preis ihr für ein ordentliches E-Book ausgeben würdet, welchen für ein gedrucktes Buch.
Sollte weiterhin Interesse bestehen, werde ich nächste Woche mal wieder ne kleine Umfrage starten, in der es auch um Wunschthemen geht.

56 Kommentare (closed)

  1. Tu es! Und tu es in gedruckter Form! Wenn du die kosten und den Aufwand eines Printbuches im herkömmlichen Sinne scheust – mach ein Buch als Print-On-Demand-Version.

    Ich hab selbst schon solche Projekte betreut – hier ging es oftmals um Bücher un Publikationen, die auf Grund Ihrer Themenkonzeption eine häufige Aktualisierung brauchen und daher nicht auf Vorrat in großen Mengen produziert werden konnten. Eigentlich wirklich eine geniale Sache, die viele Vorteile hat. Einziger Nachteil ist ein etwas (bei nem guten Draht zu deinem Druckdienstleister wirklich nur etwas) höheren Preis und eine minimal längere Lieferzeit (+ 1 Tag).

    Außerdem kannst Du das einzelne Buch personalisieren – du kannst zum Beispiel

    - eigene Widmungen anbringen
    - den Buchinhaber auf den ersten Seiten einfügen
    - deine Bücher zu Raritäten machen indem du hin und wieder das Umschlagbild oder Layout änderst
    - dein Buch als branchenaffines Werbegeschenk für wertvolle Kunden mit Firmensignaturen versehen
    - Limited Editions für besondere Aktionen/Kunden/Ereignisse rausbringen (inConcert-Edition mit Konzertfotos illustriert oder auf dem Umschlag)

    Wenn Du die ein oder andere Adresse für nen guten Digitaldrucker meines Vertrauens brauchst … schreib mir.

    Vielleicht hab ich dir ja ne Anregung geben können – würde mich freuen.

  2. Hast Du Dir schon überlegt, wie das im Buch dann konkret aussehen wird, wenn Du eine Bearbeitungstechnik beschreibst? Konkrete Arbeitsschritte in Photoshop, Lightroom etc.? Oder eher allgemeine Beschreibungen? Ich denke, viele Einsteiger scheuen davor zurück, teure Software zu kaufen, zumal man echt Einiges schon mit Gimp+UFRaw erreichen kann.

  3. Pingback: Buch über Fotografie - Themenauswahl - StyleSpion

  4. Also ich fiebere so einer Art Buch, wie Du es umsetzen willst absolut entgegen! Da ich mich nun endlich mal mit der “Fotografie ernsthaft auseinandersetzen will! Ich würde locker 10 € für diese Art von EBook locker machen und ich hoffe, Du bleibst am Ball…

    Beste Grüsse

    Marc

  5. Hi Kai,

    gibt es was Neues zum geplanten Ebook?

    Gruß