Werbung und Product Placement in Blogs

Eines vorweg: Werbung in Blogs ist ein Thema, das die hiesige “Blog-Szene”, zu ellenlangen Diskussionen veranlasst. Die Standpunkte sind so unterschiedlich wie die Blogs selbst. Die einen sagen, dass Werbung das Böse, ja sogar das Ende eines jeden Blogs ist. Andere urteilen, dass es auf die Art ankommt, dass mit offenen Karten gespielt werden sollte, dann ginge es in Ordnung. Wieder andere, und dazu zähle ich mich, haben null Problem damit, auf ihrem Blog neben ihren Rechtschreibe- und Grammatikfehlern auch noch werbende Einträge zu schreiben. Und niemand darf es ihnen verbieten. Mir jedenfalls nicht. Wenn mir ein Shirt-Label gefällt, schreibe ich einen positiven Beitrag in dem ich auch gerne schwärme. Und wenn mir eine Kaffeemaschine gefällt, bekommt auch sie einen Eintrag. Freilich bekomme ich dafür nichts. Das wissen alle, die hier mitlesen, und scheinbar geht es für diese Leser auch klar. Die folgenden Punkte sind klar auf stylespion.de bezogen, treffen aber sicher auch auf andere Blogs zu.

Ich bekomme im Durchschnitt täglich 5-10 Mails, in denen mir Produkte, Events, Künstler etc. vorgeschlagen werden, mit der Bitte um einen Beitrag auf stylespion.de. Das ist eine ganze Menge, ich bin berufstätig, das heisst das Blog betreibe ich in meiner Freizeit. Viele Tipps sind wirklich cool und einige davon bekommen ihren Beitrag. Das Gros der Mails verschwindet aber im Papierkorb. Und wie das kommt, beschreibe ich euch gerne.

Ihr könnt nicht lesen!

Wer mich mit “liebes StyleSpion Team” oder “euer Blog” anschreibt, zeigt mir klar, dass er sich keine Beiträge angesehen und sich nie wirklich mit meiner Seite beschäftigt hat. Man kann an vielen Stellen herauslesen, dass ich es bin, der das Blog betreibt, alleine! Also sprecht mich mit meinem Namen an. Warum soll ich Zeit für euch Zeit investieren, wenn ihr euch nicht mit meiner Seite auseinandersetzt?

Ihr schreibt Massenmails

Nichts ist einfacher als eine Werbemail zu tippen und alle Blogger in CC zu setzen. Geht gar nicht. Ich möchte zumindest das Gefühl haben, dass ihr mich herausgepickt habt, weil euch ein Eintrag auf meinem Blog etwas wert ist, und nicht, weil ich in irgend ‘ner Top-XY Blog-Liste auftauche.
Pickt euch vielleicht 50 Blogs raus, die thematisch passen. Es müssen nicht immer diejenigen sein, die die Toplisten bei Blogscout, Blogcounter, Bloggerei oder die Deutsche Blogcharts anführen.

Ihr gebt mir kein Infomaterial

Über ein Produkt zu schreiben, funktioniert am besten dann, wenn man es in die Hand nehmen kann. Also bietet dem Blogger diese Möglichkeit. Wenn das nicht geht, haltet genügend Informationen und Bildmaterial zum Download bereit. Keine 5 MB Mails schicken, und schon gar nicht “Wir können dir gerne eine CD mit Texten und Bildern brennen”. Das hier ist das Internet. Ich will die Informationen schnell oder gar nicht…

Ihr ladet mich ein, in Berlin!

Es ist schön, dass ihr mir einen Gästelistenplatz “(gerne auch +2)” beim Event XY anbietet. Aber ich wohne in Köln. Ich werde sicher nicht auf eigene Kosten zu einer von XY gesponsorten Veranstaltung fahren. Also entweder ihr spart euch die Einladung, oder ihr zeigt mir, wie ich dahin kommen soll. Dann gerne, wenn es passt.

Werbliche Kommentare in Blogs

Warum den ganzen Quatsch mit Anschreiben, wenn man auch schnell in einem gut platzierten Beitrag ‘nen Eintrag machen kann, nicht wahr?
Klar versucht ihr jede Aufmerksamkeit für euer Produkt zu bekommen. Websites, die mit einem Keyword weit vorne bei Google auftauchen werden dies kennen. Man schreibt einen Artikel über Trendprodukt XY, der Artikel nistet sich auf den vorderen Rängen beim entsprechenden Keyword ein, und schon kommen Kommentare von “Susi”, oder “Sabine”, á la “Ja, ganz nett, aber ich habe einen viel besseren Anbieter nämlich www.xyz.de” Klar, meist ein gefaketer Eintrag vom Konkurrenten. Wenn es nicht auffällt schön, wenn es auffällt, gibts Ärger, und den machen Blogger gerne öffentlich.
Also schreibt mich direkt an, seid ehrlich. Warum sollte es nicht funktionieren, wenn ihr ein gutes Produkt habt?

Mediadaten anfragen etc.

Liebe PR-Agenturen, es ist schön, dass euch mein Beitrag über Event oder Produkt XY aufgefallen ist, dessen Online-Marketing euer Job ist/war. Klar, ihr wollt nun eurem Auftraggeber die Ergebnisse zeigen und fragt bei mir Trafficzahlen etc an. OK, wahrscheinlich hatte es nichts mit euch zu tun, dass der Beitrag hier erschienen ist, aber was soll es? Ich schicke euch die Daten. Auch hier wäre ein DANKE nicht zu viel verlangt, oder? Das macht ihr nämlich nie. Nie.

Link mich

Ich unterstelle einfach mal, dass mind. 60-70 Prozent aller bekannteren Blogger wissen, wie eine gute Platzierung in Suchmaschinen zu Stande kommt. Sie wissen, dass ein Link von ihrer gut verlinkten Seite eine gewisse Power hat. Spart euch also die Mühe zu fragen, ob er euch in seine Blogroll aufnehmen möchte. Würde er das wollen, hätte er es von selbst gemacht.
Wenn euch ein Link von Blogger XY so viel bedeutet, sprecht ihn an, unter welchen Bedingungen ihr ihn haben könnt. Seid ehrlich, das wirkt.

Wie seht ihr das? Wie sehen eure Erfahrungen aus? Fehlen Punkte in der Liste? Bitte kommentieren…

Über den Autor

Kai Müller {stylespion.de}

Herausgeber StyleSpion.de. Steht auf schöne Sachen, twittert, liebt Musik und die Fotografie.

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